• 16.04.2010, 11:52:20
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FVMI: Österreich gehört bei den Tankstellenmargen europaweit zu den Schlusslichtern

Tankstellenmarkt: 86 Tankstellen weniger in Österreich als 2008

Wien (OTS) - Trotz gestiegener Preise lässt sich in Europa mit
Treibstoff fast nirgendwo so wenig verdienen wie in Österreich. Das
beweisen auch dieses Jahr wieder die Veröffentlichungen aus der
internationalen Studie von Wood Mackenzie beim europaweiten Vergleich
der Tankstellenmargen. Allen Unkenrufen zum Trotz bleiben für die
Mineralölunternehmen auch bei international steigenden Preisen die
Margen gering. Ein Indiz für die geringen Margen ist im Zusammenhang
mit dem abnehmenden Treibstoffverbrauch auch die neuerlich gesunkene
Anzahl an Tankstellen zum Jahresende 2009. Dieser Abwärtstrend setzt
sich seit 2002 ungebrochen fort und schlägt sich 2009 mit einem Minus
von 86 Tankstellen nieder.

Der internationale Vergleich der Tankstellenmargen von Wood
Mackenzie untersuchte laut Berichterstattung die Brutto-Margen in 16
europäischen Ländern, von Finnland bis Portugal. Im neuesten
Ländervergleich für das Jahr 2009 landete Österreich bei Eurosuper
auf dem 14. Platz. Bei den Dieselmargen rangiert Österreich auf dem
15. und somit vorletzten Platz. Insgesamt gesehen sind die
Brutto-Tankstellenmargen, die nicht mit dem noch viel geringeren
Gewinn verwechselt werden dürfen, laut Wood Mackenzie-Studie bei Euro
Super lediglich in Schweden (Eurosuper) und in Großbritannien
niedriger, bei Diesel überhaupt nur in Großbritannien niedriger als
in Österreich. Die höchsten Brutto-Margen konnten übrigens für den
norwegischen Tankstellenmarkt erhoben werden, wo diese im Jahr 2009
sowohl bei Eurosuper als auch bei Diesel etwa doppelt so hoch waren
wie in Österreich. Die Grafiken dazu sind unter
http://portal.wko.at/?546330 veröffentlicht.

Treibstoffpreise in Österreich weit unter EU-Durchschnitt

Erst gestern hat der EU-weite Vergleich der Europäischen
Kommission wieder ergeben, dass Österreich bei den Spritpreisen unter
dem EU-Durchschnitt liegt. Eurosuper ist im österreichweiten
Durchschnitt an den Tankstellen um 12,9 Cent und Diesel um 5,1 Cent
pro Liter günstiger als im EU-Durchschnitt. "Die durchschnittlichen
österreichischen Treibstoffpreise liegen im europäischen Mittelfeld
und konstant deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Auch die
Verdienstmöglichkeiten sind im Tankstellengeschäft sehr bescheiden.",
erklärt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der
Mineralölindustrie. "Denn von jedem Liter Treibstoff, den die Kunden
an den Tankstellen bezahlen, gehen heute durchschnittlich 50 Prozent
in Form von Steuern und Abgaben an den Staat. Etwa 42 Prozent beträgt
der Einkaufspreis des Produktes am internationalen Markt. Somit
verbleiben noch rund 8 Prozent, die für den Vertrieb im Inland, das
Marketing, die Verwaltung und Instandhaltung der Tankstellen sowie
die Pächterprovisionen erforderlich sind. Gesamt gesehen bleiben den
Mineralölunternehmen aus dem Treibstoffverkauf an Tankstellen weniger
als ein Cent pro Liter über", erläutert Capek.

Die Studie von Wood Mackenzie beweist wieder einmal mehr, dass die
immergleichen Angriffe gegen die Mineralölunternehmen vollkommen
überzogenen sind. Österreich ist von der internationalen
Marktentwicklung nicht ausgenommen und aufgrund der niedrigen
Tankstellenmargen und des harten Verdrängungswettbewerbs bleiben den
Tankstellenbetreibern auf Dauer gesehen nur wenige
Gestaltungsmöglichkeiten bei den Treibstoffpreisen.

2.716 Tankstellen in Österreich

Die Anzahl aller öffentlich zugänglichen Tankstellen ist 2009
geschrumpft und belief sich auf 2.716. Im Jahr davor gab es mit 2.802
Tankstellen noch 86 Standorte mehr, so die jüngste
Tankstellenstatistik des FVMI zum Stichtag 31. Dezember 2009.
Insbesondere bei den sogenannten Major-branded Tankstellen (AGIP, BP,
ESSO, JET, MOL, OMV/Avanti und SHELL) gab es 2009 gegenüber dem
Vorjahr einen markanten Rückgang um 146 Stationen auf insgesamt 1.663
Tankstellen. Im Vergleich: Ende 2000 gab es in Österreich noch 2.088
Major-branded Tankstellen. Hingegen erhöhte sich die Anzahl der
weiteren Tankstellen im abgelaufenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 60
auf 1.053 Stationen. Für 2000 wies die FVMI-Statistik für diesen
Tankstellenbereich nur 855 Stationen aus.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite
Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als
gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und
Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die
Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren
(midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien
verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

Rückfragehinweis:

Pressestelle Fachverband der Mineralölindustrie
   ikp Wien PR und Lobbying GmbH
   Franz Ramerstorfer
   Liechtensteinstraße 12/10 1090 Wien
   Tel.: +43 1 5247790-27
   Email: [email protected]

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