• 16.03.2010, 13:53:09
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Brunner zu Artenschutzkonferenz: Österreich für eine Herunterstufung des Elefantenschutzes

Grüner Antrag im morgigen Umweltausschuss fordert höchsten Schutzstatus

Wien (OTS) - "Auf der derzeitigen Konferenz des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens in Doha, Katar (13.-26. März 2010) wird von
den afrikanischen Ländern Tansania und Sambia beantragt, den höchsten
Schutzstatus für Elefanten aufzuheben (Herunterstufung von Anhang I
in Anhang II). Der dahinterliegende Grund ist, 89 Tonnen (Tansania)
bzw. 21 Tonnen (Sambia) Elfenbein verkaufen zu können", warnt die
Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner.
Naturschutzorganisationen und WissenschaftlerInnen warnen bereits
seit langem, trotzdem wollen einige Staaten in der EU, allen voran
die österreichische Delegation, die Herunterstufung der
Elefantenpopulationen durchsetzen und damit zukünftigen
Elfenbeinverkäufen den Weg ebnen. Die Grünen fordern von
"Artenschutz-Minister" Berlakovich, die beantragte Herunterstufung
der Elefantenbestände von Anhang I in Anhang II unmissverständlich
abzulehnen und sich auf EU-Ebene aktiv für einen konsequenten Schutz
der Elefanten einzusetzen. "Es hängt viel davon ab, welche Position
Österreich im Rahmen der EU einnimmt. Wir werben daher um die
Zustimmung zu unserem Antrag bei allen im Parlament vertretenen
Parteien", betont Brunner.

Brunner betont, dass bei Tansania und Sambia gravierende Punkte gegen
eine Lockerung des Elefantenschutzes sprechen. Bei Tansania wurde die
Elefantenpopulation in den letzten drei Jahren um 34.000 Tiere
dezimiert. Wilderei und Elfenbeinschmuggel sind völlig außer
Kontrolle: Von allen afrikanischen Ländern ist Tansania am stärksten
in den illegalen Handel mit dem "weißen Gold" verwickelt. Im Jahr
2009 wurden mindestens 11 Tonnen illegales Elfenbein aus Tansania in
anderen Staaten beschlagnahmt. Den von CITES geforderten Nachweis,
dass das zum Verkauf stehende Elfenbein aus legaler Quelle stammt
(z.B. aus natürlicher Mortalität), kann die Regierung nicht
erbringen: Angeblich sei im Mai 2009 ein Großteil der Dokumente, die
die Herkunft der Stoßzähne belegen sollten, verbrannt.

Bei Sambia ist die Elefantenpopulation von 160.000 Tieren (IUCN
African Elephant Specialist Group, 1981) auf 26.000 Tiere zurück
gegangen, ein Verlust von 84%. "Damit sind die Kriterien für die
Listung in CITES eindeutig erfüllt", so Brunner. Sambia sei sowohl
Transitland als auch Ursprung großer Mengen illegal exportierten
Elfenbeins, Ursache hierfür sei organisierte Kriminalität. Den von
CITES geforderten Nachweis, dass das zum Verkauf stehende Elfenbein
aus legaler Quelle stammen muss (z.B. aus natürlicher Mortalität),
könne die Regierung nicht erbringen: Ein Teil der Dokumente, die die
Herkunft der Stoßzähne belegen sollten, fehle oder enthalte falsche
Informationen.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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