- 18.03.2010, 14:20:20
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Gemischte Erwartungen für die Industrie-Konjunktur in Niederösterreich
Besser, aber nicht gut...
St. Pölten (OTS) - Für die Industrie in Niederösterreich mehren
sich die Zeichen einer konjunkturellen Erholung. "Erstmals seit
Oktober 2008 hat die Produktion nicht weiter abgenommen, sie scheint
sich zu festigen", heißt es aus dem Wirtschaftsforschungsinstitut
(WIFO). Dort wurde im Auftrag der Sparte Industrie der
Wirtschaftskammer Niederösterreich eine Sonderauswertung des
WIFO-Konjunkturtests (für ganz Österreich) vorgenommen.
Der Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer NÖ,
Johannes Schedlbauer, spricht zwar von einer "generell positiveren
Sicht" der Lage, "wir wissen aber noch nicht, ob es sich nur um ein
kurzzeitig geöffnetes Fenster handelt, oder um mehr". Der Großteil
der knapp über 1000 Industrieunternehmen in NÖ mit mehr als 70.000
Mitarbeitern ortet "immer noch eine zu geringe Auftragsdecke - sowohl
bei der Gesamtauftragslage wie auch bei im Export", so das WIFO
(bezogen auf Jänner 2010).
Besser als zuletzt
Die Situation der Gesamtwirtschaft wird aber von den
Industriebetrieben deutlich "besser als zuletzt" wahrgenommen.
Während im Frühjahr 2009 die gesamtwirtschaftliche Lage von 77
Prozent der Firmen als schlecht bewertet wurde, sank diese Rate nun
auf 44 Prozent. "Ein immer noch sehr hoher Wert im Vergleich zu
Zeiten der Hochkonjunktur", kommentiert der Spartenobmann der
Industrie in NÖ, Dieter Lutz, den Stand der Dinge. Speziell in seinem
Bereich, der Maschinen- & Metallwarenindustrie, wird die Lage derzeit
(Jänner: minus 39,3) noch negativ beurteilt, für die nächsten sechs
Monate rechnet man aber mit einer deutlichen Besserung. Auch im
Durchschnitt aller Industrie-Branchen wird für die Jahresmitte ein
leicht positiver Wert (plus 2) erwartet.
Beschäftigung: mager
In der WIFO-Studie betonen die Autoren: "Zum ersten Mal seit Beginn
der Wirtschaftskrise rechnen wieder mehr Unternehmen mit einem
Wachstum der Produktion als mit einem Produktionsrückgang."
Allerdings herrsche in Sachen Beschäftigung nach wie vor Pessimismus:
"Der Anteil an Unternehmen, die zusätzlich Personal aufnehmen wollen,
ist äußerst gering", heißt es aus dem WIFO. Nur in der Leder-,
Textil- & Bekleidungsindustrie wird die Beschäftigten-Erwartung
leicht positiv
(+ 8) gesehen, sonst negativ (- 16).
Zurück zum Ist-Zustand: Die Auslastung der heimischen
Industriebetriebe ist zwar zuletzt abermals gestiegen, liegt aber mit
einem Wert von 75,6 % immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der
letzten fünf Jahre (81 Prozent).
"Es ist zäh"
Die betriebliche Gefühlslage zwischen Hoffen und Bangen ist auch aus
der Zusammenfassung der WIFO-Studie deutlich herauszulesen. Im O-Ton
heißt es dort: "Die Erwartungen für das wirtschaftliche Gesamtumfeld
wurden schon seit Juli 2007 nicht mehr so positiv gesehen wie jetzt,
nur 10 Prozent der befragten Betriebe gehen von einer ungünstigen
Entwicklung aus." Gleich danach folgt der Satz: "Die Firmen rechnen
weiterhin mit fallenden Verkaufspreisen, nur etwa 5 Prozent
kalkulieren mit höheren Preisen." Johannes Schedlbauer bringt es auf
den Punkt: "Es ist zäh."
Konjunktur-Studie
Für die WIFO-Studie wurden die Daten von 117 nö. Industriebetrieben
herangezogen. Von der Sonderauswertung ausgenommen sind die
Audiovisions- und Filmindustrie, die Bauindustrie sowie Gas&Wärme.
Die Befragung der Unternehmen erfolgt monatlich, die Sonderauswertung
für NÖ wird quartalsweise erstellt.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer NÖ, Kommunikationsmanagement, Landsbergerstraße 1, 3100 St. Pölten
Tel.: (++43-0) 2742 / 851 DW 14100
mailto:[email protected]
http://wko.at/noe
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