- 24.03.2010, 11:07:03
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Ernesto Cardenal kritisiert Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
Wien (OTS) - Der legendäre nicaraguanische Dichter,
Befreiungstheologe und Politiker Ernesto Cardenal übt in einem
Interview für die morgen erscheinende NEWS- Ausgabe scharfe Kritik an
den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Der polnische Papst
hätte die geplante Heiligsprechung "nicht verdient. Er hat mir die
suspenio a divinis erteilt. Ich habe kein Recht mehr, Sakramente zu
spenden. Aber das trifft mich nicht. Ich bin nicht Priester geworden,
um Sakramente zu spenden."
Zu Benedikt und den Missbrauchsfällen: "Er ist genauso
rückschrittlich wie der alte Papst. Es könnte sogar sein, dass er
noch ein bisschen schlimmer ist. Er provoziert Austritte. Ich
verstehe, dass die Leute frustriert sind und die Kirche verlassen.
Ich selbst sehe aber die Notwendigkeit dazu nicht. Zur Kirche gehört
man wegen des Glaubens, nicht wegen des Vatikans."
Zum Nobelpreis, dessen er oft als würdig erachtet wird, sagt
Cardenal: "Er interessiert mich nicht. Er wäre ja auch sehr unbequem,
weil ich mein Privatleben verlieren würde."
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