• 10.05.2010, 12:46:23
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  • OTS0149 OTW0149

Hauptbahnhof Wien: Projekt in Umfang und Kosten seit Genehmigung durch den Aufsichtsrat stabil

Erlöse und EU-Förderungen müssen gegengerechnet werden. Hauptbahnhof Wien relevante Projekte im Rahmenplan berücksichtigt.

Wien (OTS) - Zum Bericht des Rechungshofes betreffend
"Gesamtprojekt Hauptbahnhof Wien" möchte die ÖBB-Infrastruktur AG wie
folgt Stellung nehmen:

Zur Kostenentwicklung 2005 bis 2007:

Die erste Projektkostenschätzung im Rahmenplan 2005-2010 von ca.
420 Mio EUR basiert auf einer Machbarkeitsstudie für ein wesentlich
kleineres Projekt: Der zugrundeliegende Entwurf umfasst die
Errichtung eines "einfachen" Durchgangsbahnhofes. Dieses
ursprüngliche und das jetzige Projekt sind nicht vergleichbar. Das
heutige Projekt Hauptbahnhof Wien hat sich in wesentlichen Bereichen
verändert und umfassend erweitert und wurde so vom Aufsichtsrat
genehmigt:
? aus einem einfachen Bahnhofsgebäude ohne Untergeschoße wurde eine
kundenfreundliche Verkehrsstation mit einem 20.000m2 großem
Einkaufszentrum und einer Tiefgarage mit über 600 Auto- und 1150
Fahrrad-Stellplätzen. Diese Erweiterung der Verkehrsstation bringt
wirtschaftliche Vorteile für das gesamte Projekt.
? Hinzu kam die Errichtung des Hightech Stützpunktes Matzleinsdorf:
Beim Betriebsgebäude wurde die Geschoßzahl erhöht, die Hilfszuganlage
ergänzt, die Unterflurradsatzdrehbank neu trassiert, Abstellplätze
für Triebfahrzeuge mit Schiebebühnen und die Neutrassierung aller
Gleisanlagen vorgenommen. Wie auch der Rechnungshof hervorhebt,
bringt das Projekt Matzleinsdorf viele betriebswirtschaftliche
Vorteile und ermöglicht eine wesentlich umfangreichere
Immobilienentwicklung, die wiederum einen positiven Deckungsbeitrag
für das Bahn-Infrastrukturprojekt liefert.
? Hinzu kam weiters die Entwicklung des gesamten ehemaligen
Frachtenbahnhofs zwischen Gudrunstraße und Sonnwendgasse als neues
Stadtgebiet - die Freimachung des Geländes wurde damit notwendig.
? Im Sinne einer verkürzten Bauzeit und aus Kostengründen wurde die
Sperre des Südbahnhofes beschlossen und dafür notwendige Provisorien
(z.B: prov.Ostbahnhof) errichtet.

Zur Kostenentwicklung 2007 bis 2009:

Seit dem Investitionsbeschluss in den Aufsichtsräten der ÖBB
Infrastruktur AG und der ÖBB Holding AG im April 2007 ist das
Projekt in Umfang und Kosten inflationsbereinigt stabil. Im
Rahmenplan 2007-2012 ist das Projekt mit 702 Mio EUR (Preisbasis
1.1.2006) für den Bau budgetiert. Dazu kommen noch 40 Mio EUR für
Planung und 42 Mio EUR für das Teilprojekt Umbau Verkehrsbauwerk
Südtiroler Platz. Die Rahmenplankosten betrugen damit 784 Mio EUR
(Preisbasis 1.1.2006). Durch Wertanpassung (Preisgleitung) und
Vorausvalorisierung bis zum Projektende verändert sich diese Summe
auf 933,7 Mio EUR im derzeit gültigen Rahmenplan 2009-2014.

Zur Berücksichtigung von Teilprojekten:

Der Rechnungshof zählt zu den Gesamtkosten des Projektes
allerdings nicht nur die im Rahmenplan 2009-2014 enthaltenen Kosten,
sondern auch Kosten für Projekte außerhalb des Rahmenplans wie z.B.
Planung und Bau des Handels- und Dienstleistungszentrums oder die
rechtliche und technische Freimachung des Frachtenbahnhofgeländes für
die Stadtentwicklung und kommt damit für 2009 auf Gesamtkosten von
1.200 Mio EUR. Im Rahmenplan sind diese Projektkosten deswegen nicht
enthalten, weil sie nicht zur Bahn-Infrastruktur gehören. Diese
außerhalb des Rahmenplans finanzierten Projekte müssen einen
positiven Deckungsbeitrag aufweisen, d.h. dass ihnen Einnahmen, durch
z.B. Immobilienverwertung gegenüberstehen. Sie leisten einen Beitrag
zu den Kosten des Bahn-Infrastrukturprojektes. Diese Erlöse werden
jedoch im Rahmenplan nicht abgebildet, denn der Rahmenplan sieht eine
Bruttobudgetierung vor, die keine Einnahmen wie Immobilienerlöse,
Infrastrukturbeitrag der Stadt Wien, TEN-Förderungen etc.
berücksichtigt. Auch der Rechnungshof berücksichtigt in seiner
Kostendarstellung diese Erlöse, Kostenbeiträge und Förderungen der EU
nicht.

Zur weiteren Kostenentwicklung:

Ein striktes Kostenmanagement garantiert, dass der Kostenrahmen -
abgesehen von jährlichen Wertanpassungen und möglichen
Zusatzbestellungen - eingehalten wird. Zusatzbestellungen werden
detailliert aufgelistet und bedürfen der entsprechenden Beschlüsse
von Vorstand und Aufsichtsrat. Eine Änderungsevidenz weist die
Besteller zusätzlicher Anlagen oder Einrichtungen aus. Diese werden
dem Besteller in Rechnung gestellt.

Zum weiteren Terminplan:

Die Teilinbetriebnahme ist für Dezember 2012 geplant - dann fahren
erstmals Züge durch den Hauptbahnhof. Die Vollinbetriebnahme erfolgt
im Dezember 2014. Die Fertigstellung des gesamten
Bahn-Infrastrukturprojektes ist für 2015 geplant. Dieses zusätzliche
Jahr in der Bauzeit hat zu einer deutlichen Entspannung bei den
Terminen geführt. Außerdem konnte durch die Aufteilung der Baulose in
der Planungsphase zusätzliche Zeit und Kapazitäten für eine bessere
Ausschreibungsplanung gewonnen werden.

Zu den Empfehlungen des Rechnungshofes:

Die Empfehlungen des Rechnungshofes werden berücksichtigt und -
soweit sie nicht bereits implementiert sind - umgesetzt.

Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG Konzernkommunikation
Mag. Alexandra Kastner, Pressesprecherin,
Tel.: +43 1 93000 33617
mailto:[email protected]

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