OTS0209   30. Apr. 2010, 12:13

Grünewald kritisiert Regierungs-Eiertanz bei Studienplatzbeschränkungen

Grüne: Fehlentscheidungen im Bereich der Universitäten sind desaströs


"Der Eiertanz der Regierung bei den
Studienplatzbeschränkungen ist nicht mehr auszuhalten", kritisiert
der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald angesichts des
Verhandlungsergebnisses von Bildungsministerin Schmied und
Wissenschaftsministerin Karl.

"Die Fehlentscheidungen im Bereich der Universitäten sind desaströs.
So bezeichnen zahlreiche ExpertInnen die von Karl erlassene
'Notverordnung' zur Entlastung der von deutschen Numerus
Clausus-Flüchtlingen überlaufenen Studienfächer als klare Verletzung
der bestehenden Rechtslage", erklärt Grünewald und übt heftige Kritik
daran, dass Karl nun überhaupt gleich 'tabula rasa' machen möchte und
flächendeckende Zulassungsverfahren etablieren will. "Diese Maßnahme
zeigt, dass die Ministerin völlig an der Realität vorbei entscheidet,
denn das von ihr geforderte Betreuungsverhältnis von 1:40 kann
derzeit außer der Kunstuniversitäten keine österreichische
Universität bieten. Wie stellt sich Ministerin Karl denn vor, dass
die Unis das plötzlich erfüllen können - vor allem, wo sie
gleichzeitig ja im großen Stil finanziell ausgehungert werden", so
Grünewald, der sich verärgert zeigt, dass über die Auswirkungen
dieses Alleingangs kein Wort verloren wird: "Nachhaltige Planung und
Strategien scheinen im verantwortlichen Ressort ein Fremdwort zu
sein. Man tut so als existiere das Ministerium erst seit gestern und
als ob diese Probleme nicht seit Jahren bekannt wären".

"Offenbar weiß die rechte Hand wirklich nicht was die linke tut. Da
werden zuerst 100 Millionen Euro mehr versprochen, die es gar nicht
gibt, dann soll die Mehrheit der Studierenden mit Zulassungsverfahren
konfrontiert werden, die es ebenso noch nicht gibt und auf die die
Universitäten großteils nicht vorbereitet sind. Studierende wie
Universitäten werden so zu Versuchskaninchen degradiert. Das ist
nicht nur provokant sondern auch in höchstem Maße unprofessionell",
so Grünewald.

Dass all diese Fehlentscheidungen noch dazu mitten im laufenden
Hochschuldialog getroffen werden ist für Grünewald besonders
unverständlich. "Während ExpertInnen engagiert über Möglichkeiten zur
Erhöhung der Treffsicherheit der Studienwahl diskutieren, kocht
Ministerin Karl ihr eigenes Süppchen. Ich halte das für einen
schlechten Stil, außerhalb des Dialogs nahezu wöchentlich Luftballone
zu starten und die TeilnehmerInnen des Dialogs via Medien zu
informieren. Noch mehr derartige Aktionen und ich verstehe, wenn
selbst treue VerfechterInnen des Dialogs überlegen, diesem den Rücken
zu kehren", so Grünewald.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0209 2010-04-30 12:13 301213 Apr 10 FMB0002 0355



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