- 15.03.2010, 11:41:40
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VP-Riha: In Wien gibt es KEINEN Gratis-Kindergarten
Wien (OTS) - Eine kritische Bilanz über die Einführung des sog.
Gratis-Kindergartens in Wien zog heute die Gemeinderätin der ÖVP
Wien, Monika Riha. "Vor ziemlich genau einem Jahr hat Bürgermeister
Häupl einen Gratiskindergarten für jedes Wiener Kind versprochen. 12
Monate später müssen wir ernüchtert feststellen, dass dieses Ziel
nicht erreicht worden ist", so die VP-Gemeinderätin dazu.
Der Besuch des Kindergartens ist demnach für einen großen Teil der
Eltern immer noch mit vielen Kosten verbunden. "Es ist", so Riha,
"daraus nicht das geworden, was Häupl versprochen hat! Wie so oft
entpuppte sich die SPÖ auch hier als Ankündigungsweltmeister. In mehr
als 50 % der Kindergärten werden die Eltern nach wie vor zur Kasse
gebeten. Man kann daher bestenfalls vom gebührenreduzierten
Kindergarten sprechen. Außerdem fehlen noch immer rund 15.000 Plätze
für ein bedarfsgerechtes Angebot" so Monika Riha.
Nur jedes vierte Kind unter drei Jahren hat Chance auf
Betreuungsplatz
Verschärft werde der gravierende Platzmangel auch dadurch, dass Wien
es verabsäumt habe, sich entsprechend auf den verpflichtenden
Kindergarten ab Herbst 2010 vorzubereiten. Um allen fünf- bis
sechsjährigen Kindern den Besuch des verpflichtenden Kindergartens zu
"ermöglichen" (wie gesetzlich vorgeschrieben) würden in Wien derzeit
Kinder unter drei Jahren massiv benachteiligt. Nur jedes vierte Kind
unter drei Jahren habe heute die Chance, einen Platz in einer
Kinderkrippe oder einer alterserweiterten Gruppe zu finden.
Die ewige Ausrede der Stadt Wien, sie bekäme vom Bund keine Mittel
und könne deshalb keine Plätze schaffen, ist wirklich lächerlich,
denn Kindergarten ist Landessache und dass der Bund - dank Christine
Marek - den Ländern und damit auch Wien Gelder zur Verfügung stellt,
ist ehrenwert, aber die Aufgabe des Ausbaus liegt bei Wien.
Es sind insbesondere die strukturellen Schwächen des Wiener Systems,
die eine Realisierung der Ankündigung schon im Vorhinein unmöglich
gemacht haben. "Zu wenige Kindergärten, zu große Gruppen, zu wenig
qualifiziertes Personal. Diese Probleme sind bzw. waren seit Jahren
bekannt und wurden nicht grundlegend gelöst. Der Bürgermeister hätte
das berücksichtigen müssen", so Riha.
Qualitativer und quantitativer Entwicklungsschub gefordert
Auch der landesgesetzliche Rahmen ist ihrer Einschätzung nach
unzureichend. "Es gibt noch immer keinen Rechtsanspruch auf einen
Kindergartenplatz. Eltern und Kindern wird damit die wichtige
Rechtssicherheit verwehrt", meint die VP-Gemeinderätin.
Riha fordert einen qualitativen und quantitativen Entwicklungsschub
für das vorschulische Bildungs- und Betreuungswesen. "Jedes Wiener
Kind, das einen Kindergartenplatz braucht, soll ihn bekommen! Deshalb
fordern wir einen Entwicklungsplan für Wiens Kindergärten. Damit soll
der Ausbau bestehender Kindergärten und die Errichtung neuer
vorschulischer Bildungseinrichtungen genau geplant und umgesetzt
werden", meint sie dazu.
Das pädagogische Qualitätsmanagement soll ebenfalls ausgebaut werden.
Riha fordert daher die Einführung eines akademischen Lehrgangs für
Kindergartenpädagogik. "Wenn der Personalmangel behoben werden soll,
dann muss die Ausbildung des Personals attraktiver gestaltet werden.
Das geht nur über eine Akademisierung", hält Riha fest.
Die Größe der Kindergartengruppen soll nach den Vorstellungen der
VP-Gemeinderätin und ihrer Fraktion ebenfalls reduziert werden.
"Derzeit sind 25 Kinder pro Gruppe möglich. Wir wollen erreichen,
dass dieser Wert auf 20 herabgesetzt wird. Dadurch würden mehr
Möglichkeiten zur individuellen Betreuung geschaffen. Und genau die
ist ganz wichtig, wenn wir die Kinder gut auf die Schule und auf das
Leben vorbereiten wollen.
Riha mahnt die SP-Stadtregierung, die bestehenden strukturellen
Probleme endlich anzugehen. "Die aktuelle mediale Berichterstattung
zeigt, dass die derzeitige Situation für Eltern, Kinder und das
Personal untragbar ist. Wien muss die Bedingungen grundlegend
ändern!"
"Man hätte auf Seiten der SPÖ nicht nur unsere Idee übernehmen,
sondern sich auch entsprechend auf die Umsetzung vorbereiten sollen.
Nur Ankündigungen allein sind - wie aufgezeigt - nicht ausreichend",
so Riha abschließend.
Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: T: (+43-1) 4000/81 913, F:(+43-1)4000/99 819 60
mailto:[email protected]
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