- 17.03.2010, 17:32:58
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Wien: "Haus der Barmherzigkeit" feiert 135-Jahr-Jubiläum
Festakt mit Bundespräsident Fischer und Kardinal Schönborn am 18. März - 1.000 Langzeitbewohner - Zukunftsprojekt "Generationen-Campus"
Wien (OTS) - Wien, 17.03.10 (PEW) Das Wiener "Haus der
Barmherzigkeit" feiert sein 135-Jahr-Jubiläum. Am Donnerstag, 18.
März, findet um 17.45 Uhr im neuen Haupthaus der Einrichtung in der
Seeböckgasse in Wien-Ottakring ein Festakt statt. Bei dem Festakt
sprechen Bundespräsident Heinz Fischer, Kardinal Christoph Schönborn,
der Wiener Bürgermeister Michael Häupl und die niederösterreichische
Sozial-Landesrätin Johanna Mikl-Leitner. Auch Sozialminister Rudolf
Hundstorfer, Gesundheitsminister Alois Stöger und der Wiener
Jugendstadtrat Christian Oxonitsch haben ihr Kommen angekündigt. Die
Festrede hält der Schriftsteller Michael Köhlmeier.
Das "Haus der Barmherzigkeit" geht auf eine Initiative der Wiener
Dreifaltigkeitsbruderschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts
zurück. Heute bietet es an seinen verschiedenen Standorten in
modernsten Einrichtungen interdisziplinäre Langzeitbetreuung für
Menschen mit chronischer Erkrankung oder geistiger und körperlicher
Beeinträchtigung. Das "Haus der Barmherzigkeit" setzt Maßstäbe für
die Zukunft der Geriatrie und der Betreuung von Menschen mit
speziellen Bedürfnissen. Entscheidend ist dabei das christliche
Menschenbild. Prof. Christoph Gisinger, der Institutsdirektor und
ärztliche Leiter des "Hauses der Barmherzigkeit": "Es geht darum, Not
wahrzunehmen, den Menschen respektvoll "auf gleicher Augenhöhe" zu
begegnen und tatkräftig zu helfen - ganz unabhängig von Konfession
und Nationalität der Hilfesuchenden". Heute betreut das "Haus der
Barmherzigkeit" an verschiedenen Standorten rund um die Uhr zirka
1.000 pflegebedürftige Langzeitbewohnerinnen und -bewohner. Viele von
ihnen brauchen pflegerische, medizinische, therapeutische oder
pädagogische Unterstützung im alltäglichen Leben. Ihnen neben
intensiver Dauer-Betreuung im Alltag Lebensfreude zu schenken, ist
das Herzensanliegen des Teams des "Hauses der Barmherzigkeit".
Begründet wurde das "Haus der Barmherzigkeit" am damaligen Standort
Vinzenzgasse in Wien-Währing . Es sollte für - in der damaligen
Diktion - "unheilbar Kranke" nicht nur Unterkunft und Nahrung,
sondern auch Betreuung, Linderung und Besserung bieten, also eine
Erfüllung der "Hoffnung auf Glück". Dazu gehörte auch intensive
ärztliche Betreuung, damals keineswegs eine Selbstverständlichkeit.
Als der aus Wien stammende New Yorker Arzt Ignatius L. Nasher seine
Heimatstadt im Jahr 1906 besuchte, prägte er den Begriff "Geriatrie"
am Beispiel des "Hauses der Barmherzigkeit". Somit kann das "Haus der
Barmherzigkeit" als die Geburtsstätte der Geriatrie betrachtet
werden.
Heute versteht sich das "Haus der Barmherzigkeit" auch als Partner
öffentlicher Institutionen, ohne die die Entwicklung des letzten
Jahrzehnts nicht möglich gewesen wäre. Die Ausgliederung des
Behindertenbereichs in moderne Wohngemeinschaft, die Neubauten in der
Seeböckgasse und in der Tokiostraße konnten nur durch die enge
Zusammenarbeit mit der Stadt Wien realisiert werden. Gleiches gilt im
Hinblick auf den Neubau eines Pflegeheimsin Poysdorf und die
Erweiterung des "Clementinums" im Hinblick auf die Kooperation mit
dem Land Niederösterreich.
Der Erfolg einer Organisation vom Typ des "Hauses der Barmherzigkeit"
hängt von der Fähig zum "Dazulernen" ab, betont Prof. Gisinger. Als
"lernende Organisation" ergeben sich auch zahlreiche Aufgaben in den
Bereichen Ausbildung, Fortbildung und Forschung. Die beiden Häuser
Seeböckgasse und Tokiostraße sind anerkannte Ausbildungsstätten für
die Ärzteausbildung. Seit 2006 besteht eine Kooperation mit der
Donau-Universität Krems, seit 2009 ist das "Haus der Barmherzigkeit"
Lehrkrankenhaus der Medizinuniversität Wien. Die am "Haus der
Barmherzigkeit" angesiedelte "Akademie für Altersforschung"
organisiert zahlreiche Fachsymposien und Forschungsprojekte.
Die demografische Entwicklung, die abnehmende Belastbarkeit der
informellen Pflege durch die Familien und die komplexeren
Krankheitsbilder mit Pflegebedürftigkeit seien ein Hinweis auf die
Notwendigkeit, das Berufsbild der Langzeitpflege aufzuwerten. Als
Antwort entwickelt das "Haus der Barmherzigkeit" gemeinsam mit der
Caritas und der Schulstiftung der Erzdiözese Wien das Konzept
"Generationen-Campus", das auf dem Areal des Stammhauses in der
Vinzenzgasse realisiert werden soll. Das Projekt umfasst eine
Pflegeeinrichtung, eine Fachhochschule, eine dreijährige mittlere und
eine fünfjährige höhere Schule für Sozialbetreuungsberufe, eine
Hauptschule, eine Volksschule und einen Kindergarten.
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation Erich Leitenberger 1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1 Tel: 01/51552-3591 E-Mail: [email protected] http://presse.stephanscom.at
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