OTS0073 / 11.05.2010 / 09:17 / Channel: Politik / Aussender: Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Stichworte: EU / Europa / Finanzen / Griechenland / Politik / Wirtschaft


Liebscher: "Europäische Solidarität hilft uns allen"

Utl.: EU-Finanzminister stellen Handlungsfähigkeit der Union unter Beweis =


   Wien (OTS) - "Mit den jüngsten Beschlüssen der EU-Finanzminister
wurde das Vertrauen in die EU und in den Euroraum wirksam gestärkt",
betont der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE) Dr. Klaus Liebscher.
   Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) stellen jenen
Mitgliedstaaten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind,
bei Bedarf Stabilisierungsdarlehen bis zu einer Höhe von 720 Mrd.
Euro zur Verfügung (440 Mrd. Euro durch die Euro-Mitgliedsländer, 60
Mrd. Euro durch die Europäische Kommission und 220 Mrd. Euro seitens
des IWF). 
   "Österreich ist - ebenso wie andere EU-Mitgliedsländer -
Nutznießer der europäischen Solidarität", unterstreicht
ÖGfE-Generalsekretär Mag. Paul Schmidt. "Ungarn wurde etwa im Herbst
2008 von EU und IWF mit einem Hilfspaket von 20 Mrd. Euro vor dem
drohenden Staatsbankrott bewahrt und vor weiteren
Spekulationsattacken geschützt. Letztlich benötigte es aber nur einen
Bruchteil dieses Kreditrahmens. Ein Überschwappen der Probleme auf
Nachbarländer konnte verhindert werden. Einer der Gewinner dieses
Rettungspakets war Österreich, dessen Wirtschaftsengagement in
Mittel- und Osteuropa beträchtlich ist; die Risikoaufschläge auf
österreichische Staatsanleihen gingen zurück. 
Österreich übernimmt mit seiner Mitwirkung an dem
Stabilisierungspaket Verantwortung für Europa. Wir profitierten
seinerzeit - jetzt helfen wir."
   "Griechenland erhält keine Geschenke, sondern zeitlich begrenzte
bilaterale Darlehen", so Liebscher. "Diese müssen zurückgezahlt
werden. Gleichzeitig hat sich Griechenland verpflichtet, harte
Sparmaßnahmen - die mit den Euroländern und dem IWF akkordiert wurden
- rigoros umzusetzen. Die Kosten eines Staatsbankrotts wären für
Griechenland - aber auch für den Euroraum und somit für Österreich -
unvergleichlich höher. Die Hilfe für Griechenland ist ohne
Alternative."
   Die Mitgliedschaft Österreichs im Euroraum und die Einführung des
Euro brachten für Österreich viele Vorteile. Als exportorientiertes
Land wurde insbesondere der Handel mit Euro-Ländern begünstigt. 2009
gingen 71,1% der österreichischen Ausfuhren in den EU-Binnenmarkt,
54,5% in die Länder des Euroraums. 
   "Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sparen jährlich rd. 300
Mio. Euro an Umtausch- und Währungssicherungskosten", so Liebscher.
"Durch unsere Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion erhöhte
sich unsere reale Wirtschaftsleistung jährlich um durchschnittlich
0,4%; es konnten rd. 10.000 neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen
werden. Durch die europäische Geldpolitik konnte die Inflationsrate
von durchschnittlich etwa 3 auf 1,9% pro Jahr gesenkt werden. Ein
stabiler Euroraum ist für Österreich somit von grundlegender
Bedeutung". 
Rückfragehinweis:
~
   Mag. Paul Schmidt, Generalsekretär
   Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
   
   Tel.: 533 49 99
   Mobil: 0664 213 63 99
   E-Mail: europa@oegfe.at 
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