• 29.04.2010, 10:06:48
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Chalupka: Inklusive Bildung hilft allen

Anlässlich des Monitoringausschusses verstärkt Diakonie Forderung nach flächendeckender Umsetzung

Wien (OTS) - "Inklusive Bildung hilft allen Kindern! Jene mit
Behinderungen können sich an den stärkeren orientieren, Kinder ohne
Behinderungen profitieren von den besonderen Lernsituationen, die
geschaffen werden", hält Michael Chalupka/Direktor der Diakonie
Österreich anlässlich der öffentlichen Monitoringausschusssitzung
gestern in Parlament fest. "Projektbasiertes arbeiten, Kleingruppen
und Gegenseitigkeit sind Arbeitsweisen, die heutzutage von jedem
Unternehmen eingefordert werden. Darum ist inklusive Bildung auch für
Kinder ohne Behinderungen unerlässlich."

Noch immer gibt es große Unterschiede in der Bildungspolitik in
Österreich. Laut österreichischem Bildungsbericht sind Chancen nach
wie vor ungleich verteilt, so ist es z.B. für einen Buben in
Vorarlberg 2,4-mal wahrscheinlicher sonderpädagogischen Förderbedarf
erteilt zu bekommen, als für ein Mädchen in der Steiermark. Auch die
Integrationsquoten, die angeben, wie viele Kinder mit
sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam mit anderen SchülerInnen
unterrichtet werden, variieren stark zwischen den Bundesländern (z.B.
in Niederösterreich 32,04 Prozent im Gegensatz zur Steiermark: 82,37
Prozent)

Zudem ist die Möglichkeit für einen integrativen Schulbesuch für
Kinder mit Behinderungen derzeit per Gesetz nur bis zur achten
Schulstufe möglich - viele Kinder müssen dann, um wenigstens noch
einige wenige Jahre Bildung erfahren zu können, nach der integrativen
Schule in die Sonderschule wechseln. "Dass nur mit einem solchen
Wechsel Bildung für Kinder mit Behinderungen möglich ist, ist
beschämend für Österreich", so Chalupka. "Der Wechsel zu inklusiven
Schulen muss so schnell wie möglich vollzogen werden - jedes
verlorene Jahr ist auch ein verlorenes Jahr für alle unsere Kinder!"

Chalupka abschließend: "Würde Bildung in Österreich inklusiv
gestaltet werden, würden alle Menschen in Österreich davon
profitieren. Zusätzlich könnte man sich danach
Sensibilisierungsprogramme sparen, denn die Sensibilisierung hätte
bereits im Kindesalter begonnen."

Rückfragehinweis:

Mag. Bettina Klinger/Leitung Kommunikation
   Diakonie Österreich
   Tel: (+43) 1 409 80 01-14
   Mobil: (+43) 664 314 93 95
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.diakonie.at

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