• 30.04.2010, 12:14:45
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AUGE/UG zu Tag der Arbeitslosen: "Arbeit 'fair' teilen - Arbeitszeit 'fair' kürzen!"

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen: Wer Abeitslosigkeit bekämpfen will, kommt an Arbeitszeitverkürzung nicht vorbei!

Wien (OTS) - Zu Beginn des Jahres 2010 ist die Arbeitslosigkeit
in Österreich auf ein Rekordniveau von 400.000 Arbeitslosen
gestiegen. Vom zweiten Quartal 2008 bis zum zweiten Quartal 2009 sind
54.000 Vollzeitarbeitsplätze verloren gegangen, gleichzeitig die
Teilzeitbeschäftigung einmal mehr von 23,6 auf 24,1 % gestiegen.
Vollzeit beschäftigte Männer arbeiteten - auch in Zeiten der Krise -
dagegen nur geringfügig weniger als in Zeiten der Hochkonjunktur: im
3. Quartal 2009 arbeiteten Vollzeit beschäftigte Männer
durchschnittlich 42,9 Wochenstunden (2008: 43,1 Wochenstunden).

"Gerade in Zeiten der Krise verschärft sich die Ungleichverteilung
von Erwerbsarbeit und damit Einkommen einmal mehr. Nach wie vor
werden hier Überstunden ohne Ende geleistet, während da Arbeitsplätze
verloren gehen und Teilzeitbeschäftigung zunimmt. Angesichts
prognostizierter niedriger Wachstumsraten und zu befürchtender
ansteigender Arbeitslosigkeit bzw. anhaltend hoher Arbeitslosenraten
braucht es nicht nur massive Investitionen in Bildung, Soziale
Dienste und Klimaschutzmaßnahmen und gesellschaftlich und ökologisch
sinnvolle Beschäftigung zu schaffen. Es wird auch ohne eine faire und
umfassende Arbeitszeitverkürzung nicht gehen, soll Arbeit und damit
Einkommen gerechter verteilt werden," fordert Klaudia Paiha,
Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen. "Eine weitere
gesetzliche Arbeitszeitverkürzung ist ohnehin längst überfällig, mit
vollem Einkommensausgleich bei niedrigen und mittleren
Einkommensgruppen. Die letzte gesetzliche, allgemeine
Arbeitszeitverkürzung ist über 30 Jahre her. Was jetzt passiert ist
Arbeitszeitverkürzung auf individueller Basis - oftmals unfreiwillig,
vor allem weiblich und vielfach ohne ausreichendem Einkommen - bei
gleichzeitiger Arbeitszeitverlängerung bei Vollzeit, was auf Kosten
von Gesundheit, Beschäftigung und Freizeit geht. Und es findet die
dümmste und teuerste Form der Arbeitszeitverkürzung statt:
Arbeitslosigkeit."

Nicht gelten lassen die Alternativen, Grünen und Unabhängigen
GewerkschafterInnen das gerne von Industrieseite vorgebrachte
Argument der Unfinanzierbarkeit. Paiha: "Über Jahrzehnte hinweg haben
die ArbeitnehmerInnen Lohnzurückhaltung geübt, was sich auch in
sinkenden Lohnquoten trotz steigender Beschäftigung niederschlägt.
Die Produktivitätsfortschritte sind nicht entsprechend den
ArbeitnehmerInnen zugute gekommen. Lediglich die Gewinne sind
gestiegen und wurden dann an den Finanzmärkten investiert - mit den
bekannten Folgen. Es ist nur gut und billig, dass die
ArbeitnehmerInnen die Produktivitätsfortschritte der letzten
Jahrzehnte in Form von Arbeitszeitverkürzung zurückerstattet
bekommen."

Als eine Maßnahme, das Überstundenunwesen zu bekämpfen fordern die
Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen progressiv
steigende Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge für jede
zusätzlich geleistete Überstunden. Daneben gilt es endlich einen
Rechtsanspruch auf berufliche Auszeiten - Bildungskarenzen,
Sabbaticals - gesetzliche zu verankern. Zusätzlich fordert die
AUGE/UG eine - in vielen europäischen Ländern - längst übliche -
sechste Urlaubswoche für ArbeitnehmerInnen. "Auch die tägliche und
wöchentliche Arbeitszeit muss angegangen werden - nicht zuletzt um
bezahlte- und unbezahlte Arbeit zwischen den Geschlechtern gerechter
zu verteilen," fordert Paiha Schritte in Richtung 30-Stunden- Woche.
"Was heute vielen utopisch klingen mag, wird inzwischen auch von
ExpertInnen gefordert, die sich mit der Zukunft der Arbeit
auseinandersetzen, etwa von Jörg Flecker, anerkannten Arbeitsexperten
von FORBA. Mit entsprechenden steuerlichen Rahmenbedingungen - etwa
einer Umschichtung der Steuer- und Abgabenbelastung von Arbeit hin zu
fossiler Energie, Vermögen, Gewinnen und Kapital kann eine
entsprechende Arbeitszeitverkürzung auch von dieser Seite unterstützt
werden. Ohne Arbeitszeitverkürzung wird es jedenfalls keine gerechten
und fairen Wege aus der Beschäftigungskrise geben," schließt Paiha.

Rückfragehinweis:
Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG
Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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