- 13.05.2010, 08:26:49
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FORMAT: Karl-Heinz Grasser mischte im Buwog-Verkaufsfinale mit
Finanzministeriums-Protokoll belegt Telefonate mit Jörg Haider
Wien (OTS) - Im Finale des Buwog-Verkaufs Mitte Juni 2004
schaltete sich Karl-Heinz Grasser ein. Kurz vor der
Verkaufsentscheidung führte er einschlägige Gespräche mit dem
Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Dies berichtet das
Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
In der letzten Sitzung der Auswahlkommission zum "Projekt
Bundeswohnbaugesellschaften" am 13. Juni 2004 wurden die Angebote
abschließend bewertet. Das Sitzungsprotokoll liegt FORMAT exklusiv
vor. Demnach kam die Kommission zu keiner endgültigen Entscheidung.
Zitat aus dem Protokoll: "Die Kommission kommt einstimmig zu
folgender Empfehlung: Der Bestbieter ist klar definiert, variiert
jedoch, ob das Paket mit oder ohne der ESG Villach verkauft wird."
Für die ESG Villach hatte das Land Kärnten ein Vorkaufsrecht.
"Der Herr Bundesminister kommt zur Sitzung hinzu und wird vom
Ergebnis der zweiten Bieterrunde und von der oben dargestellten
Empfehlung der Kommission in Kenntnis gesetzt", heißt es in dem
Protokoll laut FORMAT. "Der Herr Bundesminister bespricht zugleich
telefonisch die weitere Vorgangsweise mit Landeshauptmann Dr.
Haider."
"Es ging ums Vorkaufsrecht", bestätigt Grasser-Anwalt Manfred
Ainedter gegenüber FORMAT. "Er hat Haider dazu gebracht, darauf zu
verzichten." Detaillierte Informationen über den Bestbieter habe sein
Mandant aber zu keinem Zeitpunkt weitergegeben. "Der Republik hat er
so mehr als 30 Millionen Euro zusätzlich gebracht", betont Ainedter.
Brisant war Grassers Einsatz laut FORMAT trotzdem. Denn seinen
damaligen Freunden Walter Meischberger und Peter Hochegger brachte
das ein Vermögen. Denn Immofinanz-Boss Karl Petrikovics hatte den
beiden rund zehn Millionen Euro Erfolgsprovision versprochen, falls
sein Konsortium die konkurrierende CA Immo ausstechen würde.
Die den Kauf entscheidende Wirkung dürfte Karl-Heinz Grasser laut
FORMAT bekannt gewesen sein. So heißt es im Sitzungsprotokoll:
"Dieses Anbotsergebnis hat zur Folge, dass abhängig, ob das Land
Kärnten von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch macht, das
Österreich-Konsortium oder die CA Immo Bestbieter ist. Mit den
ESG-Anteile bietet die Immofinanz insgesamt 961,2 Millionen Euro,
ohne ESG 840,8 Millionen Euro. Hingegen bietet die CA Immo insgesamt
959,3 Millionen Euro, ohne ESG 862,4 Millionen Euro."
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Rückfragehinweis:
FORMAT Business
Ashwien Sankholkar
01-21755-4126
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