- 29.04.2010, 13:13:34
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Tag der Arbeitslosen: Arbeitslosigkeit und Armut gehen Hand in Hand
609 Euro Notstandshilfe: Realität in Niederösterreich
Wien (OTS) - Der "Tag der Arbeitslosen" am 30. April gibt wenig
Anlass zum Feiern. ArbeitslosengeldbezieherInnen in Niederösterreich
bekamen 2009 im Durchschnitt 813 Euro monatlich.
NotstandshilfebezieherInnen sogar nur 609 Euro. "Damit liegen sie
unter der Armutsgefährdungsgrenze von 951 Euro monatlich. Das
Arbeitslosengeld muss auf 70 Prozent des Nettogehalts angehoben
werden, die jetzigen 55 Prozent sind inakzeptabel. Österreich hinkt
hier hinterher", erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.
In Niederösterreich waren im Jahr 2009 im Durchschnitt 43.790
Menschen arbeitslos gemeldet. Dazu kamen 10.163 in Schulungen. Im
Schnitt belief sich das Arbeitslosengeld auf 813 Euro monatlich und
liegt damit unter der Armutsgefährdungsgrenze* von 951 Euro. Ein
genauer Blick auf beispielsweise den September 2009 zeigt, dass sich
73,3 Prozent der ArbeitslosengeldbezieherInnen unter der
Armutsgefährdungsgrenze von 951 Euro befanden. Arbeitslosigkeit und
Armutsgefährdung gehen immer noch Hand in Hand. "Ich werde nicht
müde, eine Anhebung des Arbeitslosengeldes zu fordern und bin erst
zufrieden, wenn eine Annäherung an die in Europa durchschnittlichen
70 Prozent des letzten Nettogehalts erreicht ist. Österreich ist
eines der Schlusslichter in Europa", sagt AKNÖ-Präsident Haneder.
"Unter diesen Bedingungen ist es sehr schwierig über die Runden zu
kommen. Wenn man in so einer Situation keinen Rückhalt in der Familie
oder durch Freunde hat, ist man stark armutsgefährdet", sagt Haneder.
"Schon in Haushalten mit nur einem arbeitslosen Menschen steigt die
Armutsgefährdungsquote sprunghaft auf 35 Prozent an, lebt eine
langzeitarbeitslose Person im Haushalt, sind sogar 41 Prozent dieser
Haushalte armutsgefährdet", weiß AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Claudia
Tschernutter.
NotstandshilfebezieherInnen in Niederösterreich bekamen 2009 im
Durchschnitt 609 Euro monatlich. Besonders gering war der
Notstandshilfebezug von Frauen - sie bekamen im Schnitt nur 516 Euro
monatlich. "Darüber hinaus bekamen im September 2009 in
Niederösterreich rund 630 Frauen wegen der Anrechnung des
Partnereinkommens gar keine Notstandshilfe. Männer sind mit 669 Euro
Notstandshilfe im Schnitt zwar nicht gut dran, aber doch etwas
besser. Hier macht sich der große Unterschied zwischen Männer- und
Fraueneinkommen bemerkbar. Niedrige Fraueneinkommen bedeuten weniger
Arbeitslosengeld und später weniger Pension", sagt
Sozialrechtsexpertin, Mag. Silvia Feuchtl. Insgesamt kam es im
vergangenen Jahr wegen Anrechnung des Partnereinkommens zu 3.148
Ablehnungen bzw. zur Einstellung des Bezugs von Notstandshilfe in
Niederösterreich. Betroffen waren in 85,8 Prozent der Fälle Frauen.
Eine scharfe Absage erteilt der AKNÖ-Präsident einer allfälligen
Kürzung des Arbeitsmarktbudgets im Zuge der Budgetkonsolidierung.
Absolut positiv seie die Einführung der bedarfsorientierten
Mindestsicherung zu sehen, weil sie einerseits Menschen in
schwierigen sozialen Lagen helfe und andererseits dort die
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund stehe.
* Die Armutsgefährdungsgrenze eines Einpersonenhaushalts liegt bei
951 Euro.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit, Chef vom Dienst
Tel.: (01) 58883-1200
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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