- 07.05.2010, 14:06:22
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Bischof: "In Portugal eher Homo-Ehe als Pädophilie im Blickpunkt"
Papst reist am Dienstag in das krisengeplagte Land
Lissabon, 07.05.10 (KAP) Das Thema Pädophilie steht in Portugal
nicht so im Brennpunkt der Debatte wie andernorts, hat der Bischof
von Leiria-Fatima, Antonio dos Santos Marto, bei einer
Pressekonferenz zum am Dienstag beginnenden Papstbesuch (11.-14.
Mai) betont. In seinem Land habe bisher niemand Anschuldigungen zu
konkreten Fällen vorgebracht. Laut Marto ist auf Staat-Kirche-Ebene
zur Zeit die "Homo-Ehe" das "heißeste Eisen".
Staatspräsident Anibal Cavaco Silva wird voraussichtlich nach dem
Papstbesuch ein vom Parlament gebilligtes diesbezügliches Gesetz
ratifizieren. Die Kirche hatte sich massiv dagegen ausgesprochen.
Der portugiesische Primas, Patriarch Kardinal Jose Policarpo da
Cruz, sagte am Freitag in einem Gespräch mit der Lissaboner
katholischen Nachrichtenagentur "Agencia Ecclesia", er sehe
Präsident Silva in einem Dilemma, da ihm die Verfassung in diesen
Dingen "nicht viel Spielraum" lasse. Das neue Gesetz sei ein
Ergebnis des "Drucks internationaler Lobbys". Das Beispiel Spanien,
wo die "Homo-Ehe" schon vor fünf Jahre eingeführt wurde, zeige, dass
die tatsächliche "Nachfrage" völlig vernachlässigbar sei. "Nach fünf
Jahren gibt es gerade 30 homosexuelle Trauungen", so Patriarch da
Cruz.
Ein weiteres Reizthema ist die Abtreibung: Portugiesisches Recht
erlaubt einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 10. Woche, im Fall
einer Vergewaltigung oder bei gesundheitlichen Gefahren für die
Mutter bis zur 16. Woche. Die Gesellschaft ist in der Frage
gespalten: 54 Prozent der Katholiken sprechen sich für die
Legalisierung der Abtreibung aus, 37 Prozent dagegen.
Lebensschützer-Gruppen wollen den Papstbesuch für Kundgebungen
nutzen.
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