- 16.03.2010, 07:35:11
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EANS-Adhoc: Österreichische Post AG / EBIT um 20,1 Mio EUR bzw 11,9% reduziert; hoher Cash-Flow und solide Bilanz
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16.03.2010
Österreichische Post AG Geschäftsjahr 2009:
Umsatzrückgang um 84,5 Mio EUR bzw 3,5%;
EBIT um 20,1 Mio EUR bzw 11,9% reduziert;
hoher Cash-Flow und solide Bilanz
- Konjunkturell schwieriges Marktumfeld 2009: Postdienstleistungen von
Rezession betroffen
- Konzernumsatz um 84,5 Mio EUR (3,5 %) auf 2.356,9 Mio EUR verringert
- Erfolgreiche Effizienz- und Kostensenkungsvolumen zeigen Wirkung:
Einsparungsziele bei Personalaufwand und Sachkosten erreicht
- EBIT um 20,1 Mio EUR (11,9%) auf 149,4 Mio EUR reduziert
- Nach wie vor hoher Cash Flow und stabile Bilanz
- Weiterhin attraktive Dividendenpolitik: Dividendenvorschlag 2009 von 1,50
EUR/Aktie
- Strategische Eckpunkte und mittelfristige Ziele des Konzerns wurden definiert
- Ausblick 2010: Umsatz um 1-2% unter Niveau 2009 erwartet
bei stabiler EBITDA-Marge zwischen 10 und 12%
Die Österreichische Post im Überblick
Die Wirtschaftskrise hat auch die Österreichische Post nicht verschont und im
Jahr 2009 zu erheblichen Belastungen geführt. Die Rezession sorgte für
verstärkten Druck auf Brief- und Paketumsätze, denn viele Unternehmen versuchen
Kosteneinsparungen auch bei Postdienstleistungen zu erzielen, mit negativen
Auswirkungen auf die Mengen- und Preisentwicklung für die Österreichische Post.
Damit beschleunigte die Krise gleichzeitig auch den Trend der Substitution von
Briefen durch elektronische Medien. Der Umsatz der Österreichischen Post
reduzierte sich daher im Jahr 2009 um 3,5% auf 2.356,9 Mio EUR.
Zur Kompensation dieses Umsatzrückgangs wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet,
um sowohl den Personal- als auch den Sachaufwand des Konzerns nachhaltig zu
reduzieren. So ist es etwa gelungen, die aufgrund der hohen Inflationsrate des
Jahres 2008 sehr kräftige Gehaltssteigerung 2009 durch Nichtnachbesetzung
offener Stellen zu kompensieren. Bei den Sachkosten konnte unser
Einsparungsziel von 30 Mio EUR mit einer Nettoeinsparung von nahezu 40 Mio EUR
übertroffen werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich
als Resultat dieser Entwicklungen 2009 um 11,9% auf 149,4 Mio EUR.
Ein weiteres positives Ergebnis: Die umsatz- und kostenseitigen Initiativen,
die wir 2009 zur Bekämpfung der Rezessionsfolgen setzten, resultierten in einer
ausgesprochen soliden Bilanz- und Finanzlage unseres Unternehmens. So konnte
der Free Cash-Flow durch restriktive Investitionspolitik verbessert, und auch
die Finanzmittel in der Bilanz von 340,6 Mio EUR auf 350,5 Mio EUR im Jahr 2009
weiter erhöht werden.
Anspruchsvolle Ziele
Die Österreichische Post hat sich mittelfristig anspruchsvolle ökonomische
Ziele gesetzt. Beim Umsatz wird ein mittelfristiges Wachstum von ein bis zwei
Prozent pro Jahr angestrebt. Einbußen im Briefgeschäft sollen vorrangig durch
Zuwächse im Paket- und Logistikgeschäft kompensiert werden. Die hohe
Ertragskraft der Österreichischen Post soll in einer nachhaltigen EBITDA-Marge
von 10-12% zum Ausdruck kommen. Basis dafür sind anhaltende
Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Und schließlich werden auch
weiterhin eine attraktive Dividendenpolitik sowie eine angepeilte nachhaltige
Dividende von 1,50 EUR pro Aktie fortgesetzt. Auch für das Geschäftsjahr 2009
wird der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 EUR pro
Aktie vorgeschlagen.
Für das Jahr 2010 erwartet Generaldirektor Dr. Georg Pölzl weiterhin ein
schwieriges Marktumfeld. "Wir müssen unsere Wachstumschancen nutzen und
gleichzeitig weiter konsequent unsere Kostenstruktur verbessern. Gerade in
einem vollständig liberalisierten Postmarkt muss es uns gelingen, sowohl
Qualitäts- als auch Kostenführer zu bleiben", so Dr. Pölzl.
So geht die Österreichische Post für 2010 noch von einem Rückgang des
Konzernumsatzes um etwa 1-2% aus. Primär bedingt durch elektronische
Substitution wird ein reduzierter Umsatz in der Division Brief erwartet. In der
Division Paket & Logistik hingegen sollte angesichts des prognostizierten
freundlicheren Marktumfeldes 2010 eine Umsatzsteigerung möglich sein. Ziel des
Unternehmens ist es, die Gesamtkosten weiter nachhaltig zu senken und die
Ertragskraft zu erhalten. Auch für das Jahr 2010 wird eine EBITDA-Marge von 10-
12% angestrebt.
Die Österreichische Post im Detail
Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war 2009 von der
rückläufigen Wirtschaftsentwicklung in den Kernmärkten geprägt. Die Rezession
verursachte international Rückgänge der geschäftlichen Sendevolumina von
Briefen und Paketen und beschleunigte darüber hinaus den Trend der
elektronischen Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Dadurch kam
es 2009 zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 3,5% oder 84,5 Mio EUR auf
2.356,9 Mio EUR.
Gewinn- und Verlustrechnung
Mio EUR 2008 2009 +/- % Q4 2008 Q4 2009 Umsatzerlöse 2.441,4 2.356,9 -3,5% 656,8 633,7 EBITDA 321,7 269,2 -16,3% 134,8 100,3 EBIT 169,5 149,4 -11,9% 66,5 55,7 Periodenergebnis 118,9 79,7 -33,0% 31,3 12,3 Ergebnis pro Aktie 1,71 1,18 -31,0% 0,45 0,18 (EUR)
Um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken hatten Kostensenkungsmaßnahmen in der
Österreichischen Post oberste Priorität. Ziel war es, sowohl den
Personalaufwand zu reduzieren als auch den Sachaufwand der Österreichischen
Post um zumindest 30 Mio EUR unter das Niveau des Jahres 2008 zu senken.
Der Personalaufwand - er ist mit nahezu 50% des Umsatzes nach wie vor die
größte Aufwandsposition der Österreichischen Post - verzeichnete 2009 eine
Steigerung um 1,8% oder 20,1 Mio EUR auf 1.139,3 Mio EUR. Der Anstieg ist auf
unterschiedliche Rückstellungsveränderungen der letzten Jahre zurückzuführen.
Die direkten Personalausgaben konnten sogar geringfügig reduziert werden.
Einsparungen ergaben sich aus der Ausnutzung der Fluktuation im Unternehmen
sowie durch einen neuen Kollektivvertrag seit August 2009. Im Jahresvergleich
kam es zu einer Personalreduktion von 1.081 Mitarbeiter auf 25.921 Mitarbeiter.
Dieser Einsparung wirkte jedoch die Gehaltssteigerung
(Kollektivvertragserhöhung um 3,7% ab 1. Jänner 2009) auf Basis der hohen
Inflation des Jahres 2008 entgegen.
Bei den Sachkosten (Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie
sonstige betriebliche Aufwendungen) konnten im Jahresvergleich Einsparungen in
Höhe von 39,6 Mio EUR erzielt werden. Die größten Rückgänge erfolgten beim
Zukauf externer Transportdienstleistungen, bei den Aufwendungen für
internationale Postdienstleistungen, sowie bei Beratungs-, Kommunikations- und
Instandhaltungsaufwendungen.
EBIT nach Divisionen
Mio EUR 2008 2009 +/- % Q4 2008 Q4 2009 EBIT Gesamt 169,5 149,4 -11,9% 66,5 55,7 Brief 254,5 221,1 -13,1% 64,0 56,7 Paket & Logistik -25,5 -9,3 63,5% -32,2 -3,0 Filialnetz 14,5 -9,2 --- 5,0 -2,5 Sonstiges -74,0 -53,5 27,7% 29,8 4,2 Konsolidierung 0,0 0,3 --- 0,0 0,3
Trotz der hohen Fixkostenintensität der Geschäftstätigkeit der Österreichischen
Post reduzierte sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Jahr 2009
lediglich um 11,9% oder 20,1 Mio EUR auf 149,4 Mio EUR. Die EBIT-Marge beträgt
6,3%. Die größten Einsparungseffekte ergaben sich durch die beschriebenen
Sachkosteneinsparungen sowie einem geringeren Abschreibungsbedarf, der 2009 um
21,3% auf 119,8 Mio EUR zurückgegangen ist. Die EBITDA-Marge (Ergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibung) beträgt 11,4%.
Die Division Brief erwirtschaftete 2009 ein positives EBIT von 221,1 Mio EUR
(minus 33,4 Mio EUR im Vergleich zum Vorjahr) bedingt durch die eingetretenen
Umsatzrückgänge. Die Division Paket & Logistik verbesserte das EBIT auf minus
9,3 Mio EUR. Die Geschäftstätigkeit war im Jahr 2009 vom Preisdruck in der
Branche beeinträchtigt. Eine positive Jahresperformance erreichte das
Stammgeschäft in Österreich und Deutschland. Die Division Filialnetz erzielte
ein EBIT von minus 9,2 Mio EUR.
Eine Verbesserung wurde im Bereich Sonstiges erzielt. Hier sind unter anderem
nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im
Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien, Aufwendungen für
Sozialplanleistungen an Mitarbeiter sowie die Veränderung von
Personalrückstellungen enthalten. Im Bereich Sonstiges ist durch
unterschiedliche Rückstellungsveränderungen sowie durch erhöhte Erträge aus
Anlageverkäufen im Vergleich zum Vorjahr eine EBIT-Verbesserung auf nunmehr
minus 53,5 Mio EUR eingetreten.
Das sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich
2009 auf minus 24,6 Mio EUR, unter anderem bedingt durch das gesunkene
Zinsniveau und einen positiven Einmaleffekt im Jahr 2008. Darüber hinaus ist
eine Wertminderung des Anteils am Konsortium der BAWAG PSK in der Höhe von 20,0
Mio EUR enthalten. Aufgrund der internationalen Finanzkrise erfolgte bereits
2008 eine Revision des Bewertungsansatzes. In der aktuellen
Bewertungseinschätzung wurde ein im Vorjahr im Eigenkapital gebuchter
Wertrückgang nun auch erfolgswirksam erfasst.
Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 21,1% auf 124,8 Mio EUR. Nach Abzug
von Steuern im Ausmaß von 45,1 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergebnis
(Ergebnis nach Steuern) von 79,7 Mio EUR. Dies entspricht 1,18 EUR je Aktie für
das Geschäftsjahr 2009.
Solide Bilanzstruktur
Die Österreichische Post verfolgt eine risikoaverse Geschäftsgebarung. Dies
zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten
und dem hohen Finanzmittelbestand.
Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Konzerns zeigt, dass die
Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt
der Österreichische Post Konzern zum 31. Dezember 2009 über Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 293,8 Mio EUR und über
Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 56,7 Mio EUR. Somit ist der Bestand an
Finanzmitteln im Jahr 2009 von 340,6 Mio EUR auf 350,5 Mio EUR gestiegen. Die
Zahlung der Basisdividende von 1,50 EUR je Aktie und der Sonderdividende von
1,00 EUR je Aktie (in Summe 168,9 Mio EUR) im Jahr 2009 ist hier bereits
berücksichtigt.
Starker Cash Flow
Der Cash-Flow aus dem Ergebnis lag 2009 mit 195,8 Mio EUR um 41,2 Mio EUR unter
dem Niveau des Jahres 2008. Die eingetretenen Umsatzrückgänge wirkten sich
einnahmenseitig negativ aus, Kosteneinsparungen und geringere Steuerzahlungen
konnten dem entgegenwirken.
Der Cash-Flow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens betrug 2009 34,1 Mio
EUR. Diese Veränderung resultiert vor allem aus verminderten Forderungen, aber
auch aus erhöhten Verbindlichkeiten. In Summe ergibt sich 2009 ein Cash-Flow
aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 230,0 Mio EUR nach 233,4 Mio EUR im Jahr
2008.
Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug 2009 6,9 Mio EUR nach minus 23,1
Mio EUR in 2008. Die bedeutendsten Positionen sind der Erwerb von Sachanlagen
(CAPEX) in Höhe von 65,6 Mio EUR (102,9 Mio EUR im Jahr 2008), der Erlös aus
Anlagenverkäufen mit 30,3 Mio EUR (40,0 Mio EUR im Jahr 2008) sowie der Erwerb
und Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 37,3 Mio EUR (47,9 Mio
EUR im Jahr 2008). Der Free Cash-Flow betrug somit 236,9 Mio EUR (26,6 Mio EUR
über Vorjahresniveau). Der Free Cash-Flow vor Wertpapierveränderungen lag 2009
bei 199,6 Mio EUR und damit um 37,2 Mio EUR über dem Vorjahr.
Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte des Österreichischen Post
Konzerns verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres um 4,0% oder 1.081 Mitarbeiter auf nunmehr 25.921 Mitarbeiter. In
allen Divisionen war ein Rückgang von Mitarbeitern zu verzeichnen.
Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der
Österreichischen Post AG beschäftigt (21.598). Mehr als 4.300 Mitarbeiter
arbeiten in den Tochterunternehmen.
Ausblick 2010
Die Österreichische Post geht für 2010 davon aus, dass die Umsätze in der
Division Brief - primär bedingt durch elektronische Substitution - weiter
rückläufig sein werden. Das Ausmaß des Umsatzrückganges ist schwer
einzuschätzen, angelehnt an internationale Erfahrungen erscheint eine
Bandbreite von minus 3% bis minus 5% realistisch. In der Division Paket &
Logistik wird aufgrund der sich verbessernden internationalen Rahmenbedingungen
mittelfristig mit einem Wachstum von 6-9% pro Jahr gerechnet. Bereits im
Verlauf des Jahres 2010 sollte sich - basierend auf den derzeit vorliegenden
Konjunkturschätzungen - im Jahresverlauf eine Verbesserung des Paketumsatzes
einstellen. Auf Grundlage dieser Annahmen geht die Österreichische Post davon
aus, dass der Umsatz des Konzerns 2010 um etwa 1-2% unter dem Niveau des Jahres
2009 liegen wird.
Mittelfristig soll - durch Nutzung der sich bietenden Wachstumschancen - der
potenzielle Volumensrückgang in der Division Brief mehr als kompensiert werden,
sodass eine Umsatzsteigerung im Konzern von 1-2% pro Jahr angepeilt wird.
Im Programm post@2011 hat das Unternehmen eine Reihe strategischer Ziele und
operativer Maßnahmen definiert, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu
nutzen, als auch kostenseitige Einsparungspotentiale zu realisieren. Ziel ist
es, die Gesamtkosten des Konzerns weiter nachhaltig zu senken, die hohe
Ertragskraft zu erhalten, und eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12% zu
erzielen. Auch für das Jahr 2010 wird eine EBITDA-Marge von 10-12% angestrebt.
Hinsichtlich der erwarteten Finanzierungserfordernisse für 2010 geht die
Österreichische Post von erforderlichen Anlageinvestitionen (CAPEX) im Ausmaß
von etwa 80 Mio EUR aus.
Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Vorstand der Österreichischen Post in der
nächsten Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 EUR pro
Aktie vorschlagen.
Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und Cash-Generierung wird die
bestehende attraktive Dividendenpolitik auch mittelfristig fortgesetzt: Unter
der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung und unter der
Annahme, dass keine außergewöhnlichen Umstände eintreten, werden 75% des
Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet, und eine jährliche Dividende
von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.
Geschäftsentwicklung der Divisionen
Division Brief
Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr
um 4,3% oder 63,2 Mio EUR auf 1.396,8 Mio EUR. Der stärkste Rückgang erfolgt im
Geschäftsfeld Briefpost mit 5,4% oder 41,9 Mio EUR insbesondere durch
verstärkte Substitution von Briefen durch elektronische Medien, vor allem im
Kundensegment Telekommunikation. Rückgänge waren auch bei internationalen
Sendungsvolumina festzustellen.
Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen)
reduzierte sich der Umsatz 2009 um 3,7% oder 20,0 Mio EUR. Hauptgründe für die
negative Entwicklung waren der entstandene Preisdruck durch den
rezessionsbedingten Rückgang von Werbeausgaben sowie reduzierte
Sendungsgewichte.
Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund des konjunkturellen Rückgangs bei
Tages- und Wochenzeitungen ein Umsatzrückgang von 1,0% oder 1,4 Mio EUR zu
verzeichnen.
In Summe erwirtschaftete die Division ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibung (EBITDA) von 271,1 Mio EUR und liegt damit aufgrund der getätigten
Kosteneinsparungsmaßnahmen lediglich um 8,7% bzw. 26,0 Mio EUR unter dem
Vorjahresergebnis. Aufgrund höherer Abschreibungen verzeichnete das Ergebnis
vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Rückgang um 13,1% auf 221,1 Mio EUR.
Division Paket & Logistik
Durch die rezessionsbedingte Preis- und Mengenentwicklung 2009 reduzierte sich
der Außenumsatz der Division Paket & Logistik 2009 um 2,2% auf 768,4 Mio EUR.
Im internationalen Vergleich fiel dieser Rückgang somit relativ gering aus.
Im Produktsegment "Premiumpaket" (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden)
wurde 2009 ein Umsatz von 623,9 Mio EUR nach 659,6 Mio EUR in 2008 erzielt.
Diese Entwicklung mit einem Rückgang von 5,4% im Jahresvergleich ist stark an
das internationale Fracht- und Expressgeschäft gekoppelt, wo sich der
konjunkturelle Abschwung in reduzierten Durchschnittspreisen niedergeschlagen
hat. Etwa 81% dieses Umsatzes werden von der trans-o-flex Gruppe in
Deutschland, Belgien und den Niederlanden erwirtschaftet. Aufgrund der guten
Qualität konnten in den trans-o-flex Kernmärkten die Sendungen sogar gesteigert
werden. In Österreich wurden 10% der Umsätze bei einem gestiegenen Marktanteil
- erzielt. Die Region Südost-/Osteuropa komplettiert mit 9% die internationale
Ausrichtung dieses Produktsegmentes. Per 1. Juli 2009 wurde das Unternehmen
Rhenus Life Sciences in Deutschland erworben. Das Unternehmen ist im Transport
und der Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der
temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
Entgegen dem Markttrend sind die Umsätze des Produktsegments "Standardpaket" in
Österreich gewachsen. Durch eine stetige Steigerung der Internetbestellungen
sowie durch Zuwächse an Neukunden erfolgte ein beträchtlicher Umsatzanstieg von
9,1% auf 134,4 Mio EUR. Der Paketumsatz in Österreich in Summe zeigte mit einer
Steigerung um 11,5% auf rund 200 Mio EUR eine äußerst erfolgreiche Entwicklung
und gleichzeitig erhöhte Marktanteile, sowohl im Privatkundenpaket (B2C) als
auch im Businesspaket (B2B).
Das EBIT der Division Paket & Logistik betrug 2009 minus 9,3 Mio EUR. Darin
inkludiert sind jedoch Sondereffekte wie etwa Integrationskosten und operative
Verluste der per 1. Juli 2009 erworbenen Gesellschaft Rhenus Life Sciences von
rund 6,0 Mio EUR. Das Stammgeschäft in Deutschland und Österreich konnte trotz
des rezessionsbedingten Preis- und Mengendrucks im Jahr 2009 ein positives
Ergebnis erwirtschaften.
Division Filialnetz
Der Außenumsatz der Division Filialnetz entwickelte sich im Jahr 2009 mit minus
1,4% oder 2,7 Mio EUR leicht rückläufig. Rückgänge in dieser Größenordnung gab
es sowohl bei Finanzdienstleistungen sowie bei Prepaid-Produkten in der
Mobiltelefonie.
Die strukturelle Veränderung in der Bedeutung des Filialnetzes für das Handling
von Briefen und Paketen zeigt sich am Rückgang des Innenumsatzes um 10,2% bzw.
21,1 Mio EUR. Einerseits rezessionsbedingt, andererseits dadurch, dass
Briefsendungen von Großkunden vermehrt direkt abgeholt werden, sind die
Volumina nachhaltig rückläufig.
Das Filialnetz der Österreichischen Post muss an die geänderten Bedürfnisse
angepasst werden. Anfang des Jahres 2009 wurden etwa 290 unrentable
Postfilialen definiert, die auf fremdbetriebene Post.Partner-Filialen
umgestellt werden sollten. Im Jahr 2009 wurden ca. 140 dieser Filialen
umgewandelt, die weitere Umwandlung von 144 Poststellen wurde durch einen
Bescheid des Verkehrsministeriums untersagt. Erst das neue Postmarktgesetz
sieht ab Jänner 2010 neu geregelte Voraussetzungen vor, um Postdienstleistungen
effizienter mit lokalen Nahversorgern zu organisieren.
Das EBIT der Division Filialnetz betrug 2009 minus 9,2 Mio EUR nach plus 14,5
Mio EUR in 2008. Die ursprünglich geplanten Einsparungen konnten durch die
behördlich verzögerte Umwandlung von unrentablen Kleinpostämtern nur teilweise
realisiert werden.
Der Jahresfinanzbericht 2009 ist im Internet unter www.post.at/ir -->
Publikationen --> Finanzberichte verfügbar.
Wien, 16. März 2010
Rückfragehinweis:
Österreichische Post AG
Konzernkommunikation
Leitung
Mag. Ina Sabitzer
Tel.: +43 577 67-21763
[email protected]
Konzernkommunikation
Pressesprecher
Michael Homola
Tel.: +43 577 67-32010
[email protected]
Investor Relations
Leitung
DI Harald Hagenauer
Tel.: +43 57767-30400
[email protected]
Ende der Mitteilung euro adhoc
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