• 17.04.2010, 14:02:55
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Musiol zu Auslandsadoptionen: Amerikanerin retourniert Kind per Luftpost nach Russland

"Kämpfe für gemeinsame Lösung und Rechtssicherheit in Österreich"

Wien (OTS) - Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, nimmt
einen internationalen Fall zum Anlass, wieder "Rechtssicherheit für
adoptionswillige Eltern und schutzbedürtige Kinder" einzufordern. Der
aktuelle Fall, wonach laut internationaler Medienberichte eine
amerikanische Mutter aus Tennessee ein aus Russland stammendes
7-jähriges Adoptivkind allein ins Flugzeug gesetzt und nach Moskau
zurückgeschickt hat, hat die Wellen zwischen den USA und Russland
hochgehen lassen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew nannte den
Vorfall "eine ungeheurliche Tat". Die Mutter hatte das Kind erst vor
sechs Monaten adoptiert. In einem Brief, den sie dem Kind mitgab,
schrieb sie, dass sie den Buben nicht mehr wolle, weil er schwierig
sei, wahrscheinlich psychisch krank und dass das Waisenhaus, wo sie
ihn geholt hatte, nicht die Wahrheit über das Kind gesagt habe. Die
russischen Behörden und der Kinderrechtsbeauftragte weisen diese
Darstellung der Mutter zurück.

Die Mutter bat auch in diesem Brief angeblich die russischen
Behörden, die Adoption rückgängig zu machen. "Es geht doch nicht,
dass man ein Kind wie eine Ware zurückgibt, weil sie einem nicht
gefällt", sagt Musiol, "wenn es so wie kolportiert wird stattgefunden
hat, dann ist das wie die Retournierung einer Ware per Luftpost. Das
ist verantwortungslos". Dieser Vorfall reihe sich - nach Haiti und
die dortige "Entführung" von Kindern zum Zwecke der Zuführung zur
Adoption - in eine beunruhigende Anzahl von Fällen ein, sagt die
Grüne. Abgesehen davon, dass es juristisch hochsensibel sei - das
Kind ist inzwischen amerikanischer Staatsbürger - zeige der Vorfall,
wie wichtig einheitliche Regelungen zu Auslandsadoptionen auch auf
internationaler Ebene seien. Musiol: "Auch in Österreich fehlt es an
ausreichender Nachbetreuung für Adoptionsfamilien und kann es Fälle
geben, bei denen die Vorgänge im Herkunftsland des Kindes nicht
ausreichend geklärt sind. Dieser Misstand gehört behoben. Auch
Österreich braucht einheitliche und klare Regelungen für
Auslandsadoptionen, wie ich nicht müde werde zu fordern".

Gleichzeitig seien schon Schritte eingeleitet worden, um die offenen
Fragen inhatlich konkret zu klären, sagt Musiol. "Neben vielen
anderen wichtigen Personen haben auch VertreterInnen der
Regierungsparteien letzte Woche an einem parteiübergreifenden
ExpertInnentreffen teilgenommen, das ich organisiert habe", sagt
Musiol und ergänzt: " Dieses Treffen lässt hoffen, dass den
Verantwortlichen Handlungsbedarf bewusst ist, um Rechtssicherheit für
adoptionswillige Eltern und vor allem die Kinder zu erreichen. Die
Gespräche werden fortgesetzt um eine gemeinsame Lösung zu finden,
abseits des parteipolitischen Gezänks. "Dieses Thema verdient eine
gemeinsame und parteiübergreifende Lösung, die nicht nur das
Juristische regelt und Rechtssicherheit schafft, sondern auch das
Wohl des Kindes und die Interessen der Eltern schützt. Dafür werde
ich weiterkämpfen", sagt Musiol.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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