OTS0171 / 12.03.2010 / 13:27 / Channel: Politik / Aussender: Grüner Klub im Parlament
Stichworte: Bologna / Grüne / Grünewald / Innenpolitik / Universitäten / Wissenschaft


Grünewald zu Bologna: Kaputtsparen im Bildungsbereich muss ein Ende haben

Utl.: Budgetreduktion kommt Bankrotterklärung der Regierung gleich =


   Wien (OTS) - "Das Kaputtsparen im Bildungsbereich muss ein Ende
haben. Es ist unerträglich, dass Österreich zwar ständig
Bildungszielen nachläuft, aber gleichzeitig nur
Regierungs-Sprechblasen produziert werden, wenn es darum geht,
endlich Verbesserungen umzusetzen. Das Budget für den ohnehin
defizitären tertiären Bildungsbereich jetzt weiter zu reduzieren,
kommt einer vollkommenen Bankrotterklärung der Regierung gleich", so
der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.
"Bei aller Verpflichtung von Universitäten und Fachhochschulen zu
einer qualifizierten, an Berufsfeldern orientierten Ausbildung darf
der Bildungsbegriff nicht auf bloße Nützlichkeit sowie Mode und
Trends der Arbeitsmärkte eingeengt werden", fordert Grünewald
anlässlich der Bologna-Debatte. Die Studierenden verlangen zurecht
einen Bildungsbegriff, der breite Orientierung, Kritikfähigkeit,
Interdisziplinarität und Emanzipation sowie Aufklärung umfasst.
"Handwerkliches Können und bloßes Wissen genügt in einer immer
vernetzter und komplexer werdenden Welt nicht mehr", meint Grünewald,
der die Universitäten als Orte der kritischen wie kontroversiellen
Auseinandersetzung erhalten möchte.
"Der Trend geht in die Richtung, immer kürzere Studien möglichst
rasch und systemkonform zu absolvieren und das Baccalaureat zum
Regelstudium des tertiären Bildungssektors zu erklären. Aber wenn
Master- und Doktoratsstudien nur mehr einem massiv reduzierten Anteil
an Studierenden ermöglicht werden, verändert das den Charakter der
Universitäten massiv und lässt die Differenzierung zu Fachhochschulen
immer mehr verschwimmen", kritisiert Grünewald und weiter: "Die Idee,
Masterstudien erst nach einigen Jahren Berufserfahrung zu beginnen,
ist als Möglichkeit durchaus akzeptabel, für die Laufbahn in
Wissenschaft und Forschung jedoch hanebüchen und weltfremd". 
Was bei Bologna vielfach unterschlagen wird, ist der Wunsch nach mehr
Qualität und mehr Studierenden, die sich ein Studium auch leisten
können. Österreich hat seine Hausaufgaben hinsichtlich der
Verbesserung von Betreuungsverhältnissen, räumlichen Ressourcen für
Lehre, Ausbau von Lernzentren und der Anhebung der Zahl von
StudienbeihilfenempfängerInnen, bislang nicht gemacht", betont
Grünewald.
Rückfragehinweis:
   Die Grünen
   Tel.: +43-1 40110-6697
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