• 06.05.2010, 13:49:38
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Arbeitgeberverhandler Haslauer: Arbeitszeitverkürzung bedeutet Arbeitskostenerhöhung und kostet tausende Arbeitsplätze

Die Überwindung der Konjunkturkrise hängt maßgeblich von einer zurück halten-den Arbeitskostenentwicklung zur Unterstützung der Konkurrenzfähigkeit ab

Wien (OTS/PWK369) - Die österreichische Industrie hat im
vergangenen Jahr gemessen an den Konjunkturdaten vergleichsweise
geringe Arbeitsplatzverluste hinnehmen müssen; so war die
Beschäf-tigung etwa um 6 % geringer als 2008, während die Aufträge um
mehr als 20 % und der Produktionswert um 18 % zurück gingen.

"Der geringe Verlust an Arbeitsplätzen war nur möglich, weil
Beschäftigungsschwierigkeiten in starkem Ausmaß durch Abbau von
Zeitguthaben und Resturlauben und zum geringeren Teil durch
Kurzarbeit überbrückt werden konnten", unterstreicht Hermann
Haslauer, KV-Chefverhandler des Metallsektors die Bemühungen der
Industrieunternehmen. "Nun sind Zeitguthaben so gut wie aufgebraucht
und die Kurzarbeit ist in Österreich ein vergleichsweise teures
Instrument. Für eine stabile Beschäftigung sind nun Zurückhaltung bei
den Arbeitskosten und die Schaffung von Zeitguthaben nötig, um bei
neuerlichen Auslastungsschwankungen, wie sie auf Grund des
veränderten Auftragseingangs immer wieder auftreten können,
Beschäftigung halten und sichern zu können."

Die Arbeitszeitverkürzung sei der falsche Ansatz, um Beschäftigung
zu sichern. "Die Ar-beitskosten haben sich gerade in den letzten
beiden Jahren auch durch unsere Lohnab-schlüsse im Vergleich deutlich
erhöht, von einer Senkung der Lohnnebenkosten ist noch nichts zu
sehen. Arbeitszeitverkürzung erhöht die Arbeitskosten schon für die
Normalar-beitszeit und erhöht daher den wirtschaftlichen Druck, die
Beschäftigung möglichst knapp zu halten. Deswegen ist auch die
Erwartung, die vorhandene Arbeit auf mehr Beschäftigte aufzuteilen,
eine Illusion. Die von uns verlangte Arbeitszeitflexibilisierung
würde hingegen den Aufbau neuer Zeitguthaben ermöglichen, senkt den
Druck in Richtung Kurzarbeit und bietet für die ArbeitnehmerInnen
mehr Chancen auf durchgehende Beschäftigung", erteilt Haslauer
Wünschen nach Arbeitszeitverkürzung eine deutliche Absage.

Der bisher geringe Beschäftigungseinbruch sei in erster Linie der
Arbeitszeitflexibilisierung zu verdanken. Noch sei kein
Konjunkturanstieg auf Basis von Investitionen in Sicht. Soll ein
Wiederanspringen der Konjunktur angesichts der Kostenkonkurrenz mit
dem Ausland mit positiven Beschäftigungseffekten beschleunigt werden,
sei dies nur durch Verbesserung der Arbeitszeitflexibilisierung und
durch eine Vermeidung von Kostenerhöhungen, wie sie
Arbeitszeitverkürzung mit sich bringt, zu erreichen. (us)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Industrie
Dr. Manfred Engelmann
Tel.: T:(+43) 0590 900-3422, F:(+43) 0590 900-273
mailto:[email protected]
http://wko.at/industrie

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