• 14.03.2010, 13:04:18
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BZÖ-Grosz: Debatte um Kindesmissbrauch an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten

Kindesmissbrauch ist Gräuel unserer Gesellschaft - Fokus auf eine Institution ist sehr vordergründig und schadet dem Kampf gegen Kindesmissbrauch in allen Gesellschaftsbereichen

Graz (OTS) - Die Diskussion und die Debatte um Kindesmissbrauch
sei an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten und die Fokussierung auf
eine betroffene Institution sehr vordergründig und zudem
brandgefährlich. Kindesmissbrauch sei ein regelrechter Mord an den
Seelen der Kinder, eines der größten Probleme unserer Gesellschaft
und der Kampf dagegen eine dringende Herausforderungen für die
Politik. "Diese Diskussion wird aber sehr vordergründig geführt zumal
nicht einzelne Institutionen wie die Kirche ein "Monopol" auf dieses
Verbrechen haben, sondern diese schreckliche Art der Kriminalität
über alle Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen hinweg geht. Mit
dieser Fokussierung auf eine Einrichtung laufen wir Gefahr, dass der
Kampf gegen Kindesmissbrauch in anderen öffentlichen Institutionen
und auch im familiären Bereich komplett ins Hintertreffen gerät.
Kindesmissbrauch findet leider überall statt und ist daher auch
überall zu bekämpfen", so BZÖ-Menschenrechtssprecher Abg. Gerald
Grosz am Sonntag. Er erinnert an tausende jährlich bekannt werdende
Fälle im familiären Umfeld, den Fall bei den Wiener Sängerknaben, den
Kinderfreunden und Missbrauchsfälle bei vielen Institutionen, die mit
Kindern in Kontakt kommen. Dieser regelrechte "Dammbruch des
Schweigens" sei daher nicht für pauschale Schuldzuweisungen sondern
endlich für strenge Gesetze zu nutzen.

Kindesmissbrauch sei mit härtesten Strafen zu belegen, "Lebenslang
für Kinderschänder" dürfe keine politische Forderung bleiben sondern
müsse endlich Rechtsbestand der österreichischen Rechtssprechung
werden, so der Menschenrechtsprecher.

"Das Problem der Institutionen müssen die Institutionen selbst
regeln, die davon betroffen sind und ich bin mir sicher, dass die
Kirche - wenn sie schonungslos und offensiv aufdeckt - wieder zu
ihren Wurzeln als Speerspitze für die Schwächsten unserer
Gesellschaft zurückfindet. Der Rechtsstaat hingegen muss endlich im
Bereich des Strafrechtes für den sexuellen Missbrauch Minderjähriger
eine Erhöhung des Strafrahmens für Kinderschänder durchsetzen und
wirkungsvollerer Instrumentarien für einen präventiven Opferschutz
etablieren. Auch die Verjährungsfristen müssen geändert werden, es
darf für solche Delikte keine Verjährung geben", fordert Grosz.

"Jährlich werden tausende Missbrauchsfälle - quer über alle
Berufsfelder und Gesellschaftsschichten - bekannt. Die Dunkelziffer
ist laut Experten fast zwanzigmal so hoch. Die Rückfallquote bei
Sexualstraftätern liegt bei 50 bis 70 Prozent. Das sind Zahlen, die
uns alarmieren und ein umfassendes Kinderschutzpaket erforderlich
machen", verlangt Grosz endlich Maßnahmen im Strafrecht.

Mindeststrafen von zehn Jahren für Sexualdelikte und keine
vorzeitigen Haftentlassungen; die Umsetzung eines Berufsverbots für
Sexualstraftäter, wenn dieser Beruf den Umgang mit Kindern und
Jugendlichen umfasst; die Möglichkeit der chemischen Kastration für
Sexualstraftäter; die lebenslange Überwachung durch eine regelmäßige
Meldepflicht bei Behörden; die Einführung einer Sexualstraftäterdatei
sowie die Verschärfung der Anzeigenpflicht für Gewalttaten und
Sexualstraftaten an Kindern für Ärzte.

Die österreichische Justiz zeichnet sich in letzten Jahren immer mehr
dadurch aus, dass vorzeitige Haftentlassungen ausgesprochen werden.
Tausende Straftäter, darunter schwere Gewaltverbrecher,
Sexualstraftäter und Kinderschänder, wurden so vorzeitig entlassen.
Die Antwort auf mehr Sexualstraftaten in der Steiermark und in
Österreich kann und darf nicht die vorzeitige Haftentlassung sein.
Das steirische BZÖ fordert daher zum Schutz der Bevölkerung
restriktivere Maßnahmen in der Justizpolitik, skizziert Grosz die
Forderungen des steirischen BZÖ.

Rückfragehinweis:
BZÖ-Steiermark Pressestelle

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