• 18.03.2010, 10:35:20
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Missbrauch: Ordensschulen bauen unabhängige Kontaktstellen aus

Wien, 18.03.10 (KAP) Angesichts der zahlreichen Missbrauchsfälle
gehen die Ordensschulen nun in die Offensive: der flächendeckende
Ausbau der vom jeweiligen Schulerhalter unabhängigen
pädagogisch-psychologischen Dienste soll forciert werden, um
möglichst niederschwellige "Andockstellen" für Jugendliche und
Eltern zu schaffen und so die Prävention von Gewalt und Missbrauch
zu stärken. Das kündigte der Geschäftsführer der "Vereinigung der
Ordensschulen", Rudolf Luftensteiner, im Gespräch mit "Kathpress" am
Rande einer Tagung von Leitungsverantwortlichen der österreichischen
Ordensschulen in Wien an.

An zahlreichen Schulen existierten solche Dienste bereits, so
Luftensteiner. Sie seien aktuell insbesondere mit Fragen der Gewalt
an den Schulen oder etwa mit dem Problem pornografischen Materials
auf Schüler-Handys befasst. Zusätzlich sollen die von unabhängigen
Psychologen besetzten Stellen nun für das Missbrauchsthema
sensibilisiert werden und die Vernetzung mit anderen Hilfsstellen
verbessert werden. Bestehen begründete Verdachtsmomente, so seien
diese Stellen selbstverständlich verpflichtet, die Fälle der
Schulleitung zu melden. "Und da die Ordensschulen
Öffentlichkeitsrecht besitzen, sind sie zugleich verpflichtet, in
diesen Fällen die Behörden einzuschalten. Hier gilt für uns 'Null
Toleranz'", so Luftensteiner.

Auch bei der Tagung der Leitungsverantwortlichen in den
Ordensschulen im Wiener Kardinal König-Haus seien die
Missbrauchsfälle in den Ordensschulen Thema gewesen. Neben dem
Gefühl der Scham den Opfern gegenüber und dem Bekenntnis zu voller
Aufklärung sei unter den Verantwortlichen jedoch auch ein großes
Unbehagen über eine "allzu generalisierende Berichterstattung" zum
Ausdruck gekommen, so Luftensteiner. "Die Ordensschulen leisten
heute hochqualifizierte pädagogische Arbeit, eine simple Rückblende
auf die pädagogischen Zustände der 1950er und 60er Jahre ist da grob
fahrlässig".

O-Töne des Gesprächs mit Rudolf Luftensteiner können unter
www.katholisch.at/o-toene abgerufen werden.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) hkl/

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