Wien (OTS) - "Mehr Chancen für junge Menschen - das ist der Kern
der Bologna-Idee und genau daran müssen wir auch künftig arbeiten",
so Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl nach
Abschluss der Bologna-Konferenz in Wien. Die Ministerin zog eine
durchaus positive Bilanz der zweitägigen Konferenz - "gerade auch,
weil Umsetzungsprobleme offen angesprochen wurden". Im Anschluss an
die Konferenz präsentierte Beatrix Karl unter dem Motto "Bologna
reloaded" zehn Maßnahmen zur verbesserten Umsetzung des
Bologna-Prozesses in Österreich.
Der Grundtenor der Konferenz aus Sicht der Ministerin: "Die
grundlegende Idee von Bologna wird von allen begrüßt, weil sie ein
Mehr an Chancen und Möglichkeiten für Studierende und Lehrende
bietet." Karl verwies auf die bessere Vergleichbarkeit,
Anrechenbarkeit und die verstärkte Mobilität und Internationalität.
Es sei in der Konferenz aber "klar zum Ausdruck gekommen: Es gibt
Probleme bei der Umsetzung."
In Österreich habe die Umsetzung an den Fachhochschulen großteils gut
funktioniert, an einigen Universitäten gebe es aber
Nachbesserungsbedarf. "Wir sehen Defizite, hier müssen wir rasch
Lösungen finden." Wobei die Ministerin auch einräumte, dass nicht
sämtliche Probleme an den Unis Bologna zuzuschreiben sind.
Ministerin Karl wird gemeinsam mit den Hochschulpartner/innen und
Expert/innen die Verbesserung der Studienpläne in die Hand nehmen.
"Ja, die Umsetzung liegt in der Autonomie der Universitäten. Aber ich
sage auch ganz klar und deutlich: Ich schaue da nicht weg. Denn wir
sind es den Studierenden schuldig, dass ihnen an den Unis die beste
Qualität geboten wird. Hier geht es um die Zukunft junger Menschen
und die Zukunft des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes
Österreich."
Beatrix Karl präsentierte unter dem Motto "Bologna reloaded" zehn
Maßnahmen, die zur verbesserten Bologna-Umsetzung beitragen sollen.
Dabei gehe es um möglichst hohe Flexibilität auf allen Ebenen, "um
den Besonderheiten der einzelnen Fachrichtungen gerecht zu werden".
Weiters plädiert die Ministerin für differenzierte(re)
Betrachtungsweise des "Employability"-Begriffs nach Fachrichtungen.
Die zehn Maßnahmen zur Verbesserung der Bologna-Umsetzung in
Österreich im Überblick:
1. Vertiefende Problemanalyse gemeinsam mit den
Bologna-Koordinator/innen an den Universitäten und mit den sechs
österreichischen Bologna-Expert/innen
2. Einsetzung einer Task-Force zur Weiterentwicklung der Curricula
3. Erarbeitung von Vorgaben/Richtlinien für die Qualifikationsprofile
und von Rahmenempfehlungen für die Umsetzung der
"Studieneingangsphase und Studienorientierungsphase Neu"
4. Intensivierter Austausch zwischen dem BMWF und den
Curricular-Kommissionen an allen Universitäten
5. "Neuausrichtung" und Weiterentwicklung der nationalen
Bologna-follow-up-Gruppe
6. Einbeziehung der Bologna-Umsetzung in das Konzept der
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im Rahmen des geplanten
Rahmengesetzes
7. Öffentliche Darstellung von Best-Practice-Modellen der
Curricula-Gestaltung aus der Task-Force
8. Arbeitsgruppe zu den Fächern Jus, Pharmazie (Lehramt), aber auch
zu technischen Studien, über eine optimale Bologna-Studienarchitektur
(inkl. Diskussion zum Thema Harmonisierung mit dem Berufsrecht)
9. Verankerung des Bachelors als vollwertiger akademischer Abschluss
im öffentlichen Dienst (Arbeitsgruppe von Bundesministerin Gabriele
Heinisch-Hosek)
10. Mobilität und Anerkennungen - die Anerkennung gleicher
Prüfungsfächer (bereits klar in § 78 Universitätsgesetz geregelt)
muss mit Leben erfüllt werden
Ihr klares Ziel sei es, "die bestmögliche Bildung und Ausbildung an
den heimischen Universitäten und Fachhochschulen anzubieten", so
Karl. "Ich will, dass unsere Unis international wieder in der ersten
Liga mitspielen. Qualitätsvolle Studienpläne sind dafür der erste,
wichtige Schritt." Die Wissenschaftsministerin unterstrich, alle
Verantwortlichen und Beteiligten einzubinden.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressebüro
Tel.: +43/1/53120-9007
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