• 16.03.2010, 10:00:53
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Vier Ö1-Sendungen zum 85. Geburtstag von Pierre Boulez

Wien (OTS) - Anlässlich des 85. Geburtstages von Pierre Boulez am
26. März stehen vier Sendungen in Ö1 ganz im Zeichen des vielfach
ausgezeichneten französischen Dirigenten und Komponisten: "Matinee
live" (21.3.), "Stimmen hören" (25.3.), "Aus dem Konzertsaal" (26.3.)
und "Zeit-Ton" (26.3.).

Werke von Karol Szymanowski, Claude Debussy und Pierre Boulez sind
im Rahmen der live aus dem Wiener Musikverein übertragenen "Matinee"
am 21. März ab 11.03 Uhr in Ö1 zu hören - interpretiert von den
Wiener Philharmonikern, Steve Davislim (Tenor) und dem Singverein der
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Es dirigiert Pierre Boulez.

In "Stimmen hören" am 25. März (Ö1, 19.30 Uhr) präsentiert Chris
Tina Tengel Vokales mit und von Pierre Boulez. So wie viele seiner
Kompositionen zwar serielle Musik sind, klanglich aber noch Debussy
und den Lehrer Messiaen erahnen lassen, ist auch der Dirigent Pierre
Boulez nicht ausschließlich "Analytiker". In einem langen
Dirigentenleben hat Boulez, ohne selbst die angekündigte Oper zu
schreiben, über die Musik des für ihn zentralen 20. Jahrhunderts
hinaus viele Opern-Repertoirebereiche gestreift. Seine "Ring"- und
"Parsifal"-Dirigate sind Marksteine der Bayreuther
Wagner-Aufführungsgeschichte. Noch intensiver hat sich Pierre Boulez
mit allen Bereichen der Vokalmusik auseinandergesetzt, von Wagners
"Parsifal"-Vorausecho "Das Liebesmahl der Apostel" und Musik von
Berlioz, Schönbergs spätromantischen "Gurre-Liedern" bis zu eigenen
Arbeiten, wie "Pli Selon Pli" oder "Le Marteau sans maitre".

Am 26. März, Boulez' Geburtstag, stehen zwei Ö1-Sendungen ganz im
Zeichen des Dirigenten: In "Aus dem Konzertsaal" (19.30 Uhr) steht
Boulez als Dirigent großer Orchester im Mittelpunkt. Die Musikwelt
verdankt Pierre Boulez die Bewahrung der wichtigsten Musikwerke der
Moderne des letzten Jahrhunderts auf Tonträgern, welche unter seinem
Dirigat mit den besten Orchestern der Welt aufgenommen wurden. Von
1953 bis 1947 dirigierte er Konzerte des von ihm in Paris
mitbegründeten Domaine Musical, 1959 wurde er Nachfolger Hans
Rosbauds bei den Donaueschinger Musiktagen. Er war von 1971 bis 1975
Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra in London und der New Yorker
Philharmoniker (1971 bis 1977). 1976 gründete er das Ensemble
InterContemporain, dessen langjähriger Leiter er wurde.

Boulez war einer der jungen Wilden der Nachkriegszeit, mit seinen
ebenso kristallklaren wie energetischen Kompositionen die Musik
revolutionierend; er wurde via New York und Bayreuth in den 1970er
Jahren zum Dirigentenstar und ist nun mit 85 Jahren immer noch eine
der Leitfiguren eines intelligenten und dramaturgisch klugen
Musizierens, Komponierens und Programmierens. Eines Tages - im
Frühjahr 1949 - läutete der ein wenig ältere John Cage an Boulez'
Pariser Haustüre und daraus erwuchs eine zwar kurze, aber umso
intensivere Freundschaft zweier Komponisten auf der Suche nach völlig
neu gedachten Klangwelten. Eine Skizze dieser Freundschaft anhand
deren Briefe sowie der Freunde Musik ist in "Zeit-Ton" am 26. März ab
23.03 Uhr in Ö1 zu hören. Nähere Informationen zum Programm von
Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at (ih)

Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]

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