- 12.03.2010, 20:26:25
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Neues Volksblatt "Aufarbeitung" (von Werner Rohrhofer)
Ausgabe vom 13. März 2010
Linz (OTS) - Das Thema "Missbrauch" sorgt derzeit für Schlagzeilen
und eine öffentliche Diskussion, die nahe an der Hysterie liegt. Was
jetzt aber nottut, ist nicht Aufgeregtheit sondern ernsthafte und
nüchterne Aufarbeitung sowohl von bekannt gewordenen Einzelfällen als
auch von strukturellen Gegebenheiten. Verdachtsfälle sind ernst zu
nehmen und den Opfern ist Hilfe anzubieten, wie immer diese
Jahrzehnte nach den Vorfällen aussehen kann. Es muss aber auch
versucht werden, den objektiven Sachverhalt herauszufinden, was
schwierig sein wird, wenn die angeblichen oder tatsächlichen Täter
bereits verstorben sind. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff
"Missbrauch" differenziert zu sehen. Sexuelle Handlungen, deren Opfer
Kinder waren, sind ohne Frage schwerwiegender Missbrauch. Bei
körperlichen Züchtigungen hingegen muss man unterscheiden: Was heute
zu Recht als Erziehungsmittel strikt abgelehnt wird, wurde vor 30, 40
oder 50 Jahren als Teil der Bestrafung weithin akzeptiert. In
Elternhaus, Schule oder kirchlichem Internat gleichermaßen. Das
sollte man bedenken, wenn heute über die "Prügler" von damals
geurteilt wird. Ohne die seelischen Narben zu verharmlosen, die die
Prügelstrafe auch damals hinterlassen haben wird.
Rückfragehinweis:
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Tel.: 0732/7606 DW 782
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