• 07.05.2010, 11:36:11
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Oberösterreichische Apotheker diskutieren über Disease Management Diabetes

Linz (OTS) - Im Rahmen des 1. Oberösterreichischen Diabetikertages
in Bad Leonfelden diskutieren am 8. Mai 2010 Laien- und Fachvertreter
in einem breit angelegten Programm über praxisrelevante Fragen zu
Diabetes. Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der
Apothekerkammer Landesgeschäftsstelle Oberösterreich, bringt neue
Ideen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung bestehender
Disease-Management-Ansätze in die Diskussion ein. Disease Management
Programme (DMP) - also strukturierte Betreuungsansätze für chronisch
Kranke - sind international weit verbreitet. In Österreich spielen
sie eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

In Österreich leiden etwa 600.000 Menschen an Diabetes, wobei etwa
420.000 diagnostiziert sind. Diabetes bildet als stark ansteigende
chronische Erkrankung eine der zentralen Herausforderungen des
österreichischen Gesundheitssystems. "Daher ist es essenziell, über
die bisher existierenden Strukturen in der Diabetikerbetreuung hinaus
zu denken", so Veitschegger.

Die Rolle heimischer Apotheken hat in den vergangenen Jahren eine
starke Wandlung erfahren. Moderne Apotheken sind heute wichtige
Gesundheitsversorger, die sich durch niederschwelligen Zugang,
kompetente Beratung und persönliche Betreuung auszeichnen. Apotheker
genießen großes Vertrauen in der Bevölkerung und haben täglich
Kontakt zu tausenden ratsuchenden Menschen. Speziell chronisch Kranke
pflegen oft langjährige Kundenbeziehungen zu "ihrer" Apotheke.

Nachhaltiges Disease Management Diabetes durch Apotheken

"Wir Apotheker wollen unsere Kompetenz und ausgeprägten
Kontaktmöglichkeiten künftig gezielt dafür nutzen, die Betreuung
chronisch kranker Menschen zu optimieren", so Präsident Veitschegger,
Stadtapotheker in Bad Leonfelden im Rahmen des 1.
Oberösterreichischen Diabetikertages. Von den über 400.000
Diabetikern in Österreich befinden sich derzeit nur rund 20.000 in
einem strukturierten Betreuungsprogramm wie "Therapie Aktiv" oder
"DIALA". Derartige Disease Management Programme (DMP) existieren in
anderen Ländern Europas zu vielen chronischen Leiden wie Diabetes,
Asthma, COPD oder kardiovaskulären Erkrankungen und verbessern
nachhaltig die Lebensqualität und Lebensdauer der Betroffenen.

Gesundheitsnetzwerke fördern

Für den Erfolg solcher Programme sind vor allem lokale Akteure von
großer Bedeutung, da der Apotheker durch den regelmäßigen Kontakt zu
einer Vielzahl von Menschen in Abstimmung mit dem Allgemeinmediziner
potenzielle KandidatInnen identifizieren und in ein DMP einschreiben
kann. Speziell geschulte Diabetes-Apotheker könnten damit künftig
einen wertvollen Beitrag in der Betreuung von Zuckerkranken leisten,
sei es in der Prävention zu Themen wie Ernährung, Bewegung, Rauchen
oder bei der Schulung zur Handhabung der Insulin-Dauertherapie.

Gesundheitssystem entlasten

Durch eine effiziente Versorgung kann die Therapietreue
(Compliance) von Diabetikern nachhaltig positiv beeinflusst werden.
Präsident Veitschegger betont, dass "dadurch extramurale
Betreuungskosten effizienter genutzt werden, darüber hinaus bei
intramuralen Kosten für Diabetes-Spätfolgen wie Dialyse oder
Amputationen ein überaus hohes Einsparungspotenzial besteht."
Immerhin kostet ein Dialysepatient rund Euro 65.000 jährlich. Daher
ist es, nicht nur im Sinne von Kostendämpfungspotenzialen sondern
auch hinsichtlich einer hohen Lebensqualität von Zuckerkranken
verantwortungsvoll, strukturierte Betreuung so lange wie möglich
außerhalb des Krankenhauses zu halten.

Apotheker übernehmen Verantwortung und schaffen Bewusstsein

Angesichts der anhaltenden krisenhaften Situation im
österreichischen Gesundheitswesen bieten die Apotheker in
Oberösterreich offen allen Beteiligten eine konstruktive
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit an. "Es geht nur in Form eines
gemeinsamen Miteinanders aller Systempartner, wenn einerseits das
Gesundheitssystem und andererseits die individuelle
Patientensituation optimiert werden soll", betont Präsident
Veitschegger abschließend.

Die in diesem Text verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen
treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind
aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

Rückfragehinweis:

Mag.pharm. Thomas Veitschegger
   Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich 
   der Österreichischen Apothekerkammer 
   Mozartstraße 26/1, 4020 Linz
   Tel.: 0732/770350 
   E-Mail: [email protected] 
   Homepage: www.apotheker.or.at

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