• 25.04.2010, 09:00:32
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"trend": Immofinanz-Aktionäre werden einen Teil des Schadens ersetzt bekommen

Im Constantia-Immofinanz-Skandal soll es im Mai endgültig zu einem Vergleich kommen. Geschädigte Aktionäre sollen 160 Millionen Barzahlung bekommen.

Wien (OTS) - Nach über einem Jahr ohne Einigung im Skandal rund um
Constantia Privatbank und Immofinanz-Gruppe scheint nun ein Ende des
Feilschens in Sicht. Im Mai soll ein Vergleich zwischen
Immofinanz-Boss Eduard Zehetner, Turnauer-Erbin Christine de
Castelbajac, die für einen Großteil des Schadens haftet, und den
Banken, von denen die Constantia 2008 aufgefangen wurde,
unterschrieben werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in
seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Die von der Constantia Privatbank übrig gebliebene Bad Bank, die
heute unter dem Namen Aviso Zeta firmiert, wird die Immofinanz-Gruppe
für maximal 500.000 Euro Kaufpreis erhalten. Gleichzeitig muss
Zehetner alle Forderungen gegenüber der Aviso Zeta nachrangig
stellen. Darunter auch 250 Millionen Euro, die angeblich durch
falsche Verrechnungen in der Ära seines Vorgängers Karl Petrikovics
zum Schaden der Anleger in die Bank geschaufelt wurden.
Zudem muss Zehetner 48 Millionen an ausständigen Managementgebühren
nachzahlen. Die Aviso benötigt dieses Geld, um ausgeborgte Liquidität
in Höhe von rund 100 Millionen zurückführen zu können. Ein Teil soll
aus der Eintreibung von Krediten der wenigen verbliebenen Kunden
kommen: Das sind die "Österreich"-Chefs Wolfgang und Helmuth Fellner,
Ex-Werber Hans Schmid und Stiftungen der Familie Turnauer.
Klingt alles nicht sehr attraktiv für die Immofinanz-Gruppe. Aber:
Die Aviso Zeta besitzt immerhin auch einiges an Vermögenswerten. Die
sind derzeit für Ansprüche aus allenfalls erfolgreichen
Schadensersatzklagen von Aktionären reserviert. Zehetner kann aber
hoffen, dass am Ende 30 bis 70 Millionen davon übrig bleiben. Dazu
erhält er die Managementverträge für die Immofinanz-Gruppe und
erspart sich so künftig 36 Millionen im Jahr an Gebühren.
Vor allem aber ist die Einigung über die Aviso Zeta die Voraussetzung
für den zweiten Teil der Vereinbarung. Danach wird die Immofinanz von
der Constantia B.V. Holding, die Christine de Castelbajac gehört, 160
Millionen Euro Barzahlung erhalten, dazu 36,3 Millionen
Immoeast-Aktien mit einem aktuellen Wert von 170 Millionen - sowie
zirka 50 Millionen an sonstigem Vermögen. Die insgesamt 380 Millionen
dienen als teilweise Wiedergutmachung für jene 512 Millionen, die
Petrikovics verzockt hat.
Dafür wird die Aviso, sollte sie zu Schadensersatz verurteilt werden,
keine Regressklagen gegen Christine de Castelbajac führen.
Die Investorengruppe von Rechtsanwalt Rudolf Fries bekommt 136
Millionen Euro Cash von der Constantia B.V. Dafür verzichtet Fries
auf eine Put-Option gegenüber Castelbajac für 56 Millionen
Immofinanz-Aktien, die er Petrikovics für 390 Millionen abgenommen
hat. Die Fries-Gruppe behält nun das Aktienpaket. Wert im Moment:
rund 175 Millionen. Um ohne Verlust auszusteigen, braucht sie eine
Kurssteigerung um nochmals 1,50 Euro.

Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402

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