• 17.04.2010, 09:30:11
  • /
  • OTS0019 OTW0019

Marek: Beherrschen der deutschen Sprache ist Schlüssel zur Integration

Staatssekretärin Marek beim Abschlussfest des Projekts "Chai"

Wien (OTS/BMWFJ) - "Die Bereitschaft zur Integration ist viel
größer, als viele glauben, und dazu gehört vor allem die Beherrschung
der deutschen Sprache und Kenntnisse über Gepflogenheiten und Kultur.
Frauen und Mütter spielen bei der Vermittlung der Sprache an die
Kinder eine besonders tragende Rolle, und daher ist es wichtig, dass
sie zunächst einmal selbst Deutsch lernen", betonte Christine Marek,
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und
Jugend, am Freitag beim Abschlussfest des "Chai"-Projektes, das das
Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Muslimischen Jugend
Österreich (MJÖ) und den Jungen Musliminnen Österreich (JMÖ)
durchgeführt hat. In dessen Rahmen haben sich Gruppen einmal in der
Woche abwechselnd in der Wohnung einer der Teilnehmerinnen bei einer
gemütlichen Chai (Tee-Runde) gemeinsam mit einer Coachin der MJÖ/JMÖ
getroffen, um einerseits über ihren Alltag, andererseits über
Wissenswertes zur besseren Bewältigung des Alltags zu reden. Dabei
durfte nur Deutsch gesprochen werden.

"Projekte wie Chai oder das vorangegangene Projekt Fatima zeigen
uns, dass die aktive Beteiligung von Frauen am gesellschaftlichen,
kulturellen und wirtschaftlichen Leben auch ein großes Anliegen der
muslimischen Frauen selbst ist. Viele muslimische Stimmen, wie die
der Muslimischen Jugend Österreich und der Jungen Musliminnen sorgen
dafür, dass mehr Muslime und Musliminnen beruflich und
gesellschaftlich verankert sind und damit ihren Beitrag zum
Zusammenleben in Österreich leisten", so Marek weiter. Es gehe darum,
nicht einfach nebeneinander in Ghettos zu leben. Es müsse besser
gelingen, miteinander in Beziehung zu treten, betonte die
Staatssekretärin.

Vielfalt ist etwas Positives und eine Chance

Ausdrücklich sprach sich Marek "für einen respektvollen Umgang der
gegenseitigen Werte und Traditionen" aus, zumal Integration für sie
stets einen zweiseitigen Prozess bedeute: "Die Vielfalt ist eine
Chance, und wenn verschiedenste Kulturen zusammen kommen, zusammen
leben, dann ergibt das immer eine Bereicherung." Eine klare Absage
gab es daher für all jene, "die in der politischen Auseinandersetzung
nur das Ziel verfolgen, Menschen gegeneinander auszuspielen, um damit
politisches Kleingeld zu wechseln". Viel mehr seien, so die
Staatssekretärin, gegenseitige Kontakte und ein intensiver Dialog und
Austausch wichtig. Denn nur gemeinsam sei es möglich, Antworten auf
die in der Öffentlichkeit diskutierten Fragen zu finden.

Man müsse Integrationsdefizite möglichst früh abbauen und dafür
sorgen, dass die Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die
Schule kommen. Das verpflichtende Kindergartenjahr leiste hier einen
wichtigen Beitrag. "Ohne die Beherrschung der deutschen Sprache
kommen die Kinder in der Schule nicht mit und somit nur zu
unterdurchschnittlichen Bildungsabschlüssen. Außerdem bremsen Kinder
mit Sprachdefiziten die gesamte Klasse, erhalten noch schwerer einen
Ausbildungsplatz und nur minderwertige Arbeitsplätze. So entsteht aus
mangelnder Integration ein Teufelskreis, der in sehr vielen Fällen
zur Ausgrenzung führt", mahnte Marek.

Projekt soll weitergeführt werden

Abschließend kündigte Marek an, dass das Bundesministerium für
Wirtschaft, Familie und Jugend sich aktiv an der Weiterentwicklung
des Projekts "Chai" und an der Suche von Ausweitungsmöglichkeiten
gemeinsam mit der Muslimischen Jugend Österreich und den Jungen
Musliminnen Österreich beteiligen werde. Das Projekt habe den
Menschen das Gefühl gegeben, dass sie mit ihren Problemen
wahrgenommen und auf gleicher Augenhöhe angenommen werden. Ziel sei
es, ein niederschwelliges Angebot flächendeckend in Österreich
einzurichten und als offizielles Deutsch-Ausbildungsprogramm
anerkannt zu werden. "Chai ist im ureigensten Sinn ein Versuch, weg
zu kommen von traditionellen Sprachkursen und unter besonderer
Wertschätzung der verschiedensten Kulturkreise die Frauen dort
'abzuholen' wo sie sind, nämlich bei sich zu Hause. Damit ist Chai
nicht nur ein Sprachkurs sondern eine Weiterbildungsmaßnahme die ganz
besonders auf die individuellen Lebenssituationen der Frauen und ihre
Bedürfnisse eingeht", sagte die Staatssekretärin, die als Höhepunkt
der Veranstaltung den Teilnehmerinnen abschließend die Zertifikate
für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Projekt übergab.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft,Familie und Jugend
   Staatssekretariat: DI (FH) Lukas Pohl
   Tel.: +43 (01) 711 00-5838
   
   Presseabteilung: Dr. Harald Hoyer
   +43 (01) 711 00-2058
   [email protected]
   www.bmwfj.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel