- 12.04.2010, 12:46:46
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Tumpel: Wo bleiben die Instrumente zur Bekämpfung von Lohndiskriminierung?
Wien (OTS) - Frauen verdienen in Österreich um ein Viertel
weniger. Nirgendwo ist der geschlechtsspezifische
Einkommensunterschied im EU-Vergleich so hoch, außer in Estland (rund
26 Prozent weniger; Bruttostundenverdienste, d.h.
arbeitszeibereinigt). "Seit Jahren beobachten wir diese Entwicklung",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich des morgigen
Equal-Pay-Day und fordert, dass Taten gesetzt werden. Die Ursachen
für die Lohnunterschiede setzen sich aus vielen Faktoren zusammen. Es
beginnt bei der Bildungs- und Berufswahl, der ungleichen Aufteilung
von Betreuungspflichten, der geringeren Bewertung von Tätigkeiten,
die überwiegend von Frauen verrichtet werden sowie der geringeren
Bewertung von Teilzeitarbeit bis hin zu Nachteilen bei den
beruflichen Karrieremöglichkeiten. Die Einkommensschere wird sich nur
dann verringern, wenn auf allen Ebenen ernsthafte Anstrengungen
unternommen werden, um Frauen die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt zu
ermöglichen. Notwendig ist ein Paket aus Maßnahmen, das eine Garantie
auf qualitätsvolle Kinderbetreuung, Sensiblisierung für aber auch ein
wirksames Vorgehen gegen Benachteiligungen vorsieht.
Die AK fordert daher:
+ Förderung bei der Berufs- und Bildungswahl: Mädchen und Burschen
müssen abseits traditioneller Berufs- und Bildungswahl entlang ihrer
Neigungen, Talenten und Interessen besondere Hilfestellung erhalten.
Es muss sich aber auch das Einstellungsverhalten der Betriebe ändern.
+ Transparenz bei Karriere und Einkommen
Lohnunterschiede sind vielfach erst möglich, weil die Entlohnung,
Zulagen, Einstufungen in vielen Betrieben nicht transparent geregelt
ist. Es braucht mehr Transparenz auf betrieblicher Ebene beim
Einkommen und bei Stellenbesetzungen.
+ Förderung der betrieblichen Weiterbildung
Gleiche Chancen auf Weiterbildung für Frauen und Männer. Ein Recht
auf mindestens 35 Stunden Weiterbildung im Jahr soll sicherstellen,
dass auch Frauen entsprechend zum Zug kommen.
+ Gleiche Chancen mit Teilzeit
Teilzeitbeschäftigte müssen bei der betrieblichen Weiterbildung und
beim beruflichen Aufstieg gleichbehandelt werden. Es braucht auch
wirksame Sanktionen in Form von abschreckenden
Schadenersatzforderungen, die am wirtschaftlichen Erfolg des
Unternehmens bemessen werden.
+ Ausbau der Kinderbetreuung
Notwendig ist ein flächendeckendes Angebot qualitativer,
professioneller und bedarfsgerechter (va hinsichtlich Öffnungszeiten)
Kinderbetreuung für alle Altersgruppen und Beseitigung der
Kostenbarrieren in der Kinderbetreuung, die die
Frauenerwerbstätigkeit und Frühförderung der Kinder behindern.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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