Wien (OTS) - 2010 ist es so weit: Innerhalb der EU gibt es
erstmals weniger potenzielle Berufseinsteiger als Personen, die
altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Für Österreich wird
dieser Kipppunkt für 2015 prognostiziert - mit massiven Umwälzungen
am Arbeitsmarkt. Die Allianz ortet akuten Handlungsbedarf und fordert
einen österreichweiten Schulterschluss zwischen Politik und
Unternehmen.
Der demographische Wandel macht auch vor dem Arbeitsmarkt nicht
halt, wie die aktuellen Ergebnisse des Allianz Demographic Pulse
zeigen: "Die Zahlen machen eines deutlich: Das nach dem
Umlageverfahren finanzierte staatliche Pensionssystem wird durch
diese Trends noch schneller und stärker unter Druck kommen. Hinzu
kommt, dass auch der Arbeitsmarkt zunehmend vom demografischen Wandel
betroffen sein wird", erklärt Allianz Vorstandsvorsitzender Dr.
Wolfram Littich.
Nachwuchslücke bedroht Arbeitsmarkt: EU 2010
Ist der demographische Wandel im Zusammenhang mit der
Pensionsproblematik seit Jahren Gegenstand politisch hitziger
Debatten, öffnet sich mit dem Arbeitsmarkt langsam aber sicher ein
weiteres Problemfenster, durch das ein rauer Wind weht: Eine aktuelle
Untersuchung der Allianz zeigt, dass es 2010 zum ersten Mal in der EU
weniger potentielle Berufseinsteiger als Ruheständler geben wird:
28,6 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren stehen
EU-weit 28,8 Millionen Einwohnern zwischen 60 und 65 Jahren
gegenüber. Damit ist die Zahl der Personen im (Vor)-Ruhestandsalter
erstmals um rund 200.000 höher als die der Schulabgänger - Tendenz
steigend.
Österreich: Gnadenfrist bis 2015
In Österreich werde sich dieses Verhältnis im Jahr 2015 umkehren,
wo der Anteil der Jugendlichen von 504.000 auf 467.000 schrumpfen
sowie die Zahl der Älteren von 447.000 auf 478.000 steigen wird.
Besorgniserregend: Immer mehr ältere Menschen verlassen den
Arbeitsmarkt, gehen früher in Pension - gleichzeitig kommen immer
weniger Junge nach, um die Nachwuchslücke zu schließen. Erschwerend
kommt hinzu, dass es auch bei den Erwerbsquoten der österreichischen
älteren Arbeitnehmer düster aussieht: Sind im EU-Durchschnitt noch
rund ein Drittel aller Personen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren
erwerbstätig, ist das in Österreich nur etwa jeder fünfte - damit
liegt Österreich im EU-Vergleich auf Platz 18. "Das staatliche
Pensionssystem wird durch diese Trends stärker unter Druck kommen.
Hinzu kommt, dass die sinkenden Geburtenraten mittelfristig in einem
Mangel an qualifizierten Arbeitskräften resultieren", fasst Littich
kommende Entwicklungen zusammen und ortet damit konkreten
Handlungsbedarf.
Schulterschluss: Politik und Unternehmen
Eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer sei die
arbeitsmarktpolitische Herausforderung der nächsten Jahre. Wichtige
Weichen hierfür wurden in den letzten Jahren mit Reformen des
Pensionssystems bereits gestellt. Nun müssen die entsprechenden
Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt geschaffen werden. "Ein
österreichweiter Schulterschluss ist notwendig: Auf der einen Seite
ist die Politik gefordert, Weichenstellungen für den Arbeitsmarkt
vorzunehmen - auf der anderen Seite sind auch Unternehmen gefordert,
im Rahmen ihrer Personalpolitik nachhaltige Lösungen umzusetzen", so
Littich.
Allianz setzt auf Leistungsmanagement
"Unsere Entwicklungs- und Entlohnungssysteme stellen nicht auf das
Alter ab. Uns geht es um Leistung und Potenzial", skizziert Littich
die Antwort der Allianz auf die demographischen Herausforderungen.
"Das Senioritätsprinzip wird bei uns durch ein Leistungsprinzip
abgelöst", erklärt Littich. Im Gehaltssystem integriert ist auch eine
Art firmeneigenes Pensionskonto. Dabei gibt es für jeden Mitarbeiter
individuell unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten von variablen
Entgeltteilen: beispielsweise in Cash (Bonus), aber auch als
Lebensarbeitszeitkonto oder steuerlich begünstigt in Form eines
erhöhten Pensionskassenbeitrags. "Dadurch können die Mitarbeiter u.
a. individuell den Zeitpunkt beeinflussen, wann sie in Pension gehen
möchten", so Littich abschließend.
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/
- Foto: Dr. Wolfram Littich, ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Allianz Demographic Pulse als PDF
Rückfragehinweis:
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Dr. Marita Roloff
Unternehmenskommunikation
Allianz Gruppe in Österreich
Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261
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