- 29.04.2010, 12:21:29
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Leitl zu Griechenland: "An gemeinsamer EU-Wirtschaftspolitik führt kein Weg mehr vorbei"
WKÖ-Präsident sieht sich in Forderung nach europäischer Ratingagentur bestätigt: "Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen"
Wien (OTS/PWK345) - "An einer Vertiefung der
wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit und der Errichtung einer
europäischen Ratingagentur führt kein Weg vorbei. Das führt der
Beinahe-Staatsbankrott Griechenlands auf dramatische Weise vor
Augen", betont Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. "Die
jetzige Situation ist nicht nur für Griechenland heikel, sondern für
die gesamte Eurozone. Wer eine gemeinsame Währung teilt, den
verbindet ein Schicksal und die lodernde griechische Flamme kann
einen Flächenbrand in der Währungsunion auslösen, wenn jetzt nicht
rasch und umsichtig gehandelt wird."
Abgesehen von der raschen Umsetzung des zugesagten Rettungsplanes
für Griechenland, "die absolut notwendig und geboten ist", müssten
die Weichen so gestellt werden, dass "so etwas in Zukunft erst gar
nicht passieren kann", so Leitl. "Natürlich trägt Griechenland die
Hauptverantwortung für das jetzige Schlamassel. Klar ist aber auch,
dass die EU- und vor allem die Euro-Länder sich künftig
wirtschaftspolitisch viel enger abstimmen müssen als das bisher der
Fall ist." Zudem müssen einmal beschlossene Maßnahmen auch umgesetzt
werden. "Die Geschichte der Währungsunion ist in erster Linie eine
Erfolgsstory, sie ist aber leider auch eine Geschichte gebrochener
Spielregeln. Griechenland ist da nur die Spitze des Eisberges." Eine
striktere Haushaltsüberwachung auf europäischer Ebene sei "ein Muss",
so der WKÖ-Präsident.
Leitl spricht sich zudem einmal mehr für die Errichtung einer
europäischen Ratingagentur aus. "Große internationale Ratingagenturen
haben mit ihrer falschen Einschätzung von Risiken die Finanzkrise mit
ausgelöst. Und nun verschärfen dieselben Ratingagenturen die
griechische Budgetkrise, indem sie die Kreditwürdigkeit trotz der im
Raum stehenden umfassenden Hilfe der EU und des IWF nochmals herunter
stufen. Das ist geradezu eine Einladung an Spekulanten", so Leitl.
Nur eine unabhängige Europäische Ratingagentur, wie sie nun
zunehmend auch in Deutschland und anderen Euro-Ländern gefordert
wird, könne die Chancen und Risiken in Europa seriös einschätzen.
"Das Wohl Europas und die Stabilität des Euro dürfen nicht einzig und
allein vom Urteil amerikanischer Ratingagenturen abhängen. Europa
muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen", so Leitl
abschließend. (SR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
mailto:[email protected]
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