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HEUTE: Vernissage Olaf Nicolai in der AK Wien, 18.30 Uhr

Kunst im AK-Beratungszentrum: Installation des deutschen Konzeptkünstlers Olaf Nicolai "Warum Frauen gerne Stoffe kaufen, die sich gut anfühlen"

Wien (OTS) - Im Beratungsbereich der Arbeiterkammer Wien (AK)
prangt ein überdimensionaler gewebter Vorhang aus Baumwolle und Seide, sechsteilig, je 20 Quadratmeter groß. Er ist Teil einer Installation des deutschen Konzeptkünstlers Olaf Nicolai. Die Vernissage findet heute, Donnerstag, 15. April 2010, um 18.30 Uhr statt.

Olaf Nicolai gehört zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern Deutschlands. Ausgangspunkt für seine Arbeit ist die Recherche in der Bibliothek der Wiener AK. Angeregt durch die Studie von Paul Lazarsfeld, Marie Jahoda und Hans Zeisel mit dem Titel "Die Arbeitslosen von Marienthal" schuf Nicolai einen gewebten Vorhang von beeindruckender Größe, der an den Niedergang der damaligen Textilindustrie erinnert.

Der Vorhang ist in starken Farben gestaltet. Aufgrund des Irisdruck-Verfahrens sind die Farbübergänge jedoch weich und fließend wie bei einem Regenbogen. Das textile Design-Objekt besticht mit seiner außergewöhnlichen handwerklichen Ausfertigung und haptischen Präsenz.

Der Titel der Installation von Nicolai, "Warum Frauen gerne Stoffe kaufen, die sich gut anfühlen", zitiert eine Studie von Elias Smith aus dem Jahr 1937, die sich mit dem Konsumentenverhalten beim Kauf von Stoffen beschäftigt. Elias Smith ist ein Pseudonym, das der Soziologe Paul Lazarsfeld nach seiner Emigration in die USA benutzte. Zusammen mit Marie Jahoda und Hans Zeisel verfasste er die erste Langzeitstudie über die Folgen von Arbeitslosigkeit im 20. Jahrhundert: "Die Arbeitslosen von Marienthal". Die Studie, die heute als Meilenstein in der Entwicklung der empirischen Sozialforschung gilt, wurde unterstützt und finanziert von der Arbeiterkammer Wien.

Olaf Nicolai, geboren 1962 in Halle an der Saale, ist promovierter Sprachwissenschaftler und dissertierte über die Wiener Gruppe. Mit seinen Arbeiten steht er in der Tradition der Konzeptkunst, die seit 60er-Jahren das Verhältnis von Idee und Bild oder von Idee und Objekt überprüft. Seit Anfang der 90er-Jahre ist er mit Gruppen- und Einzelausstellungen an fast allen wichtigen Orten des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsent (Documenta Kassel 1997, Biennale Venedig 2005). Er erhielt mehrere Stipendien, darunter das der Villa Massimo in Rom und der Villa Aurora in Pacific Palisades LA. Olaf Nicolai lebt und arbeitet in Berlin.

Kuratiert werden die AK KUNSTPROJEKTE vom Kunstbeirat der AK Wien: dieser besteht aus Daniel Baumann (freier Kurator aus Basel und Kritiker für u.a. Spike Art und Camera Austria), Kerstin Engholm (Galeristin, Wien), Verena Formanek (Freie Kuratorin, Senior Projekt Manager, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate) und Maren Lübbke-Tidow (freie Kuratorin aus Berlin und Redakteurin von Camera Austria).

Die Installation von Olaf Nicolai wird bis 20. November 2010 im Wartebereich der AK Wien zu sehen sein, an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr.

Der Wartebereich des AK Wien Beratungszentrums in der Prinz Eugen Straße bietet den temporären AK Kunstprojekten eine Ausstellungsplattform: Von November 2008 bis August 2009 war eine Fotoarbeit mit einer Video-Installation des deutschen Künstlers Thomas Bayrle zu sehen. Von September 2009 bis diesen Monat wurde mit Misha Stroj ein junger österreichischer Künstler vorgestellt.

Vernissage mit Olaf Nicolai: "Warum Frauen gerne Stoffe kaufen, die
sich gut anfühlen"

Datum: 15.4.2010, um 18:30 Uhr

Ort:
AK-Wien Beratungszentrum, Erdgeschoß
Prinz-Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien

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