OTS0139   17. März 2010, 12:03

Greenpeace: Nestlé treibende Kraft hinter Urwaldabholzung Letzte Orang-Utans durch Ölpalmen-Plantagen akut bedroht


Die Produktion von Schokoriegeln wie Kitkat
von Nestlé trägt massiv zur Zerstörung des indonesischen Urwalds bei
und vernichtet damit auch die Lebensgrundlage der ohnedies bereits
vom Aussterben bedrohten Orang-Utans - so die zentrale Aussage eines
heute in Amsterdam präsentierten Greenpeace-Berichts.

"Jeder Biss in einen Kitkat-Riegel zerstört das Lebensumfeld der
letzten frei lebenden Orang-Utans noch ein wenig mehr", weiß
Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. "Der Lebensmittelkonzern
Nestlé muss also umgehend seine Verträge mit Lieferanten kündigen,
die zur Zerstörung des indonesischen Urwaldes beitragen", fordert
Westerhof.

Nestlés Beitrag zur Vernichtung der Regenwälder und Orang-Utans
Der Report von Greenpeace weist nach, dass Nestlé Rohstoffe vom
indonesischen Hersteller Sinar Mas bezieht. Dieser Lieferant verletzt
sowohl internationale Standards wie auch indonesisches Recht, ist an
Landkonflikten beteiligt, rodet wertvolle Regenwälder in
Orang-Utan-Gebieten und hat darüber hinaus groß angelegte
Expansionspläne. Auf den gerodeten Urwaldflächen werden dann
ausschließlich Ölpalmen-Plantagen in Monokulturen angelegt. Allein
Nestlé, der größte Nahrungsmittel- und Getränkehersteller der Welt,
hat seinen Bedarf an Palmöl in den letzten drei Jahren auf 320.000
Tonnen verdoppelt.

Greenpeace hat Nestlé bereits mehrfach aufgefordert, seine
Verträge mit Sinar Mas zu kündigen und wiederholt Beweise vorgelegt,
dass dieses indonesische Unternehmen trotz gegenteiliger Behauptungen
weiterhin den Urwald rodet. Als Reaktion auf die Waldzerstörung und
die illegalen Machenschaften von Sinar Mas haben die Firmen Unilever
und Kraft bereits ihre Verträge mit dieser Firmengruppe gekündigt.
"Während andere Unternehmen handeln, weigert sich Nestlé, seine
Verantwortung wahrzunehmen und sämtliche Geschäfte mit dem größten
Urwald- und Klimazerstörer Indonesiens zu stoppen", berichtet
Westerhof. Neben Nestlé gibt es allerdings noch einige weitere
schwarze Schafe: Auch in Bahlsen-Keksen, Prinzenrollen, Toffifee,
Maggi-Produkten, Kosmetik von Schwarzkopf oder Waschmitteln wie
Persil und Terra Aktiv von Henkel kann Palmöl aus Indonesien
enthalten sein.

Indonesien ist Brennpunkt der weltweiten Urwaldzerstörung
Indonesien ist das Land, in dem die Urwaldvernichtung am schnellsten
voranschreitet. Seit 1950 sind 74 Millionen Hektar Wald zerstört
worden - eine Fläche, die doppelt so groß wie Deutschland ist.
Besonders dramatisch für das Klima und die Artenvielfalt sind die
Rodung und anschließende Trockenlegung der Torfwälder, nachdem die
rund zehnmal mehr Kohlenstoff speichern als andere Urwälder und
zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans,
Sumatra-Tiger oder Java-Nashörner beheimaten. Aufgrund seiner
extremen Urwaldzerstörung ist Indonesien mittlerweile bereits der
drittgrößte Produzent von Treibhausgasen - unmittelbar hinter China
und den USA.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0139 2010-03-17 12:03 171203 Mär 10 GRP0001 0396



Greenpeace Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: http://www.greenpeace.at/palmoel.html
Attila Cerman,
Greenpeace CEE;
Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof,
Greenpeace CEE;
Tel.: 0664-6126701

Aussendungen von Greenpeace abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten:

Errechnete Tags: