• 20.04.2010, 12:30:03
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Heinisch-Hosek: Familienpolitik steht vor großen Herausforderungen

Für Lebensgemeinschaften Informationspflicht über gemeinsame Obsorge einführen

Wien (OTS/SK) - "Die Familienpolitik steht vor großen
Herausforderungen in puncto Familie, Zusammenleben, Partnerschaft und
Elternschaft", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am
Dienstag bei der SPÖ-Enquete und "Österreich 2020"-Veranstaltung
"Vielfalt & Verantwortung - Moderne Formen des Zusammenlebens". Die
Ministerin betonte, dass es neben dem "traditionellen" Familienmodell
auch "neue" Formen des Zusammenlebens gibt und deshalb darüber
diskutiert werden müsse. Viele Paare leben in einer
Lebensgemeinschaft und im Gegensatz zur Ehe gebe es keinen
rechtlichen Rahmen für Ansprüche auf Unterhalt, Pension oder auf die
gemeinsame Wohnung - auch im Fall von gemeinsamen Kindern. Es brauche
eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber, ob aus eheähnlichen
Lebensgemeinschaften ebenso Ansprüche entstehen sollten, so die
Ministerin. ****

Scheidungen und Trennungen seien immer mit einem großen Risiko- und
Konfliktpotenzial verbunden. "Meist sind es Frauen, die mit einem
finanziellen Risiko konfrontiert sind", betonte die Ministerin. Fakt
ist nämlich, dass die deutliche Mehrheit der armutsbetroffenen und
gefährdeten Personen Frauen sind, so Heinisch-Hosek weiter.

Beim Thema "Scheidung" dürfe die Diskussion über die Obsorge nicht
vergessen werden, so die Ministerin. Wenn man sich die Anzahl der
männlichen Kindergeldbezieher, die bei unter fünf Prozent oder die
Teilzeitquoten (Frauen: 43 Prozent, Männer 8,7 Prozent) anschaue,
"wird schnell klar, wer sich vorwiegend um die Kinder in der Familie
kümmert", sagte Heinisch-Hosek. Ein wichtiges Ziel sei daher, die
Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung zu erhöhen.

Das soll bereits in aufrechter Ehe und Lebensgemeinschaft geschehen
und natürlich auch danach, betonte die Ministerin. Sie wies auch
darauf hin, dass seit 2001 die Möglichkeit besteht, die gemeinsame
Obsorge in Lebensgemeinschaften zu beantragen. Viele Eltern seien
darüber aber nicht informiert. Heinisch-Hosek appellierte daher, eine
Informationspflicht für die Eltern bei der Anmeldung des Kindes
einzuführen. "Mütter und Väter sollen wissen, dass sie die gemeinsame
Obsorge in einer Lebenspartnerschaft beantragen müssen, wenn sie das
wollen", so die Ministerin abschließend. (Schluss) rb

Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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