- 05.05.2010, 11:17:41
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Metropolit Staikos verurteilt "Hetze" gegen Griechenland
Wien, 05.05.10 (KAP) Enttäuscht über die negative Stimmung, die
derzeit im deutschsprachigen Raum über Griechenland verbreitet wird,
hat sich der orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos,
gezeigt. Es sei klar, so Staikos im Gespräch mit "Kathpress", dass
Griechenland viele Jahre weit über seine Verhältnisse gelebt habe
und die Griechen nun dafür bezahlen müssten. Er bedauere aber
zutiefst die derzeitige "Hetze" gegen Griechenland wegen der
notwendigen Staatskredite. Der Metropolit ortete diese Stimmung
allerdings fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum und
bemängelte fehlende Solidarität.
Die Situation zeige, "dass die Europäische Union nur auf Fundamenten
aus Geldscheinen gebaut ist". Staikos: "Ist es nicht ein deutliches
Zeichen des Fehlens von ethischen Werten, wenn ein Volk nur solange
geliebt wird, solange es zahlungsfähig ist?"
Die Gefahr sei groß, dass "alte Gräben und Wunden", die im
vergangenen Jahrhundert geschlagen wurden, wieder aufbrechen
könnten. Er wolle die vielen negativen Schlagzeilen aber nicht mit
der Meinung des deutschen oder österreichischen Volkes gleichsetzen,
so der griechisch-orthodoxe Metropolit. Die populistische
Stimmungsmache verschiedener Medien und Politiker sei aber
unverantwortlich.
Die nun auf die Griechen zukommenden Sparmaßnahmen würden auch die
Kirche massiv treffen, beispielsweise durch hohe Steuern auf Besitz
oder auch deutlich niedrigere Priestergehälter, erklärte der
Metropolit. Auch Auswirkungen auf die pastoralen und karitativen
Dienste der Kirche seien zu befürchten. Staikos verwies in diesem
Zusammenhang etwa auf die tägliche Versorgung Tausender Flüchtlinge
im Großraum Athen.
Die Kirche sei jedenfalls bereit, ihren Beitrag zur Bewältigung der
Krise zu leisten. Das habe erst vor kurzem Erzbischof Hieronymos von
Athen dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou
versichert.
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