- 22.04.2010, 12:19:10
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EU fordert mehr Hilfe für Entwicklungsländer: Österreich braucht Aktionsplan
Wien (OTS) - Ruth Picker, Geschäftsführerin der AG Globale
Verantwortung, begrüßte den 12 Punkte umfassenden EU-Aktionsplan, der
gestern von der Europäischen Kommission präsentiert wurde und der
verbindliche Fortschritte für die Erreichung der
UN-Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) von den Mitgliedsstaaten
einfordert: "Die EU hat eine unmissverständliche Vorgabe gemacht. Um
bis 2015 die zugesagten 0,7% des BNE zu erreichen, muss jetzt auch
Außenminister Spindelegger einen konkreten Aktionsplan vorlegen.
Österreichs Beitrag zur internationalen Armutsbekämpfung ist mit
derzeit 0.3 Prozent des Bruttonationaleinkommens definitiv zu niedrig
und darauf angelegt, die internationalen Ziele haushoch zu
verfehlen."
Die Millenniumsentwicklungsziele seien nach wie vor erreichbar,
wenn der politische Wille da ist und die notwendigen finanziellen
Anstrengungen unternommen werden, erklärte dazu
EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs. Ähnlich hatte sich
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon kürzlich in Wien geäußert:
"If and where there is political will, these goals can be met.
Austria has a special responsibility to play a role".
Picker verwies auf den gestiegenen Bedarf der Menschen in den
Entwicklungsländern durch die Wirtschafts- und Klimakrise. "Bereits
erzielte Erfolge in der Armutsbekämpfung drohen zunichte gemacht zu
werden. Eine Milliarde Frauen, Kinder und Männer hungern und haben
weder sauberes Trinkwasser noch medizinische Grundversorgung.
Speziell in den Ländern südlich der Sahara ist die Lage fatal.
Österreich muss seine Beiträge zu internationaler Solidarität endlich
steigern.".
Bereits im Vorjahr sind die österreichischen Ausgaben für
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe um rund 30 Prozent
zurückgegangen. Österreich verzeichnet damit - entgegen den
EU-Vereinbarungen - eine rückläufige Tendenz und rangiert unter den
EU-15 bei den Schlusslichtern Italien, Griechenland und Portugal.
Ruth Picker ergänzend: "Außenminister Spindelegger bringt die
internationale Reputation Österreichs in Gefahr. Ein Land, das
Ambitionen auf einen Sitz im UN-Menschenrechtsbeirat hat, kann nicht
gleichzeitig seine internationalen Verantwortungen dermaßen
missachten. Österreich als glaubwürdiger Partner in der
internationalen Gemeinschaft ist gefordert, vorne mit dabei zu sein -
nicht nur bei den Lippenbekenntnissen, sondern bei einem konkreten
Fahrplan zur Umsetzung der Ziele für internationale
Armutsbekämpfung!"
Link zum Aktionsplan: http://europa.eu/press_room/index_en.htm
Die Dachorganisation GLOBALE VERANTWORTUNG - Arbeitsgemeinschaft
für Entwicklung und Humanitäre Hilfe vertritt national und
international die Interessen von derzeit 43 österreichischen
Nichtregierungsorganisationen, die in den Bereichen
Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische Inlandsarbeit,
Humanitäre Hilfe sowie nachhaltige globale wirtschaftliche, soziale
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Rückfragehinweis:
Mag.a Katharina Katzer, Tel. 01/522 44 22-15, Mobil: 0650/922 94 54 Mail: [email protected]
Web: www.globaleverantwortung.at
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