• 19.03.2010, 11:27:12
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Energiestrategie: CO2-Versenkung und mehr Kohlekraft vorgesehen

Greenpeace: Wiederinbetriebnahme des Kohlekraftwerks Voitsberg einkalkuliert?

Wien (OTS) - Die Veröffentlichung der ausformulierten Version der
Energiestrategie birgt für Greenpeace einige böse Überraschungen. Das
Thema CCS (Kohlenstoffabscheidung und -Speicherung) ist nicht vom
Tisch, und die Verwendung von Kohlekraft soll bis 2020 sogar
zunehmen. "Diese Zugeständnisse an die Fossil-Lobby sind eine
Katastrophe und haben in einer Energiestrategie nichts verloren", so
Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Unklar ist, wodurch die zuständigen Minister Mitterlehner und
Berlakovich mit einer Zunahme bei Kohlekraft rechnen. Greenpeace
hatte für die Energiestrategie einen Ausstieg aus Kohlekraft bis 2020
gefordert, da diese Form der Energiegewinnung eine der
klimaschädlichsten ist. In der Praxis würde die Greenpeace-Forderung
bedeuten, dass die jetzigen Kohlekraftwerke, sobald sie altersbedingt
geschlossen werden, nicht mehr ersetzt werden. Die vorgesehene
Zunahme lässt aber vermuten, dass es in Österreich noch länger
Kohlekraft geben wird. "Soll etwa das bereits geschlossene
Kohlekraftwerk ÖDK3 in Voitsberg gegen den massiven Widerstand der
Bevölkerung doch wieder in Betrieb gehen?", fragt Westerhof. "Diese
Vorgehensweise wäre eine Blamage für die österreichische
Umweltpolitik und die Minister müssen hier für Klarheit sorgen", so
Westerhof weiter.

In der Kurzfassung der Energiestrategie (Eckpunkte der
Energiestrategie), die vor einer Woche veröffentlicht wurden, war das
umstrittene Thema CCS (Carbon Capture an Storage), also die
Errichtung von unterirdischen CO2-Endlagerstätten, nicht enthalten.
In der Langfassung allerdings sind die Untersuchungen nach den
Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie plötzlich enthalten - was von
der Industriellenvereinigung interessanterweise schon vor der
Veröffentlichung in einer Presseaussendung begrüßt wurde.

Greenpeace lehnt die Errichtung von CO2-Endlagern ab, weil damit,
genau wie beim Atommüll, erst die kommenden Generationen mit dem Erbe
unserer Kurzsichtigkeit fertig werden müssen. Zudem sind die Kosten
sehr hoch und dieses Geld würde dann beim Ausbau der erneuerbaren
Energie fehlen. Zahlreiche Bürgermeister aus den potentiell
betroffenen Gemeinden haben mittlerweile ebenfalls klar gemacht, dass
sie mit dieser Technologie nichts zu tun haben wollen. Sie haben die
Greenpeace-Petition gegen die Errichtung von CO2-Endlagern in ihrer
Gemeinde unterschrieben. "Die Menschen sind verunsichert, und wollen
keine CO2-Endlager in ihrer Umgebung", macht Westerhof deutlich.
"Die zuständigen Minister müssen endlich Klartext reden, statt diese
Risikotechnologie durch die Hintertür reinzuschmuggeln", fordert
Westerhof abschließend.

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace
Tel.:+43 664 612 67 01

Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace
Tel.:+43 664 612 67 18

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

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