• 10.05.2010, 08:44:27
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Warnung! Spitzenmedizin fährt in die Krise!

Betriebsräte fordern Initiative für Uni-ÄrztInnen

Wien (OTS) - Die Betriebsräte der drei österreichischen
Medizinischen Universitäten warnen vor einem drohenden Mangel an
Fachärztinnen und Fachärzten. Gut ausgebildete Experten sind bereits
heute in Fächern wie Anästhesie, Radiologie, Strahlentherapie,
Kinderpsychiatrie, Neonatologie oder Kinderchirurgie Mangelware. Wenn
nicht gegengesteuert wird, verschärft sich in wenigen Jahren durch
die bevorstehende Pensionierungswelle und durch befristete
Ausbildungsverträge dieser Zustand noch. Eine spürbare
Leistungseinschränkung in der Patientenversorgung wie derzeit in
Deutschland, wo bundesweit 5000 Ärztestellen nicht besetzt werden
können, wird die Folge sein.

Anlässlich ihrer Jahrestagung fordern die Vertreter der drei
Medizinischen Universitäten deshalb weitsichtige Personalplanungen,
statt restriktiver Vorgaben von maximal einem Drittel Dauerstellen,
wie sie vom früheren BM Hahn im Zuge der Leistungsvereinbarungen
festgelegt wurden. Wer glaubt, dass die Medizinischen Universitäten
nie in einen Personalmangel geraten können, irrt. Es ist nicht
attraktiv für junge Mediziner, sich für die fordernde Tätigkeit an
einer Uniklinik zu entscheiden, wenn keine Karriereperspektiven,
nicht einmal die Fortsetzung der Laufbahn mit Erreichen des
Facharztdiploms angeboten werden. Mittlerweile sind zwei Drittel der
Stelleninserate in der Österreichischen Ärztezeitung für
Facharztstellen in deutschen Spitälern. Eine viel zu geringe Anzahl
von unbefristeten Facharztstellen mit Karriereperspektiven wird
unweigerlich die Ausbildungsqualität an Medizinischen Universitäten
und damit auch die Versorgungsqualität der Patienten massiv
beeinträchtigen. Selbst ausländische Experten bewerben sich nur
vereinzelt, weshalb Fachärzte in entsprechender Zahl an unseren
eigenen Spitälern ausgebildet werden müssen. Deren Verträge müssen
attraktiv gestaltet werden, sonst wandern unsere Bestausgebildeten
ins Ausland ab. Nur mit einer weitsichtigen Personalentwicklung
können wir die spitzenmedizinische Versorgung für die
Österreicherinnen und Österreicher auch weiterhin sichern.

Rückfragehinweis:

Die Vorsitzenden der Betriebsräte:
   Univ. Prof. Dr. Regina Gatternig, Medizinische Universität Graz
   Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, Medizinische Universität Wien
   Tel.: 0664 2243929
   Univ. Prof. Dr. Martin Tiefenthaler, Medizinische Universität Innsbruck
   Tel.: 0669 12369897

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