OTS0045   7. Mai 2010, 09:28

AK Analyse: Gute Finanzberatung ist oft reine Glückssache 1

Qualität der Finanzberatung lässt zu wünschen übrig - "Falsche" Finanzverträge sind nachteilig für Konsumenten


Zwei Versicherungen, ein Kredit - ist das Geld auch
wirklich gut angelegt? Eine AK Analyse der Finanzverträge von 40
Haushalten zeigt: Versicherungsverträge laufen zu lange. Kreditraten
sind tendenziell zu hoch zum verfügbaren Einkommen. "Falsche Verträge
sind letztlich teuer und eine Geldverschwendung für Konsumenten",
resümiert AK Konsumentenschützer Christian Prantner. "Die Provisionen
treiben die Verkäufer an. Auf die Lebenssituation des Konsumenten
gehen sie meist zu wenig ein, was Konsumenten mitunter in Geldnöte
bringen kann."

Die AK Analyse der Finanzverträge, etwa Fondspolizzen,
Lebensversicherungen oder Kredite zeigt: Beim Großteil (90 Prozent)
der analysierten Finanzverträge wurden erhebliche qualitative Mängel
geortet. Der Grund dafür: dürftige Bedarfsanalysen der verschiedenen
Finanzberater. Die Produktverkäufe sind oft provisionsgetrieben. Frau
K. kaufte auf Empfehlung eines Versicherungsberaters gleich drei
fondsgebundene Lebensversicherungen, für die sie monatlich 525 Euro
aufbringen muss - ein Drittel ihres Nettogehaltes. "Jeder dritte
Kunde hat viel zu viele langfristige Versicherungsverträge", sagt
Prantner. "Vor allem Finanzdienstleister und Versicherungsmakler
verkaufen gerne langfristige Produkte." Auch in der AK
Konsumentenberatung klagen Kunden, wenn sie aus langen
Versicherungsverträgen vorzeitig aussteigen, dass sie teuer
draufzahlen.

Fast 40 Prozent der Haushalte, die einen oder mehrere Kredite
laufen haben, brauchen mehr als die Hälfte ihres verfügbaren
Einkommens für die Kreditrückzahlungen auf, so die AK Analyse. Bei 15
Prozent der Kreditnehmer gehen sogar 70 Prozent des verfügbaren
Einkommens für Kreditraten drauf. "Steigen die Kreditzinsen und
klettern dadurch die Raten in die Höhe, kommen Konsumenten oftmals in
Zahlungsschwierigkeiten. Und wenn ohnehin schon Ebbe im Geldbörsel
herrscht, ist das ein Problem", weiß Prantner. Das Übel: Bei
Vertragsabschluss wird das Einkommen als fix für die Zukunft
angenommen. Dass Einkommen sinken oder die Kreditzinsen steigen
können, wird zu wenig berücksichtigt. "Auch viele Ratsuchende in
unserer Beratung schildern, dass sie sich die teureren Kreditraten
dann nicht mehr leisten können", erzählt Prantner.

"Es wird zu wenig umfassend beraten", kritisiert Prantner. "Es
werden eher einzelne Teile hervorgehoben und zu sehr betont. Aber der
Blick auf das Gesamte fehlt", sagt Prantner. "Es wird auch immer
wieder außer Acht gelassen, ob Konsumenten einen Notgroschen auf die
Seite legen können. Geht beispielsweise die Waschmaschine ein, bringt
schon ein Neukauf so manchen Konsumenten ins finanzielle
Hintertreffen."

SERVICE: Die AK Studie "Wie gut beraten Finanzberater?" finden Sie
im Internet unter www.arbeiterkammer.at

(Forts.)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0045 2010-05-07 09:28 070928 Mai 10 AKW0001 0404



Arbeiterkammer Wien Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677,
mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

Aussendungen von Arbeiterkammer Wien abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten:


Errechnete Personen: