- 29.03.2010, 08:27:16
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Mut und gute Ideen bringen die Jobs zurück - von Robert Lechner
22.400 Jobs weniger sind tragisch, aber kein Grund, aufzugeben
Wien (OTS) - Dass sich das Jahr 2009 mehr als herb in den
Jobbilanzen der Unternehmen niederschlagen wird, war zu erwarten. Vor
allem im Bankgeschäft verwundert es nicht, dass der Rotstift
angesetzt wurde. Ebensowenig ist der Jobabbau bei Voestalpine,
Wienerberger und RHI eine Überraschung. Gemessen am weltweiten
Abschwung und der anhaltenden Krisenstimmung in einigen Ländern
Osteuropas, wo besonders österreichische Unternehmen stark vertreten
sind, fällt der Rückgang der Stellen in den heimischen Top-Konzernen
relativ glimpflich aus. Insgesamt haben die im wichtigsten
Börsesegment gelisteten Firmen etwas mehr als fünf Prozent ihrer
Mannschaft abgebaut. Von rund 22.400 gestrichenen Jobs entfällt ein
Großteil aufs Ausland. Dass es zu keinen noch gröberen Einschnitten
gekommen ist, und vor allem außerhalb Österreichs Stellen abgebaut
wurden, ist freilich ein schwacher Trost. Hinter jeder abgebauten
Position steht des Schicksal eines Menschen ohne Job mit allen
negativen Folgen.
Dennoch gibt es Lichtblicke. Einer davon ist - und zwar ohne Zynismus
- die schlanke Kostenstruktur, die sich die meisten Unternehmen in
den vergangenen Monaten verpasst haben. Viele Manager haben die Zeit
der Krise genutzt, um ihre Konzerne nach einer Phase der Gier nach
dem Wachstum endlich einmal zu ordnen. Mit dem Effekt, dass sie nun
von jeder noch so kleinen Erholung überproportional profitieren
werden. Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist die Forschung.
Solange da Geld hineingesteckt wird, besteht die Chance, vom nächsten
Aufschwung zu profitieren. Hoch anzurechnen ist den forschenden
Konzernen, dass sie sich nicht von Unkenrufen abhalten lassen. So
mehrten sich zuletzt ja wieder die Stimmen, die einen neuerlichen
Crash innerhalb des kommenden halben Jahres befürchten. Voestalpine
und Co. geben darauf wenig. Heute versäumte Forschung ist das
verspielte Geschäft von morgen, lautet die Devise.
Zu den Cleveren gehören auch jene, die gerade jetzt versuchen, neue
Märkte zu erobern. Wachstum finde statt und Geld lasse sich fast
überall verdienen, sagte Solar-Pionier und GreenoneTec-Eigner Robert
Kanduth anlässlich einer Marktsondierung in Lateinamerika. Das weiß
auch der Verpackungskonzern Alpla, der stark auf die Märkte dieser
Region setzt. Klar, dass so etwas weder einfach ist noch von heute
auf morgen funktioniert. Die schlechteste Alternative von allen ist
aber die so gern angewandte Suche nach Gründen, warum etwas nicht
funktioniert. Das bringt Unternehmen nicht vorwärts und schon gar
keine Jobs.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Tel.: Redaktionstel.: (01) 60 117/305
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