OTS0052 / 20.03.2010 / 18:45 / Channel: Politik / Aussender: Katholische Jugend Österreich
Stichworte: Kirchen / Missbrauch / Papst / Religion


Papst-Brief: Starken Worten müssen entschiedene Taten folgen =


   Wien (OTS) - "Papst Benedikt XVI. hat starke Worte gefunden: Von
schweren Sünden, kriminellen Handlungen, von Scham und Reue ist die
Rede.", zeigt sich Stephan Bazalka, Vorsitzender der Katholischen
Jugend Österreich, in einer ersten Reaktion auf den Hirtenbrief des
Papstes an die irischen Katholikinnen und Katholiken zufrieden. "Hier
wird nichts beschönigt, das ist eine ehrliche Entschuldigung - sowohl
für die Taten an sich als auch für den skandalösen Umgang damit."
Die Katholische Jugend Österreich erwartet sich aber auch klare Worte
zu den Fällen sexueller Gewalt in Österreich: "Das darf nicht und
wird nicht die letzte Aussage des Heiligen Vaters zu diesem Thema
gewesen sein.", so Bazalka weiter. "Die Aufforderung, die Richtlinien
zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ständig zu überprüfen und zu
aktualisieren, ist ein klarer Auftrag - nicht nur für die Kirche in
Irland." Die Katholische Jugend bietet hier ihre aktive Mitarbeit an.
"In Irland liegen die Fakten nach einer groß angelegten Untersuchung
bereits auf dem Tisch", meint Bazalka. Die Katholische Jugend
schließt sich dem Aufruf des Papstes und der österreichischen
Bischöfe an und bittet die Opfer, Kontakt mit den Ombudsstellen
aufzunehmen. Stephan Bazalka weist darauf hin, dass der Papst auch
die Täter ausdrücklich auffordert, sich zu stellen.
Damit den starken Worten entschiedene Taten folgen, fordert die
Katholische Jugend die Schaffung einer österreichweiten
Koordinierungs- und Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt in der
Kirche, die unabhängig und weisungsfrei arbeiten kann. Auch eine
Verlängerung der Verjährungsfristen und weitere Maßnahmen zum Schutz
von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in allen
Lebensbereichen gehören zu den Forderungen. 
Es ist aber auch notwendig, über das aktuelle Thema hinauszublicken.
Der Papst hat in seinem Hirtenbrief auch von einem falschen
Autoritätsverständnis gesprochen: "Wenn wir als Kirche das Vertrauen
der Menschen zurückgewinnen wollen, ist es dringend an der Zeit, in
einen offenen Diskurs über Themen wie Macht und Sexualität zu
treten", so Bazalka abschließend.
Rückfragehinweis:
   Mag. Wolfgang Schönleitner
   Geschäftsführer
   Katholische Jugend Österreich
   Mobil: (+43) 676 / 880 11 1569
   wolfgang.schoenleitner@kjweb.at
	
							
												
							
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