OTS0202 / 22.03.2010 / 15:22 / Channel: Politik / Aussender: Katholische Jugend Österreich
Stichworte: Jugend / Kirchen / Missbrauch / Papst / Religion


Reformen in der Kirche dringend notwendig

Utl.: Katholische Jugend Österreich fordert vollständige Aufklärung der Fälle sexueller Gewalt und Auseinandersetzung mit 'heißen Eisen' =


   Wien (OTS) - Unzufrieden zeigt sich Ingrid Zúniga Zúniga,
Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ), mit der
gestrigen Fernsehdiskussion "Im Zentrum". "Die Sorge der Kirche muss
jetzt in erster Linie den Opfern gelten. Meine Kritik am Verlauf der
Diskussion, die sich zu einem großen Teil um den Zölibat gedreht hat,
wurde offenbar als Verweigerung interpretiert, die notwendigen
Reformen innerhalb der Kirche anzusprechen", zeigt sich Zúniga Zúniga
überrascht. "Selbstverständlich tritt die Katholische Jugend seit
Jahrzehnten gemeinsam mit vielen anderen Laienorganisationen für
Reformen in der Kirche ein und wird das auch weiter tun", stellt die
KJÖ-Vorsitzende klar.
   "Jetzt muss alles auf den Tisch!", nimmt Stephan Bazalka,
Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, auf die aktuelle
Situation Bezug, "die Fälle sexueller Gewalt in der Kirche müssen
vollständig aufgeklärt werden". Die Katholische Jugend fordert die
Einrichtung einer österreichweiten Koordinierungs- und Anlaufstelle
für die Opfer. "Die Kirche muss zeigen, dass sie ein ernsthaftes
Interesse an der Aufklärung hat und entschieden handelt, um den
Schutz von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern", so
Bazalka. 
   Die Katholische Jugend wird die Sensibilisierung auf die Erkennung
sexueller Gewalt und den Umgang mit Nähe und Distanz in ihren
Schulungen weiter verstärken. Auch die Verlängerung der
Verjährungsfristen ist eine Forderung der Katholischen Jugend, denn
viele Opfer finden erst Jahrzehnte nach den Vorfällen den Mut,
darüber zu sprechen.
   "Darüber hinaus muss noch viel passieren", pflichtet Stephan
Bazalka seiner Kollegin Ingrid Zúniga Zúniga bei und fordert
grundlegende Reformen ein: "Es ist längst an der Zeit, einige Dinge
sehr kritisch zu diskutieren." Dazu gehören die Zulassungskriterien
zum Priesteramt, die Frage des Pflichtzölibats, der Umgang mit den
Themen Sexualität und Autorität sowie fehlende Mitspracherechte der
Laien. "Diese 'heißen Eisen' liegen schon viel zu lange unangetastet
im Feuer. Für Jugendliche ist das in keinster Weise nachvollziehbar",
so Bazalka. 
   Bei allem Verständnis für die Empörung appelliert Stephan Bazalka
an diejenigen, die jetzt an einen Austritt aus der Kirche denken:
"Wenn sich alle aus der Kirche verabschieden, die Veränderung wollen,
wird sich nichts ändern. Wir müssen hartnäckig für unsere Anliegen
eintreten." 
Rückfragehinweis:
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   Maga. Mirjam Nekolar
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