• 10.04.2010, 13:07:16
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Ausstellung des Turiner Grabtuches eröffnet

Rom, 10.04.10 (KAP) In Turin ist am Samstag die Ausstellung des
Grabtuches eröffnet worden. Erstmals seit zehn Jahren wird das
berühmte Leinen mit dem Antlitz eines gekreuzigten Mannes, das viele
Katholiken als Grabtuch Christi verehren, wieder öffentlich gezeigt.
Rund 1,5 Millionen Besucher haben sich bisher angemeldet. Aus
Deutschland sind etwa 11.000 Kartenbestellungen eingegangen.
Insgesamt rechnet das Erzbistum Turin bis zum Ende der Ausstellung
am 23. Mai mit bis zu zwei Millionen Pilgern. Am 2. Mai wird auch
Papst Benedikt XVI. in der norditalienischen Industriestadt erwartet.

Auf dem Grabtuch sind als Negativabdruck Antlitz und Umrisse eines
gekreuzigten Mannes mittleren Alters zu sehen. Sein Körper weist
zudem Verletzungen auf, die der in der Bibel beschriebenen Geißelung
Jesu, der Dornenkrönung und dem Lanzenstich entsprechen. Seit 1578
wird das 4,37 Meter lange und 1,11 Meter breite Leinen in Turin
aufbewahrt.

Der Ursprung des Grabtuches liegt im Dunkeln. Einige Wissenschaftler
nehmen an, dass es sich bis zur Plünderung durch die Kreuzfahrer
1204 in Konstantinopel befand und identisch ist mit dem in
Spätantike und Mittelalter im südanatolischen Edessa verehrten
Abgar-Tuch. Durch einen Kreuzritter könnte das Leinen nach
Frankreich gelangt sein, wo es in der zweiten Hälfte des 14.
Jahrhundert erstmals erwähnt wird.

Über das Alter des Grabtuches streiten sich die Fachleute nach wie
vor. Eine Radiokarbonuntersuchung, die 1988 von Wissenschaftlern
dreier Universitäten durchgeführt wurde, ergab, dass das Tuch mit
großer Wahrscheinlichkeit zwischen 1260 und 1390 entstanden ist.
Andere Wissenschaftler bezweifeln diese Datierung und verweisen auf
spätere Verunreinigungen des Leinens bzw. auf Reparaturen, die das
Ergebnis verfälscht haben könnten.

Die katholische Kirche hat zu Alter und Echtheit des Tuches bislang
nicht offiziell Stellung genommen. Seine Verehrungswürdigkeit als
Zeichen für die Schmerzen Christi am Kreuz hat sie jedoch stets
hervorgehoben.

Anmeldungen sind online über die Internetseite www.sindone.org in
deutscher Sprache möglich.

(ende) rme/

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