- 17.03.2010, 12:55:43
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Gleitsmann: Höherer Mindestlohn kostet Arbeitsplätze
Beschäftigung erleichtern, nicht Arbeit verteuern - Arbeitszeitflexibilisierung statt Arbeitszeitverkürzung
Wien (OTS/PWK223) - "Der Zeitpunkt für einen höheren
Mindestlohn könnte gar nicht schlechter gewählt sein", wundert sich
Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit
der Wirtschaftskammer Österreich, über die Forderung des ÖGB nach
einem höheren Mindestlohn in den Kollektivverträgen. Die
internationale Erfahrung und Studien zeigen, dass hohe Mindestlöhne
kontraproduktiv sind, weil sie Arbeitsplätze kosten.
Zum 1. 1. 2009 wurde der zwischen Österreichischem
Gewerkschaftsbund und Wirtschaftskammer Österreich vereinbarte
Mindestlohn von 1.000 Euro in allen Kollektivverträgen, die von der
Wirtschaftskammer und ihren Teilorganisationen abgeschlossen werden,
umgesetzt. "Betroffen waren vor allem strukturschwache Branchen wie
Frisöre und Kinos, denen die Einführung des Mindestlohns von 1.000
Euro große und teilweise nur schwer verkraftbare Mehrkosten brachte",
weiß Gleitsmann.
Unmittelbar nach dieser großen Belastung den Mindestlohn noch
weiter anzuheben, sei kontraproduktiv und gefährlich. "Gerade in der
jetzigen schwierigen Wirtschaftslage und angesichts der
Arbeitslosenzahlen darf Arbeit nicht verteuert und erschwert werden.
Die Wirtschaft sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern schafft vor
allem im Dienstleistungsbereich auch neue. Das funktioniert aber nur,
wenn es keine neuen Belastungen gibt." Während die Wirtschaft 2009 um
3,6% eingebrochen ist, ging die Beschäftigung zwischen 31. 12. 2009
und 31. 12. 2008 nur um 1,3% zurück. Mit einer Flexibilisierung der
Arbeitszeit könnte dieser - im Vergleich zur Wirtschaftsentwicklung -
positive Beschäftigungstrend noch verstärkt werden, lehnt Gleitsmann
auch von Gewerkschaftsseite angedachte Arbeitszeitverkürzungen ab.
Die Mindestlöhne der meisten Kollektivverträge liegen ohnehin weit
über 1.000 Euro, die im Gegensatz zur Mindestsicherung 14mal gewährt
werden. "Dieser Abstand zwischen Lohn und Mindestsicherung ist
wichtig, denn Arbeit muss sich lohnen. Gut, dass der ÖGB diesen
Grundsatz anerkennt."
Gleitsmann weist auch den Hinweis zurück, dass die Arbeitnehmer
und nicht die Wirtschaft für die Krise bezahlt hätten: "Das Gegenteil
ist der Fall: Während viele Unternehmen und ganze Branchen 2009 in
die Verlustzone rutschten, stiegen die Löhne sowohl 2009 als auch
2010 jeweils über der Inflationsrate an. Damit haben Österreichs
Betriebe auch in der schwersten Wirtschaftskrise seit langem die
Kaufkraft der Beschäftigten nachhaltig gestärkt." (RH)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Dr. Rolf GLEISSNER Tel.: T:+43 (0)5 90 900 4288, F:+43 (0)5 90 900 3588 mailto:[email protected] persönl. Fax: +43 (0)5 90 900 114288
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