- 06.05.2010, 14:02:28
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AK: Bildung darf nicht der Budgetkonsolidierung zum Opfer fallen
Strukurveränderungen an den Hochschulen notwendig
Wien (OTS) - "Der Zugang zum Studium muss offen sein", betont AK
Direktor Werner Muhm, "auch die Wissenschaftsministerin hat sich das
Ziel gesetzt die AkademikerInnenquote zu erhöhen. Gleichzeitig
spricht sie sich aber für flächendeckende Zugangsbeschränkungen aus.
Das ist ein absoluter Widerspruch und der falsche Weg. Gerade jetzt
in der Krise gewinnt Bildung und Ausbildung noch mal an Wichtigkeit
und schützt vor drohender Arbeitslosigkeit. Österreich braucht also
mehr, nicht weniger Akademikerinnen und Akademiker. Die
Wissenschaftsministerin sollte sich daher ihr eigenes Ziel, die
AbsolventInnenzahl zu erhöhen, zu Herzen nehmen und
Zugangsbeschränkungen schleunigst von ihrer Agenda streichen." Die
Arbeiterkammer spricht sich außerdem für eine ausreichende
Finanzierung der Hochschulen aus, es braucht aber auch
Struktuveränderungen. Dabei müssen alle Effizienzreserveren des
Hochschulsektors zum Wohle der Studierenden gehoben werden - so ist
es etwa unverständlich warum es vier Standorte für das Studium der
Theologie geben muss und es für 2.900 Studierende an den katholischen
Hochschulfakultäten 60 Professuren gibt, während es an der
Wirtschaftsuniversität die annähernd gleiche Anzahl an Professuren
für 26.000 Studierende gibt. Darüber hinaus würde es Sinn machen
inhaltlich engverwandte Hochschulen, wie BOKU und VetMed
zusammenzulegen. Es gibt also genügend Einsparungspotential. "Wir
brauchen aber auch eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen.
Wichtige Zukunftsbereiche wie Bildung und Forschung dürfen nicht der
Budgetkonsolidierung zum Opfer fallen", fordert Muhm.
Darüber hinaus müssen die Studienbedingungen dringend verbessert
werden, insbesondere auch für berufstätige Studierende. Immerhin
arbeiten fast zwei Drittel der Studierenden zusätzlich zum Studium,
das entsprechende Studienangebot fehlt allerdings in vielen Fällen.
Das berufsbegleitende Studienangebot gehört dringend ausgebaut, damit
Studieren und Arbeiten auch tatsächlich möglich ist. Wir brauchen
außerdem einen Ausbau des Fachhochschulsektors. "Die aktuellen
Rankings geben uns in unserer Forderung nach einem Ausbau des
Fachhochschulsektors Recht. Immerhin haben
FachhochschulabsolventInnen ausgezeichnete Chancen auf dem
Arbeitsmarkt", betont Muhm.
Die Arbeiterkammer spricht sich für verstärkte Studienwahlberatung
schon in den Schulen und echte Studieneingangsphasen aus, die nicht
dem Hinausprüfen, sondern einer tatsächlichen Studienorientierung
dienen. Zusätzlich sollen über einen Masterplan Pädagogische
Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten besser aufeinander
abgestimmt und die Übergänge erleichtert werden. Es braucht außerdem
eine bessere soziale Durchlässigkeit im Hochschulsystem. "Das wird
allerdings nur gelingen, wenn der Hochschulzugang offen ist und das
Stipendiensystem ausgebaut wird", so Muhm.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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