- 06.05.2010, 11:58:57
- /
- OTS0177 OTW0177
Grünewald zu Unis: Totales Regierungsversagen auf Kosten der Studierenden
Grüne: Vorgehensweise der Regierung ist bildungspolitische Bankrotterklärung
Wien (OTS) - Ein "totales Regierungsversagen in der
Universitätspolitik" ortet der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt
Grünewald. "Die Pläne sind ausschließlich defensiv, lassen jede
langfristige Vorwärtsstrategie vermissen und kommen einer
bildungspolitischen Bankrotterklärung gleich", kommentiert Grünewald
die beabsichtigte Reduktion von Studierendenzahlen und fordert die
Regierung auf, ihre kurzsichtigen Schnellschüsse einzustellen.
"Jede Woche kommen neue Vorschläge, das einzig Konstante und
Verlässliche scheint lediglich die Budgetkürzung im tertiären
Bildungssektor und bei der Forschung zu sein", reagiert Grünewald
sarkastisch. "Was empfiehlt die Bundesregierung den tausenden
Studierwilligen zu tun, die bald vor verschlossenen Türen stehen,
welche Pläne gibt es, die Übertrittquoten in den tertiären
Bildungsbereich nach der Matura auf das Niveau von Vorbildnationen
oder auch nur auf den EU Schnitt zu erhöhen? Vor nur einer Woche
sollten noch durch Zulassungsbeschränkungen österreichweit
Betreuungsquoten von 40 Studierenden pro ProfessorIn garantiert
werden. Auf Nachfrage im Ministerium musste man aber zugeben, über
keinerlei Daten über die diversen Betreuungsverhältnisse in den
einzelnen Studienrichtungen zu verfügen, was ich für ein Ministerium
für peinlich, fahrlässig und skandalös halte" zeigt sich Grünewald
verärgert.
"Es geht nicht darum, die Augen vor unzumutbaren Studienbedingungen
und mangelnden Ressourcen an Unis und Fachhochschulen zu verschließen
und dabei Studierende ihrem Schicksal zu überlassen. Was wir
benötigen sind Entwicklungspläne, die die Beseitigung von jahrelangen
Defiziten und Versäumnissen zum Ziel haben und einen stufenweisen
Ausbau der Studienplätze, begleitet durch eine parallele
Ressourcenverbesserung, erlauben. Die bloße Aneinanderreihung von
jährlichen Notwehr- und Feuerwehraktionen bestätigt lediglich eine
breite Konzeptlosigkeit und bietet Bildungswilligen keine
ausreichenden Perspektiven", kritisiert Grünewald.
"Der Hochschuldialog böte die Chance, hier konsensuale Lösungen zu
suchen und zu erarbeiten, statt dessen pflegt man die Methode der Zu-
und Zwischenrufe und demotiviert und verunsichert die TeilnehmerInnen
des Dialogs. Statt die Treffsicherheit der Studienwahl zu erhöhen und
den Übertritt zu Unis und Fachhochschulen durch eine
Oberstufenreform, den bewussten Einbau von HochschullehrerInnen in
den Fachunterricht und durch Schnupperwochen an den Unis und FHS
fließender zu gestalten, bleibt man lieber defensiv", hält Grünewald
fest.
"Die Grünen fordern endlich Zukunftskonzepte, die Qualität und
Studienplätze nicht als prinzipiell unvereinbare Gegensätze sehen und
bestehen daher auf die Umsetzung des Finanzierungspfades von zwei
Prozent am BIP für den tertiären Bildungssektor bis 2015", so
Grünewald abschließend.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






