OTS0134   21. Apr. 2010, 11:38

ÖVAG schafft Turnaround 2010 nach schwierigem Jahr 2009 - BILD

Wenzel: Haben solide Kapitalbasis und sind somit ein interessanter und starker Partner


Bilanz PK Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) und Volksbank Primärstufe vergrößern

BILD zu OTS - V.l.n.r. DDr. Hans Hofinger (ÖGV Vorstandsvorsitzender, Verbandsanwalt und Sprecher der Volksbank Primärstufe) und Mag. Gerald Wenzel (Generaldirektor der ÖVAG)

Die Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) hat heute,
Mittwoch, im Zuge ihrer Bilanzpressekonferenz das Konzern-Ergebnis
für 2009 präsentiert. Demnach konnte mit EUR 405 Mio. das beste
operative Ergebnis der Geschichte der Bank verbucht werden. Erhöhte
Risikovorsorgen sowie Abwertungen bei Immobilien und Beteiligungen
führten allerdings zu einem Jahresergebnis in Höhe von EUR -943,5
Mio. vor Steuern. "Das abgelaufene Jahr war für unseren Konzern das
mit Sicherheit schwierigste, doch wir konnten diesen Negativtrend
stoppen, haben die Bank stabilisiert und laut einer ersten Vorschau
im Q 1 2010 den Turnaround auf Konzernebene geschafft", so
ÖVAG-Generaldirektor Gerald Wenzel.

Gerald Wenzel ist seit 1. Mai 2009 in der Funktion des
Generaldirektors für die ÖVAG verantwortlich und hat seither
konsequente Maßnahmen zur positiven Entwicklung des Konzerns gesetzt.
Für die strategischen Geschäftsfelder des Konzerns - Unternehmen,
Retail und Leasing, Immobilien und Financial Markets - in Österreich
und den CEE-Staaten, waren 2009 aufgrund der massiven Auswirkungen
der Finanzkrise teils einschneidende Änderungen der Segmentstrategien
notwendig. Wenzel: "Hier sind wir unserer Überzeugung gefolgt und
haben 'tabula rasa' gemacht; d.h. wir haben uns auf unser
Kerngeschäft besonnen, um den Weg für eine gute Entwicklung im Jahr
2010 frei zu machen."

Mit der Zusammenlegung der IT Systeme sowie von Stabs- und
Servicebereichen der Investkredit und der ÖVAG konnte 2009 der
Grundstein zur Hebung von mannigfaltigen Synergien gelegt werden.
Eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes hat bereits 2009 zu
Einsparungen in Höhe von EUR 64,1 Mio. geführt. Zudem wurde das
Projekt Regio - der Verkauf von Retailbanken an die Volksbank
Primärstufe (VB Wien, Ärztebank, Immo-Bank sowie in weiterer Folge
2010 VB Linz-Mühlviertel) - realisiert.

Geschäftsfelder 2009 im Überblick

Retail (VBI & Leasing): Die Strategie, die Märkte in den CEE
Staaten mit moderatem und hauptsächlich organischem Wachstum zu
bearbeiten, hat sich bewährt. Die VBI erwirtschaftete 2009 einen
Gewinn von EUR 47,5 Mio. Wenzel: "Die Volksbank International ist und
bleibt eine strategische Säule unseres Konzerns. Es gibt keine
Planung die eine Abgabe unserer CEE-Tochter vorsieht." Das
Leasing-Geschäft hat sich sowohl national als auch international gut
entwickelt und einen Gewinn von EUR 5,3 Mio. erwirtschaftet.

Unternehmen: Für das Jahr 2009 zeigt sich ganz klar: Das
österreichische Kernkundengeschäft ist erfreulich stabil - auch in
der Investkredit. Probleme wurden durch die offensive CEE-Expansion
vor der Krise verursacht. Wenzel: "Somit war klar, dass wir uns neu
ausrichten müssen und daher haben wir unrentable Repräsentanzen der
IK noch 2009 geschlossen. Mit den bestehenden IK-Repräsentanzen in
Tschechien und Polen werden wir 2010 wieder Neugeschäft machen."

Financial Markets: Im Jahr 2009 wurde ein
Konzern-Rekord-Handelsergebnis von EUR 120,7 Mio. erreicht. Wenzel:
"Dieses Ergebnis ist kundengetrieben und nicht spekulationsbedingt."

Immobilien: 2009 waren aufgrund der Marktsituation die
Geschäftsmöglichkeiten sehr reduziert. Wenzel: "Wir haben uns zu
einer Redimensionierung und einer Konzentration auf das Kerngeschäft
entschlossen. Immobilien-Assetts zu halten ist nicht unser
Kerngeschäft. Bei der Europolis prüfen wir daher einen eventuellen
Verkauf."

Geschäftsverlauf

Die ÖVAG hat im Geschäftsjahr 2009 trotz Entspannung auf den Geld-
und Kapitalmärkten besonders hohes Augenmerk auf die Versorgung mit
Liquidität und Kapital gelegt, um so zum einen die Kunden ausreichend
mit Liquidität versorgen zu können und zum anderen die
Kapitalausstattung auf eine solide Basis zu stellen.

Dennoch war das Geschäftsjahr 2009 von zahlreichen negativen
Ereignissen geprägt. Hohe Vorsorgen für Kreditrisiken mussten
gebildet werden. Darüber hinaus schlägt sich die negative Entwicklung
auf den Immobilienmärkten mit deutlichen Abschlägen in den
Wertansätzen in der Bilanz nieder. Letztlich führten auch
Neubewertungen im Wertpapier- und Beteiligungsportfolio des ÖVAG
Konzerns zu hohen Abschreibungen.

Weiters war im inländischen Firmenkundengeschäft eine deutlich
gebremste Kreditnachfrage festzustellen, da viele Unternehmen
Investitionen in die Zukunft verschoben und bereits vergebene Kredite
verzögerten oder nicht mehr zur Gänze ausschöpften. Dies hat zur
Folge, dass auch das Zinsergebnis im Segment Unternehmen mit EUR 137
Mio. den Vorjahreswert um EUR 34 Mio. verfehlt.

Das Ergebnis im Provisionsüberschuss konnte nicht auf dem Niveau
von 2008 gehalten werden. Im Berichtszeitraum ist ein Minus von EUR
35 Mio. gegenüber dem Jahr zuvor zu verzeichnen. Diese Entwicklung
ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Aufgrund der deutlich
gesunkenen Nachfrage nach neuen Krediten gingen die Provisionen aus
dem Kreditgeschäft von EUR 39 Mio. auf EUR 33 Mio. zurück. Die
bewusste Reduktion von Krediten in fremder Währung als Teil einer den
Märkten angepassten Risikostrategie führte zu einem Sinken des
Überschusses aus dem Wechselkursgeschäft von EUR 34 Mio. auf EUR 17
Mio. Letztlich führte auch die geringere Kundennachfrage nach
Wertpapierdienstleistungen 2009 zu einem um EUR 7 Mio. geringeren
Ergebnis.

Das Handelsergebnis konnte verbessert werden und lag um EUR 79
Mio. über dem Ergebnis 2008. Verantwortlich für die überaus positive
Entwicklung waren der erfolgreiche Vertrieb von Neuemissionen, das
Ausnützen von Volatilitäten im Zusammenhang mit Spread-Ausweitungen
und das rechtzeitige Hedgen von Swap-Positionen. Die
durchschnittliche Auslastung des Handelsbuch-Limits lag 2009 bei 55
%. Dies ist Zeichen einer sehr konservativen Risikostrategie des ÖVAG
Konzerns.

Die Verwaltungsaufwendungen von EUR 560 Mio. weisen im
Jahresabstand einen Rückgang von EUR 64 Mio. auf, was die Effizienz
der gestarteten Kostensenkungsprogramme belegt. Im Bereich der
Sachkosten sowie der Personalkosten wurden EUR 33 Mio. bzw. EUR 31
Mio. gegenüber 2008 eingespart. Der Personalstand in Österreich
(bereinigt um die Zahl der Mitarbeiter, die 2008 in den verkauften
Retailbanken im Inland beschäftigt waren) verringerte sich seit dem
Jahresultimo von 1.535 auf 1.467 Mitarbeiter. Im Ausland wurde eine
Optimierung des Vertriebsnetzes insbesondere in der Ukraine
vorgenommen. Ein Rückgang der Beschäftigten im Ausland von 6.846
Mitarbeiter auf 6.390 fand primär dort statt. Insgesamt betreuten zum
Jahresende 2009 (ohne Mitarbeiter der verkauften Retailbanken im
Inland) 7.857 Mitarbeiter über 584 Vertriebsstellen im In- und
Ausland die Kunden des ÖVAG Konzerns.

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft schlagen
sich sehr deutlich in der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft
nieder. Die Risikovorsorgen wurden auf EUR -863 Mio. angehoben. Die
größten Steigerungen gab es dabei im Segment Unternehmen, wo sich die
Risikovorsorgen auf EUR -383 Mio. beliefen. Bei den CEE-Banken
stiegen die Vorsorgen auf EUR -175 Mio. und im Segment Immobilien auf
EUR -169 Mio.

Bilanz und Eigenmittel

Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2009 EUR 48,1 Mrd.
Bereinigt um die Bilanzwerte der verkauften Retailbanken (inkl.
Volksbank Linz-Mühlviertel rGmbh) bedeutet das einen Rückgang
gegenüber dem 31. Dezember 2008 von EUR 3,0 Mrd. bzw. 6,0 %.

Der Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von EUR
-1,3 Mrd. konnte durch einen Anstieg bei den verbrieften
Verbindlichkeiten (primär mit staatlicher Garantie) mit einem
Nettozuwachs von EUR 2,4 Mrd. überkompensiert werden, sodass sich die
ÖVAG in einer ausgezeichneten Liquiditätssituation befindet.

Die bankrechtlichen Eigenmittel des ÖVAG Konzerns betrugen zum 31.
Dezember 2009 EUR 3,7 Mrd. Die Kernkapitalquote (Verhältnis
Kernkapital zur Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko) betrug 10
%, bezogen auf das Gesamtrisiko betrug die Kernkapitalquote 9,2 %.
Die Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko lag bei 12,5 %. Die
vorhandenen Eigenmittel überstiegen das regulatorische Erfordernis um
mehr als EUR 1,3 Mrd. bzw. 56 %. Mit diesen Kennzahlen verfügt der
ÖVAG Konzern über eine hervorragende Eigenmittelausstattung

ÖVAG Partnersuche: Suchen bewusst jemanden, der zu uns passt

Auch die ÖVAG hat 2009 - sowie fast alle großen Banken des Landes
- die von der Republik Österreich angebotenen Eigenkapital stärkenden
Maßnahmen in Höhe von EUR 1 Mrd. in Anspruch genommen und der
Republik Partizipationskapital zur Zeichnung angeboten, ohne dabei
die Anteile der bestehenden Aktionäre zu verwässern. Gerald Wenzel:
"Aus unserem Selbstverständnis heraus ist es nun unser wichtigstes
Anliegen, der Republik und damit dem österreichischen Steuerzahler
das Partizipationskapital so rasch als möglich zurückzuzahlen.
Deshalb evaluieren wir derzeit zügig mögliche strategische
Partnerschaften. Wir suchen bewusst jemanden der zu uns passt. Wir
sind auf der Suche nach der besten Lösung und machen keinen
Schnellschuss. Der Prozess der Partnersuche läuft seit Wochen sehr
intensiv und es gibt eine Reihe von Interessenten. Mit einigen dieser
potentiellen Partnern werden derzeit vertiefende Gespräche geführt,
um gemeinsam Zukunftsszenarien zu entwickeln."

Wichtigste Kennzahlen des ÖVAG Konzernabschluss 2009:

  • Jahresergebnis vor Steuern: -943,5 Mio. Euro
  • Jahresergebnis nach Steuern: -1.123 Mio. Euro
  • Bilanzsumme: 48,1 Mrd. Euro
  • Forderungen an Kunden: 24,2 Mrd. Euro
  • bankrechtliche Eigenmittel: 3,7 Mrd. Euro
  • Tier I Ratio: 10,0 %
  • Eigenmittelquote: 12,5 %
  • Eigenmittelüberschuss: 1.321 Mrd. Euro
  • Zinsüberschuss: 424,2 Mio. Euro
  • 7.857 MitarbeiterInnen
  • 584 Vertriebsstellen

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201004&e=20100421_v&a=event

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OTS0134 2010-04-21 11:38 211138 Apr 10 VBF0001 1362



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