- 29.03.2010, 12:06:49
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11. April 2010: Welt-Parkinson-Tag
Wien (OTS) - Rund 20.000 Menschen leiden in Österreich an Morbus
Parkinson, die eine der weltweit häufigsten neurologischen
Erkrankungen darstellt. Der 11. April steht seit Jahren im Zeichen
der Krankheit und auch in Österreich wird anlässlich des
Welt-Parkinson-Tages vor der Kulisse des Schloss Schönbrunn ein
umfangreiches Programm an Information und Unterhaltung für
Betroffene, Angehörige und Interessierte geboten.
Auch heuer findet am 11. April wieder der Welt-Parkinson-Tag
statt. Dieser Tag ist den Betroffenen gewidmet und wird anlässlich
des Geburtstages von Sir James Parkinson begangen, der erstmals die
Symptome der später nach ihm benannten Erkrankung beschrieb. Ziel
dieses Tages ist es, Betroffene zusammenzubringen, Angehörigen und
Interessierten Informationen zur Erkrankung zu übermitteln und das
Bewusstsein für die Krankheit in der Bevölkerung zu steigern. "Das
Informationsdefizit über Parkinson ist sicher ein großes Problem.
Parkinson ist eine Erkrankung, die umso besser behandelbar ist, je
früher sie erkannt wird. Auch prominente Betroffene zögern ihr
Bekenntnis lange hinaus. Viele Menschen kennen Parkinson eigentlich
nur in einem hoffnungslos wirkenden Spätstadium", so Univ. Prof. Dr.
Walter Pirker von der Universitätsklinik für Neurologie in Wien. "Es
ist weitgehend unbekannt, dass Parkinson zu den am besten
behandelbaren neurologischen Leiden gehört. So haben früh
diagnostizierte Parkinson-Kranke eine normale Lebenserwartung und
gute Aussichten, durch eine auf sie abgestimmte medikamentöse
Behandlung über Jahre hinweg ohne wesentliche Beschwerden zu leben."
Doch es besteht nach wie vor hoher Aufklärungsbedarf in Form von
Öffentlichkeitsarbeit. Aus diesem Grund setzt der Dachverband
Parkinson Selbsthilfe Österreich auch dieses Jahr rund um den
Welt-Parkinson-Tag Maßnahmen, die das Bewusstsein für die Krankheit
in der Bevölkerung steigern und die Früherkennung von Betroffenen
fördern sollen.
Entstehung und Symptome von Morbus Parkinson
Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische
Erkrankung, die bei ungefähr einem Prozent der über 60-Jährigen
eintritt, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die
Krankheit beginnt bei einem Großteil der Patienten nach dem 50.
Lebensjahr. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Erkrankung
steigt mit zunehmendem Alter. Die demografische Übersicht des Ersten
Österreichischen Patientenberichts Parkinson (1) von 2007 ergab, dass
78 Prozent der Betroffenen über 61 Jahre alt sind und nur 22 Prozent
unter 61 Jahre. Allerdings gibt es auch Frühformen. So erkrankt in
der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen einer von 10.000 Menschen an
Parkinson.
Bei der Krankheit handelt es sich um eine degenerative Erkrankung
des Gehirns, wobei Zellen der so genannten "schwarzen Hirnsubstanz"
verkümmern, wodurch ein Mangel am Überträgerstoff Dopamin verursacht
wird. Aufgrund dieses Mangels treten die typischen Symptome der
Parkinson-Krankheit wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit und
grobschlägiges Zittern in Ruhe oder Gleichgewichtsstörungen auf. Bei
einigen Patienten erscheinen zusätzlich zu den motorischen Problemen
Symptome, die die Lebensqualität noch mehr beeinträchtigen können wie
etwa Depressionen, ein Nachlassen der geistigen Funktionen oder
Schlafstörungen. Die Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein
und von Patient zu Patient variieren.
Die Diagnose der Krankheit orientiert sich meist an den typischen
Beschwerden. Das ist jedoch nicht immer einfach, da alle "typischen"
Parkinson-Symptome auch auf andere Erkrankungen hindeuten können.
Weisen die Anzeichen und die neurologische Untersuchung auf Morbus
Parkinson hin, wird in der Regel mit einer medikamentösen Therapie
begonnen. Verbessern sich die Symptome unter Therapie, bestätigt dies
die Diagnose. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren wie
Computertomographie oder Magnetresonanztherapie eingesetzt, um andere
Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Bei unklarer
Symptomatik kann auch eine nuklearmedizinische Untersuchung, die
Dopamintransporter SPECT, hilfreich sein. Die Behandlung erfordert
eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die die Lebensdauer und
-qualität der Patienten erhöhen, die Krankheit aber nicht heilen
können. Vor allem Medikamente, die den Dopamin-Mangel ausgleichen,
ermöglichen vielen Patienten heutzutage im Alltag, im Beruf und in
der Familie ein selbstständiges Leben ohne Einschränkungen.
Neue Therapiemöglichkeiten
"Morbus Parkinson ist nicht heilbar, die Erkrankung bedarf einer
lebenslangen medikamentösen Therapie. Entscheidend für die richtige
und rechtzeitige Behandlung ist eine rasche Diagnose, die durch
Früherkennungsmaßnahmen gefördert werden muss. Um dies zu ermöglichen
bedarf es einer höheren Facharztdichte und mehr Parkinson-Experten",
so der Neurologe Prim. Dr. Dieter Volc. Ein neuer Therapieansatz
setzt auf einen Wirkstoff (Rasagilin), der zu Symptomverzögerung und
-entschärfung führen kann. Das Präparat hat außerdem eine
krankheitsmodifizierende Wirkung und ist in der Dosierung besonders
patientenfreundlich, was wiederum die Compliance positiv beeinflusst.
Dieser Wirkstoff ist sowohl als Monotherapie, als auch zur
Kombinationstherapie geeignet. Begleitende Therapien für Betroffene
können Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprachtherapie sowie
Psychotherapie sein.
Der Welt-Parkinson-Tag
Am 11. April 2010 finden in der Zeit von 09:00 - 15:00 Uhr im
Tageszentrum Schloss Schönbrunn diverse Fachvorträge und spannende
Aktivitäten für Betroffene, Angehörige und Interessierte statt.
Parkinson Experten werden über die Erkrankung, deren Diagnose und
Therapie referieren. Aber auch Aktivität und Spaß sollen nicht zu
kurz kommen. Geplant sind ein Frühlingsspaziergang vor der
beeindruckenden Kulisse von Schloss Schönbrunn mit den
Bewegungsgeräten smovey(R) sowie ein Rätselparcours und Geruchstests
für alle Interessierten. Das Detailprogramm steht unter
www.parkinson-sh.at zum Download bereit.
Im Vorfeld zum Welt-Parkinson-Tag finden von 7. - 10. April 2010
Informationstage der Parkinson Selbsthilfegruppe Wien
(www.parkinson-selbsthilfe.at) statt. Unter dem Motto "Trotz
Parkinson - vom Schauen zum Tun" können in der Hernalser Hauptstraße
49, 1170 Wien Lesungen, Kreativ-Workshops, Vorträge sowie eine
Ausstellung mit künstlerischen Beiträgen von Betroffenen und
Angehörigen besucht werden. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist
frei.
Broschüren, Informationsmaterialien und ein von der Selbsthilfe
gestaltetes Lesezeichen mit Informationen über die Erkrankung können
jederzeit telefonisch oder schriftlich unter 0664/782 22 03 bzw.
[email protected] bestellt werden.
(1) Erster Österreichischer Patientenbericht Parkinson, Publikation
PatientenDialog Parkinson www.patientenbericht.at/Parkinson
Rückfragehinweis:
Sekretariat Dachverband Parkinson Selbsthilfe Österreich Mag. Lamija Muzurovic Tel.: 0664/782 22 03 E-Mail: [email protected] Welldone GmbH Werbung und PR Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Public Relations Tel.: 01-402 13 41-40 E-Mail: [email protected] | Pressecorner: www.welldone.at
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