Wien (OTS) - Wasser ist Leben. Genügend sauberes Trinkwasser ist
ausschlaggebend für die menschliche Gesundheit. Die Realität ist
trotz aller Bemühungen ernüchternd: Jedes Jahr sterben bedingt durch
schlechte Wasserqualität mehr als 1,9 Millionen Menschen an
Krankheiten, davon 1,4 Millionen Kinder. Viele dieser Krankheiten
könnten durch geeignete Sanitäranlagen und Hygienemaßnahmen
verhindert werden. Österreich hat nicht zuletzt deswegen Wasser und
Siedlungshygiene zu einem Schwerpunkt seiner
Entwicklungszusammenarbeit gemacht und verfügt über umfangreiches
Know-how.
Obwohl die flächendeckende Einführung von Sanitäreinrichtungen als
der wichtigste medizinische Fortschritt seit 1840 gilt, haben 170
Jahre später lediglich 62 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu
ausreichender sanitärer Grundversorgung - Tendenz aufgrund des
Bevölkerungswachstums sinkend. In vielen Gebieten werden Fäkalien und
Abwässer unkontrolliert entsorgt und verschmutzen das Grundwasser.
Schlechte Wasserqualität zählt daher in Entwicklungsländern zu den
häufigsten Ursachen von Erkrankungen und Todesfällen. Arme Teile der
Bevölkerung am Rande der Städte und in ländlichen Gebieten sind
besonders stark betroffen.
"Diese Situation verletzt nicht nur das Recht der Betroffenen, in
Würde zu leben. Sie verursacht auch hohe volkswirtschaftliche
Verluste, beispielsweise durch höhere Gesundheitskosten, niedrige
Produktivität und geringe Schulbesuchsquoten", so die Bilanz zum
diesjährigen Weltwassertag von Brigitte Öppinger-Walchshofer,
Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, der Agentur der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Bereits die Verbreitung
von einfachen, aber sicheren Technologien führt zu einer Reduktion
infektiöser Durchfall-Erkrankungen um jährlich 17 Prozent. Damit ist
der Nutzen dieser Maßnahmen für die betroffenen Länder direkt und
indirekt um ein Vielfaches höher als ihre Kosten.
Der richtige Umgang mit Wasser will gelernt sein
Leider wurden bereits erzielte Fortschritte im Rahmen der
Millenniums-Entwicklungsziele, das heißt den Bevölkerungsanteil ohne
Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegender Sanitärversorgung
bis zum Jahr 2015 zu halbieren, durch mangelhaftes Management der
Infrastruktur sowie unzureichenden Schutz der Wasserressource
(Quellschutz) teilweise wieder zunichte gemacht. Nur durch gezielte
Aktivitäten wie Schulung, Bewusstseinsbildung und bessere gesetzliche
Regelungen kann dieser Trend umgekehrt werden. Eine entscheidende
Rolle kommt den Frauen zu. "In den meisten unserer Partnerländer sind
die Frauen für die Bereitstellung von Wasser im Haushalt, für Hygiene
und Krankenpflege zuständig. Sie sind damit die Hauptbetroffenen,
sowohl was die Arbeitsbelastung als auch die Folgen einer
unzureichenden Wasser- und Sanitärversorgung betrifft", so Robert
Burtscher, Wasserexperte der Austrian Development Agency.
Eines der Projekte, die sich konkret mit Bewusstseinsbildung im
Bereich Hygiene und Siedlungshygiene beschäftigen, ist das
PILS-Projekt in Norduganda. PILS steht für "Performance Improvement
through Learning on Sanitation". Konkret geht es darum, die
BewohnerInnen der ehemaligen Bürgerkriegsregion, die seit dem
Waffenstillstand zunehmend einer Normalisierung entgegengeht, über
den richtigen Umgang mit Wasser und Sanitärversorgung aufzuklären. Es
ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass sauberes Wasser aus
dem Brunnen alleine nicht hilft, wenn es auf dem Weg in den Haushalt
oder im Haushalt selbst wieder verschmutzt wird (safe water chain).
Weiters gilt es, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Bau und
die Benutzung von einfachen Toiletten (z. B. Grubentoiletten,
Trockenklos) und Hygienemaßnahmen die Schlüssel für die Vermeidung
von Durchfallerkrankungen und für die Verbesserung der
Gesundheitssituation insgesamt sind. Sauberes Trinkwasser alleine
reicht dafür nicht aus. Schulungsprogramme und Kampagnen setzen
Akzente zur Aufklärung rund um das Thema Sanitärversorgung, Hygiene
und Umgang mit sauberem Wasser. Diese Aufklärungsmaßnahmen werden an
die lokalen Gegebenheiten angepasst, indem sie z. B. in den Lehrplan
von Schulen eingebaut werden oder mithilfe von Musik oder Schauspiel
auf spielerische Methoden zur Hygieneerziehung zurückgegriffen wird.
Wasserexpertise aus Österreich
Österreich verfügt im Wassersektor über umfangreiches Know-how:
Innovative Ansätze, erfolgreiche Pilotprojekte sowie angewandte
Forschung und Ausbildung werden bei der Unterstützung und Umsetzung
von nationalen Programmen integriert. Die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit gibt jährlich zwischen 9 und 10 Millionen
Euro ihres bilateralen Projektbudgets für den Schwerpunktsektor
Wasser und Siedlungshygiene aus.
Derzeit unterstützt Österreich Wasserprojekte unter anderem in den
ostafrikanischen Ländern Uganda und Ruanda, im westafrikanischen Kap
Verde, Burkina Faso und Senegal, im südlichen Afrika in Mosambik, in
den Palästinensischen Gebieten sowie in Albanien, Moldau, Mazedonien
und im Kosovo. Darüber hinaus kofinanziert die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit anderen Gebern die
Afrikanische Wasserfazilität, eine Initiative des African Ministers'
Council on Water (AMCOW), und das Afrika-Programm des Water and
Sanitation Programme der Weltbank.
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder
in Afrika, Asien und Zentralamerika sowie Südosteuropa bei ihrer
nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen
Entwicklung. Das Außenministerium plant die Strategien und Programme,
die Austrian Development Agency setzt diese mit öffentlichen
Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.
Rückfragehinweis:
~
Austrian Development Agency
Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
heidi.liedler-frank@ada.gv.at
www.entwicklung.at
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