Wien (OTS) - Unter entsprechend großem Publikumsandrang, darunter
auch die beiden ehemaligen Wiener Kulturstadträte Franz Mrkvicka und
Peter Marboe, wurde die bekannte Schauspielerin Waltraut Haas
Mittwoch Vormittag mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um
das Land Wien geehrt. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny
unterstrich die Verdienste von Haas, die insbesondere mit ihren
zahlreichen, immer fröhlich wirkenden Auftritten in diversen
Heimatfilmen der Nachkriegszeit "vielen Menschen wieder den Glauben
an das Land zurückgegeben habe". Darüber hinaus, so der ehemalige
ORF-Chef Thaddäus Podgorski in seiner humorvollen Laudatio habe Haas
als "Mariandl" oder als "Rösslwirtin" ein "neues sympathisches Bild
der jungen Österreicherin" in der Welt mitgeprägt. Haas, die öfters
auch als österreichische Doris Day beschrieben wurde, sei für ihn ein
wirklicher Star, im Unterschied zur inflationären, mediengerechten
Prominenz der Gegenwart. Weiters erinnerte er auch an die
schauspielerische Rettungsaktion von Haas und ihrem "siamesischen
Zwilling" Erwin Strahl des vom Abriss bedrohten Raimundtheaters: Mit
einer dort gespielten Produktion, die hundert Mal ausverkauft war,
konnten sie die Stadt Wien davon überzeugen, dieses "heute längst
wieder florierende Theaterhaus" (Podgorski) doch zu sanieren.
Waltraut Haas wurde am 9. Juni 1927 in Wien geboren. Nach
Absolvierung einer Modeschule besuchte sie das Wiener Konservatorium,
wo sie bei Julia Jansen Schauspielunterricht erhielt. 1948 kam sie
ans Burgtheater, weitere Engagements gab es unter anderem am Theater
in der Josefstadt und im Stadttheater. Ihr künstlerischer Durchbruch
gelang ihr aber im Filmgeschäft, hier vor allem in der Rolle des
"Mariandl" im Film "Der Hofrat Geiger" (1947), der zu den
erfolgreichsten rotweißroten Heimatfilmen der Nachkriegszeit zählt
(2,5 Millionen Zuschauer bis 1951). Weitere Rollen in ähnlichen
Heimatfilmen, etwa in "Die Rose vom Wörthersee" und vor allem "Im
weißen Rössl" machten sie sehr populär. 1964 heiratete sie den
Schauspieler Erwin Strahl, mit dem sie erfolgreich auf Tournee ging.
Auch ihr gemeinsamer Sohn Marcus Strahl ist den "großen Fußstapfen
seiner Eltern" (Podgorski) gefolgt. Insgesamt wirkte Haas in 70
Filmen und bei 67 Theaterproduktionen mit. Im heurigen Sommer werden
Haas und Strahl bei den Wachau-Festspielen in Weissenkirchen
auftreten.
Haas ist bereits Trägerin mehrerer Auszeichnungen: 1988 wurde sie
mit der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold geehrt, 2003
kam das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
hinzu. (Schluss) hch
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