- 12.03.2010, 12:54:47
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Schönborn: Selbstmitleid wegen Missbrauchsfällen unangebracht
Wien, 12.03.10 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat sich
angesichts der Fälle sexuellen Missbrauchs gegen Selbstmitleid in
der Kirche gewandt. Auch wenn es schmerzlich sei, müssten die
Mitglieder der Kirche in diesen Tagen Anfeindungen aushalten. "Es
muss uns zuerst um das Leid der Opfer und nicht um die eigene
Befindlichkeit gehen", sagte Schönborn bei einer Pressekonferenz in
Wien. Es sei ihm klar, dass alle Menschen, die sich aktiv zur
katholischen Kirche bekennen und für die Missbrauchsfälle keine
Verantwortung tragen, mit schmerzlicher Kritik und Anfeindungen
konfrontiert würden. Aber: "Das sind 'Peanuts' im Vergleich zu dem,
was die Missbrauchsopfer oft ein Leben lang zu ertragen haben",
sagte der Kardinal.
Die Kirche stelle sich der Realität von Missbrauchsfällen, so
Schönborn. Man wolle offen und ehrlich damit umgehen und nichts
vertuschen.
Der Kardinal wies erneut auf die jüngst von der Bischofskonferenz
beschlossenen Maßnahmen hin: "Wir können nie eine Garantie abgeben,
aber wir können alles Menschenmögliche versuchen, damit so etwas
nicht wieder vorkommt."
"Wenn der Zölibat der Grund für sexuellen Missbrauch wäre, dürfte es
überall dort, wo es den Zölibat nicht gibt, auch keinen Missbrauch
geben", antwortete der Kardinal auf eine Journalistenanfrage zur
Zölibatsdebatte. Er wies erneut Medienberichte zurück, wonach er
selbst den Zölibat infragegestellt habe. In seinem Kommentar für das
Wiener diözesane Mitarbeitermagazin "thema kirche" habe er vor allem
auf die Priesterausbildung abgezielt, die verbessert werden soll,
betonte Schönborn.
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