OTS0196 / 22.03.2010 / 15:00 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ)
Stichworte: Agrar / Arbeitsmarkt / EU / Soziales / Umwelt / Wirtschaft / Wlodkowski


Wlodkowski: Lissabon-Strategie - Landwirtschaft als Problemlöser

Utl.: Agrarpolitik muss auch nach 2013 vorrangiger EU-Politikbereich bleiben =


   Wien (OTS) - "Die europäische Landwirtschaft kann auf die großen
Herausforderungen, wie Klimawandel, Energie- und Rohstoffknappheit
oder Beschäftigung, die geeigneten Antworten geben. Vor allem der
Bereich nachwachsende Rohstoffe und biogene Energie sichert und
schafft zehntausende Arbeitsplätze, gibt einer zukunftsorientierten
Technologie effektive Marktchancen, eröffnet zusätzliche
Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung, verringert die negativen
Folgen des Klimawandels, stärkt nachhaltig die Wirtschaft - auch in
den peripheren ländlichen Regionen - und schafft Wertschöpfung in
Europa. Dazu ist es aber unabdinglich, dass die Gemeinsame
Agrarpolitik auch in der kommenden Finanzplanungsperiode der
Europäischen Union von 2014 bis 2020 vorrangiger EU-Politikbereich
bleibt", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich,
heute im Rahmen der Sozialpartner-Veranstaltung zum Thema "EU 2020 -
Die Zukunft der Lissabon-Strategie" in Wien.
EU-Parlamentarier pro Landwirtschaft
   "Auch das Europäische Parlament hat die bedeutende Rolle des
Agrarbereichs bei der Umsetzung der EU-Lissabon-Strategie erkannt. In
einer Entschließung vom 10.03.2010 bedauern die Mitglieder des
Parlaments, 'dass der landwirtschaftliche Sektor in den
ursprünglichen Vorschlägen für die EU-2020-Strategie ungeachtet des
Potenzials der Landwirtschaft, die größten Herausforderungen zu
meistern, nicht erwähnt wird'. Das Parlament zeigt sich davon
überzeugt, 'dass die Land- und Forstwirtschaft mit dem richtigen
Regelungsrahmen und angemessenen Haushaltsmitteln eine wichtige Rolle
bei der europäischen Gesamtstrategie zur Erreichung des
wirtschaftlichen Wiederaufschwungs und der Klimaziele spielt und
gleichzeitig einen Beitrag zur europa- und weltweiten
Ernährungssicherheit, zu Wachstum und zur Schaffung von
Arbeitsplätzen leisten kann", informierte Wlodkowski über die
Ausführungen der Europa-Parlamentarier und ergänzte: "Die gemeinsame
Veranstaltung der österreichischen Sozialpartner muss für die
Europäische Kommission ein Signal sein, die Rolle der Landwirtschaft
bei der Umsetzung der Lissabon-Strategie ernst zu nehmen und in den
Planungen zu berücksichtigen."
Mehrfachnutzen: Grüne Rohstoffe und Energie
   "Nachwachsende Rohstoffe und biogene Energieträger können in
Österreich und Europa ohne die geringste Einschränkung der Nahrungs-
und Futtermittel-Erzeugung von der Landwirtschaft nachhaltig zur
Verfügung gestellt werden, was, wie beispielsweise die Ökotreibstoffe
zeigen, einen Mehrfachnutzen erzeugt: Ein geringerer Import von
fossiler Energie spart Devisen, stoppt den Kaufkraftabfluss und
stabilisiert die Versorgungssicherheit. Damit verbunden sind ein
hoher Nutzen für Klimaschutz, neue Aufträge für Anlagenbauer, was
sowohl Forschung und Entwicklung als auch der Schaffung von
zusätzlichen Arbeitsplätzen neue Impulse gibt und eine Reduktion des
Imports von Eiweißfuttermitteln. Denn mit Biosprit wird - quasi als
Nebenprodukt - gleichzeitig hochwertiges gentechnikfreies
Eiweißfutter erzeugt. Schließlich eröffnen biogene Rohstoffe und
Energie auch neue Märkte für die Landwirtschaft, was diese als Motor
für die Wirtschaft des gesamten ländlichen Raumes festigt", so
Wlodkowski weiter.
Zehntausende "Green Jobs"
   "Die grüne Energie schafft grüne Arbeitsplätze. Eine breit
angelegte Studie des europäischen Instituts EurObserver zeigt, dass
durch erneuerbare Energietechnologien 660.000 Arbeitsplätze als
direkter Beschäftigungseffekt geschaffen beziehungsweise abgesichert
worden sind. Davon entfielen mehr als 42% auf biogene Energieträger.
Untersucht wurden die direkten Beschäftigungseffekte der erneuerbaren
Energietechnologien in 14 EU-Ländern im Jahr 2008. Aber auch für
Österreich gelten ähnliche Zahlen. So belegt eine Studie der TU Wien
für das Jahr 2008 etwa 38.000 Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare
Energietechnologien. 60% davon wurden durch biogene Energieträger
geschaffen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die
Tatsache, dass die besonders langfristig wirksamen Betriebseffekte zu
85% durch die Biomasse gesichert werden. Gerade in der
Wirtschaftskrise sind die nachhaltigen Beschäftigungseffekte der
Bioenergie besonders wichtig. Biomasse schafft also nicht nur in der
Investitionsphase wertvolle Arbeitsplätze, sondern über die gesamte
Betriebsdauer der Anlagen", hob Wlodkowski die dauerhaft positiven
Effekte grüner Rohstoffe und grüner Energie für die Arbeitsplätze
hervor.
Gemeinsam Ziele erreichen
   "Nun gilt es, alle Kräfte zu bündeln und in jedem Bereich die
Chancen optimal auszuschöpfen: Die EU ist dabei aufgefordert, der
Landwirtschaft weiterhin Priorität einzuräumen und ihr so die
Möglichkeiten zu geben, ihren vielfältigen Beitrag zur Umsetzung der
Lissabon-Strategie zu leisten. Die Bundesregierung muss bei der
Implementierung der erst kürzlich präsentierten Energiestrategie die
notwendigen Weichen stellen. Schließlich gilt es, zügig alle
Technologien weiterentwickeln, von Biogas über feste Biomasse,
Windkraft bis hin zur Wasserkraft, um das gute Image Österreichs als
internationaler Vorreiter bei der Umwelttechnik auch nützen zu
können", hielt Wlodkowski fest. 
(Schluss)
Rückfragehinweis:
   Dr. Josef Siffert, 
   Tel +43/1/53441-8521, Fax +43/1/53441-8519, 
   E-Mail j.siffert@lk-oe.at
	
							
												
							
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